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BERICHT/1065: Friedenswerkstatt Linz - Rundbrief 25/2009


Werkstatt Frieden & Solidarität

Werkstatt-Rundbrief Nr. 25/2009 - 23. November 2009


Themen:

(1) Gegen Bildungsklau und Selektionshürden
(2) Bundesheer - EU-Schlachtgruppen: Zuerst wird geübt - beschlossen wird später.
(3) Wird mit deutschem Saniererwesen die Österreichische Post genesen?
(4) Kinder- und Jugendhilfegesetz: Mehr Verantwortung für Sozialarbeit, kein zusätzliches Geld!
(5) EU-Anschlag auf regionale Kreisläufe
(6) Aktuelle Hinweise/Laufende Kampagnen
(7) Termine


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(1) Gegen Bildungsklau und Selektionshürden: 3.500 KindergartenpädagogInnen und Eltern demonstrieren für mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen.
UnsereUni-Bewegung ruft für Mittwoch zu Bildungsdialog und Umzingelung des Parlaments mit einer Lichterkette auf

Am Samstag demonstrierten 3.500 KindergartenpädagogInnen, Eltern und viele andere, die sich mit deren berechtigten Anliegen solidarisierten, in Wien. Die Einführung des Gratiskindergartens wird begrüßt und unterstützt. Es wurde allerdings verabsäumt etwas gegen die seit Jahren bestehenden Missstände bezüglich der Personalsituation, Gruppengröße und Arbeitsbedingungen zu unternehmen. "Wir fordern diese grundlegenden Veränderungen auch im Interesse der uns anvertrauten Kinder, ihrer ganzheitlichen und gesunden Entwicklung, sowie deren Eltern, die darauf vertrauen, dass in den öffentlichen Bildungseinrichtungen ihre Kinder bestmöglich gefördert und nicht bloß aufbewahrt werden." heißt es von seiten der Gruppe "Kindergartenaufstand". Die Forderungen der PädagogInnen lauten unter anderem:

die Reduzierung der Gruppengröße mit einem Betreuungsschlüssel von einer Pädagogin/einem Pädagogen auf 8 Kinder
Mehr und ausreichende Vorbereitungszeiten für PädgagogInnen in Kindergärten/Krippen und Horte um den gestiegenen Arbeitsanforderungen wie individuelle Förderungen, Planen von spezifischen Förderangeboten, Sprachförderung, transparente Eltern- und Öffentlichkeitsarbeit und Vorbereitung von Entwicklungsgesprächen etc. entsprechend pädagogisch vor- und nachbereiten zu können.
einen angemessenen Lohn (siehe: www.kindergartenaufstand.at) Weiters wird die Anhebung der Ausbildung im tertiären Sektor sprich die Ausbildung zur KindergartenpädagogIn an den Universitäten und ein Kollektivvertrag, der nach wie vor für sie nicht existiert, gefordert.

In Österreich werden lediglich 0,5% des BIP für den elementaren Bildungsbereich aufgewendet. Gerade die Investition in Bildung und Entwicklung der Kinder in einer frühen Phase würde aber zur Überwindung sozialer Selektion und Entfaltung kreativer Ressourcen beitragen. Ein nächstes Koordinationstreffen der Gruppe Kindergartenaufstand findet am Dienstag, 24. Nov. 2009 um 17.30 im WUK (U6 Währingerstr. 49), Wien statt.

Auch die Protestbewegung an und um die Universitäten geht weiter. Sie wird nicht nur von StudentInnen getragen, auch Lehrende, SchülerInnen sind in der Bewegung aktiv. Teile der Gewerkschaften sind aktiv solidarisch. Im Mittelpunkt stehen die Forderungen nach einer sofortigen Milliarde für die Unis und ein konkreter Zeitplan zur Erreichung des 2% (des BIP) Ziels, freier Zugang vom Kindergarten bis zur Uni statt Zwei-Klassen-Studium a la Bolognaprozeß, Redemokratisierung und Selbstverwaltung durch Abschaffung des Uni-Rates und Einführung der Viertelparität (jeweils ein Viertel ProfessorInnen, Mittelbau/AssistentInnen, Studierende, Uni-Bedienstete in jedem Gremium). Am kommenden Mittwoch, 25. Nov. 2009 gibt es den nächsten Höhepunkt der UnsereUni-Bewegung. von 12.00-18.00 findet im Kabelwerk (Oswaldgasse 35a, 1120 Wien, U6 Tscherttegasse) der bundesweite "Echte Bildungsdialog - öffentlich - offen - demokratisch" statt. Anmeldung unter: protestwelle@gmail.com
Im Anschluß wird um 20.00 mit einer Lichterkette "Licht ums Dunkel beim Parlament" gebracht.

Für LinzerInnen und WestösterreicherInnen:
Gratis Bustransfer von Linz: 9.30 Abfahrt vor ÖH-Bibiliothek, Anmeldung unter:
0732-2468-8652 oder Stefan Daxner: 0676-5077078 oder im Kulturbeisl "Rother Krebs", Euro 5,- Kaution

Flyer für die Aktionen können von www.christian-minnich.com/sonstiges/plakat _mit_abfahrt2.pdf heruntergeladen oder im HS 3 der JKU abgeholt werden.
Weitere Infos unter http://UnsereUni.at


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(2) Bundesheer - EU-Schlachtgruppen: Zuerst wird geübt - beschlossen wird später.

Im Hauptausschuß des Nationalrates wurde am Freitag, 20. November 2009 u. a. auch der Übungsplan des Bundesheeres diskutiert und einstimmig zur Kenntnis genommen. (OTS0143) Für 2010 sind 7 Übungen im Rahmen der NATO-Partnerschaft vorgesehen ("1 Übung im Geiste der Partnerschaft für den Frieden und 6 Übungen der Nato - offen für Partner"). Weiters sind 2 EU-Übungen und 9 bilaterale und multilaterale Übungen geplant. Dazu gehören offensichtlich Übungen für die Beteiligung Österreichs an einer EU-battlegroup (gemeinsam mit Deutschland). Verteidigungsminister Darabos informierte, daß Österreich beabsichtige, "sich ab 2011 im Rahmen der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik an den Battlegroups zu beteiligen." Deshalb gebe es im Vorfeld Übungen, die im Rahmen des Ausbildungsplans für 2010 vorgesehen sind. Eine Schlachtgruppe (battle group) umfaßt 1.500 SoldatInnen. 15 battlegroups existieren bereits. Zwei davon sollen ständig einsatzbereit sein. Sie sollen innerhalb weniger Tage an jeden Punkt des Globus entsandt werden können und unter allen klimatischen, geografischen und sozialen Gegebenheiten eingesetzt werden können. Sie werden als unerläßlich für die globale Machtprojektion zur Aufrechterhaltung freier Märkte und der ungehinderten Rohstoffversorgung erachtet und stellen gewissermaßen den Nukleus der EU-Militarisierung dar. Für Österreich bedeutet das nicht nur einen Bruch mit dem nach wie vor rechtsgültigen Neutralitätsgesetz sondern auch einen Bruch mit dem im Staatsvertrag verankerten Anschlußverbot, denn die militärische Zusammenarbeit ist zuvorderst eine Zusammenarbeit mit der deutschen Bundeswehr: Bei den Auslandsmissionen, ob am Balkan, in Afrika oder in Afghanistan operieren österreichische SoldatInnen vorwiegend unter deutschem Kommando. Österreichische Offiziere sind beim sog. "Force-Headquarter" in Ulm, das als deutsche Kommandozentrale für die Einsätze der EU-Battle-Groups agiert, "eingebaut". Auch bei Militärmanövern agiert das Bundesheer immer öfter im Schlepptau Berlins. So wurde erst im Frühjahr 2009 bei der Übung "European Endeavour 2009" der Einmarsch einer 40.000 Mann/Frau starken EU-Truppe in die Kaukasus-Region geübt, bei der österreichische Soldaten "die Ehre hatten die Schwerpunktübung des Generalinspekteurs der deutschen Bundeswehr mitgestalten zu dürfen". (O-Ton eines beteiligten österreichischen Offiziers lt. Presseaussendung des Verteidigungsministeriums, 06.05.2009).

Nationalratspräsidentin Prammer machte darauf aufmerksam, daß der Hauptausschuss die tatsächliche Beteiligung Österreichs an den Battlegroups genehmigen müsse. Das jetzt bereits gemeinsam geübt wird, ist ihr offensichtlich kein Problem. Hat nicht das EU-Institut für Sicherheitsstudien in einer aktuellen Studie festgehalten: "Die Möglichkeit militärische Missionen zu starten bevor alle politischen Diskussionen dazu stattgefunden haben, muss in Erwägung gezogen werden, damit es zu keinen Verzögerungen kommt." (Seite 157). (siehe auch:
http://www.werkstatt.or.at/index.php?option=com_content&task=view&id=191&Itemid=40)

Der ÖGB hat bei seinem letzten Bundeskongreß beschlossen, der EU-Reformvertrag müsse einer Revision unterzogen werden, sollten sich die Tendenzen zur Militarisierung der EU verfestigen und fortsetzen. Angesichts dieser Entwicklungen müsste der Druck zur Einleitung einer derartigen Revision bereits jetzt eingeleitet werden.


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(3) Wird mit deutschem Saniererwesen die Österreichische Post genesen?

Wer meint, das Fleisch der Österreichischen Postbediensteten ist mit den Rationalisierungs- und Privatisierungsschlägen der vergangenen Generäle auf dem Schlachtfeld der Post genug geschunden worden, der weiß nicht um die Leidensfähigkeit der Europäischen Stabsplaner im Feldzug der EU-Postliberalisierung. Nicht nur, dass großteils ersatzlose Zusperren von 1157 Postämtern, vornehmlich in strukturschwachen Regionen ist ein Tiefschlag in unsere Infrastruktur, es sollen weitere folgen, geht es nach dem Willen der Europäischen Union. Auserkoren für die Weiterführung dieser Großtaten in der Schlacht gegen das öffentliche Eigentum ist als nächster der gebürtige Österreicher Dr. Georg Pölzl, welcher seine Lehrjahre bei der internationalen Beraterfirma Mc Kinsey absolvierte. Diese "Beraterfirma" ist bekannt als "beinharter Sanierer", welche schon mal "tiefe Schnitte ins Kranke" vorschlagen, damit hernach wieder gesunde Profite die Aktionäre erfreuen. Im weiteren Werdegang des Herrn Pölzl verschlug es diesen zur deutschen T-Mobile, bei der er von höchster Stabsstelle weg Chef wurde und, als wäre es gestern gewesen, die Sanierungsschlacht gegen Personal und Kosten dem deutschen Kapital entsprechend, für diese rühmlich führte. Die Hoffnung der Einsparungsgewinnler, dass die Österreichische Post am deutschen Sanierungswesen genesen wird, ist nicht enden wollend, da seinem Vorgänger GD Wais beim Zusperren von Postämtern nicht die restlose Erfüllung der Vorgaben geglückt ist, dieser sogar beim Einsparen von Postbediensteten nicht mal die 10.000 Personaleinheiten ganz voll brachte. Schon konnte dieser bis zu tausend Postbedienstete österreichweit mittels Dreimonats-Kettenverträgen jahrelang in illegalen Beschäftigungsverhältnissen halten. Aber ein österreichisches Gericht sprach einer Post-Bediensteten, welche über fünf Jahre mittels Kettenvertrag beschäftigt war, zu, dies in ein ordentliches Beschäftigungsverhältnis übergehen zu lassen, ohne den um 30% niedrigeren Kollektivvertrag den die "Sozialpartner" vereinbart haben, zwangsweise annehmen zu müssen. Doch nun mit neuer österreichischer Generalität und teutonischem Wesen, wird mittels dem Schwert der Berufung versucht, die Kette zu zerschlagen, welche den freien Markt und seine Mechanismen hemmt. Sollten weitere solch mieselsüchtige Angriffe von Postbediensteten mittels Justiz den "Reformeifer" im Dienste der freien Marktwirtschaft blockieren, wird der neue General zusätzliche Helden zur Zerschlagung der bestehenden Poststrukturen rekrutieren müssen. Derzeit schon ist ein privates Heer "Im Dienste der Post" flächendeckend unterwegs, um Herrn und Frau Österreicherin die Vorzüge einer kapitalmarktorientierten Zustellung näher zu bringen. Erfahrungsgemäß äußert sich dieser Fortschritt in einer Benachrichtigung, seinen Schmarrn doch selber am Postamt abzuholen, da im Reformeifer für Warten und wiederholte Zustellversuche keine Zeit sei, man werde ja nach Stück und nicht nach Zeit bezahlt. Haben in einer teilprivatisierten Post die ordentliche Bezahlung der Postbediensteten einen Hemmschuh für die Gewinnergebnisse sprich Dividenden dargestellt, so müssen jetzt nicht nur jene 1000 Postler/Innen welche mittels illegalen Kettenverträgen beschäftigt waren, sondern womöglich alle in der Post fürchten, in den neuen, 30% niedrigeren Kollektivvertrag gedrängt zu werden. Und das nicht umsonst, denn ein neuer General muß doch beweisen wie Schlachten gewonnen werden, wenn nötig mit einem neuen frischen Heer an Reformpostbediensteten. Denn die alten werden reihenweise abgebaut, allein 2009 sind es 1012 Postbedienstete. Sollte es sich hier um eine alte teutonische List handeln, die alten Postbediensteten in den ersten Reihen zulasten der öffentlichen Sozialtöpfe dem Arbeitslosenmarkt zu opfern, um mit billigen, frischen, den Kampf um Dividende und Zerschlagung der gewachsenen Poststrukturen durchzukämpfen, so ist diese bereits oft in Österreich angewendet worden. Die Namen Rüdiger vorm Walde, Alfred Ötsch und so weiter stehen für erfolgreiche Schlachten um österreichische Betriebe im Dienste deutschen Kapitals.

Das Feld ist groß, zusätzliche 293 Postämter sollen ausradiert werden, zugunsten der reformfreudigen Postpartner, welche in 450 Partnerstellen den Universaldienst professioneller, schneller und kundenfreundlicher absolvieren sollen. Derzeit gibt es 1300 Postämter und 200 Postpartner. Wie nach der Postschlacht unser Land aussehen wird, können wir uns nicht vorstellen. Einzig die Wege durch die Zustellwüste werden lange und steinig sein. Hoffnung gibt es durch ein Verfassungsgerichtshofurteil im Oktober 2009, welches die Schließung von 193 Postämtern per Bescheid stoppte. Da die jeweiligen Gemeinden nicht eingebunden waren und für diese kein "Postpartner" gefunden wurden, obwohl solche Dienste "so lukrativ" sind, kam dieses Urteil zustande. Weiters ist beachtenswert, dass in dem Urteil erstmals auch die Kunden der Post dezidiert berücksichtigt worden sind. Es gibt also derzeit für die österreichische Justiz nicht nur Kapitalinteressen, sondern auch jene der KonsumentInnen. Darauf werden starke Antworten seitens der Kapitalverbände über die Europäische Union und deren Generäle in den Betrieben zu erwarten sein. Manch ein österreichisches öffentliches Leitunternehmen ist am deutschen Saniererwesen zu Tode genesen.

Wir fordern daher:

Stopp dem Beschäftigungsabbau und der Postamtsschließungen!
Rücknahme der Teilprivatisierung der Post, damit in diesem wichtigen Bereich der Daseinsvorsorge wieder von einer Politik der maximalen Dividende zu einer Politik der bestmöglichen Bedürfnisbefriedigung - für alle bis zur letzten Adresse - umorientiert werden kann.
Aussetzen der EU-Liberalisierungsrichtlinien im Postbereich in Österreich!
Volksabstimmung über diese Maßnahmen, denn: was alle betrifft, soll auch von allen entschieden werden.

Rudi Schober


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(4) Kinder- und Jugendhilfegesetz: Mehr Verantwortung für Sozialarbeit, kein zusätzliches Geld!

Vor wenigen Wochen unterstützte die Werkstatt Frieden&Solidarität eine Resolution der in der Kinder- und Jugendwohlfahrt Beschäftigten zur Einrichtung von zumindest zusätzlich 500 Planstellen. Es kann nicht sein, daß jedesmal, wenn einzelne tragische Schicksale die Öffentlichkeit erreichen, die Verantwortung der Jugend- und Sozialämter diskutiert wird, diesen aber die Mittel zur Erfüllung ihrer Aufgaben vorenthalten werden. Diese Woche endete die Begutachtungsfrist für den Gesetzesentwurf des Familienministeriums für ein neues Kinder- und Jugendhilfegesetz. Der Dachverband der österreichischen Jugendwohlfahrtseinrichtungen kritisiert, daß im Unterschied zum ersten Entwurf - der mit den PraktikerInnen weitgehend akkordiert war, der nun vorliegende vom ministeriellen Spardiktat geprägt ist. So war ursprünglich vorgesehen, daß schwierige Entscheidungen, wie die Wegnahme von Kindern, nur nach dem Vier-Augen-Prinzip erfolgen sollen. Weiters sollte der Rechtsanspruch auf Unterstützung für Heimkinder bis zum 21. Lebensjahr ausgedehnt werden. Diese sinnvollen Vorschläge werden nun den knappen Kassen geopfert. Die Resolution SOS Jugendwohlfahrt - Jugendämter vor dem Kollaps! und weitere Infos gibt es auf:
http://www.sozialarbeit.at/index.php?option=com_joomlapetition&func= viewcategory&Itemid=&catid=1


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(5) EU-Anschlag auf regionale Kreisläufe

EUGH überlegt Klage gegen Österreich, weil in oö. Spitälern Milch aus der Region verabreicht wird.
Die Krankenhäuser des Landes OÖ werden von der ausgelagerten Gesellschaft GESPAG verwaltet. Diese hat im Jahr 2008 erstmals den Bedarf an Frischmilch und Milchprodukten (Butter, Joghurt, etc.) europaweit ausgeschrieben. Den Zuschlag erhielten allerdings fast ausschließlich regionale Versorger. Was nicht wundert, wenn man berücksichtigt, daß in der Ausschreibung z. B. die Einhaltung bestimmter Lieferintervalle - täglich frisch - ausbedungen wurden. In diesen Bedingungen erkennt der EUGH nunmehr mitunter eine Behinderung des freien Warenverkehrs und prüft deshalb ein Vertragsverletzungsverfahren gegen die Republik Österreich. Für Turbulenzen in OÖ sorgte vor wenigen Wochen das Faktum, daß das Bundesheer einen Teil seiner Milchprodukte aus Deutschland importiert. "Alle, die sich aus ökologischen und sozialen Gründen für die Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe einsetzen, müssen erkennen, eine derartige Orientierung läßt sich nur gegen das EU-Binnenmarktregime entwickeln.", meint dazu Boris Lechthaler von der Werkstatt Frieden&Solidarität.


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(6) Aktuelle Hinweise/Laufende Kampagnen

Regionalbahnen sind die Lebensadern unserer Täler - 17 Verkehrsinitiativen in Niederösterreich übergaben im Rahmen einer Kundgebung vor dem Landhaus in St. Pölten eine Petition an den nö. Landtag, in der sie gegen Streckenstillegungen (z. B.: Ybbstalbahn), Fahrplanausdünnung (z. B.: Purkersdorf Gablitz - 20 weniger Züge) protestierten und die Einrichtung eines Regionalbahnbeirates auf Landesebene forderten. "Es ist jedenfalls Zeit für eine Wende!" Eine Wende in Richtung menschen- und umweltfreundlichem Verkehr. Unterstüzten kann man/frau die Initiativen über ein Protestmail an ÖBB-Chef Klugar und Infrastrukturministerin Bures über www.puon.at/bahnprotest.

Unterdessen wächst auch die Anzahl der UnterstützerInnen der Petition der Werkstatt Frieden & Solidarität an den Nationalrat. Darin geht es um einen Stopp der Bahnliberalisierung, die Einrichtung eines Taktfahrplans, die Finanzierung des öffentlichen Verkehrs über einen Mobilitätsbeitrag und die Durchführung einer Volksabstimmung. Die Petition wurde auch in die AK-Vollversammlung als Antrag eingebracht und dort dem Verkehrsausschuß zugewiesen. Die Überparteiliche Plattform gegen die Westring-Transitautobahn mitten durch Linz (www.westring.info) macht in einer Aussendung auf die Absurdität der österreichischen Klimaschutz- und Verkehrspolitik aufmerksam. Österreich verfehlt die selbst gesteckten Klimaschutzziele deutlich, trotzdem werden neue Transitautobahnen geplant. Selbst in der Stellungnahme des Lebensministeriums in Bezug auf die Umweltverträglichkeitsprüfung zur A26 heißt es: "Durch das Vorhaben kommt es verglichen mit der Nullvariante zu deutlich höheren Emissionen an Stickoxid und Kohlendioxid. Das geplante Vorhaben steht somit in seinen Auswirkungen der Zielerreichung des Kyoto-Protokolls und auch weiterer, verbindlicher Emissionsreduktionsziele wie dem Emissionshöchstmengengesetz-Luft deutlich entgegen...".

Kampagne für Austritt Österreichs aus EURATOM: In der Zwischenzeit wollen 100 und eine Gemeinde "Raus aus EURATOM". Vorerst droht jedoch Österreich wegen deutlicher Kostenüberschreitungen beim Atomforschungsreaktor ITER eine saftige Nachzahlung. Nähere Informationen auf
http://www.raus-aus-euratom.at/ und
http://www.werkstatt.or.at/index.php?option=com_content&task=view&id=126&Itemid=68.

Amerlinghaus in Gefahr - Der Verein Kulturzentrum Spittelberg, Betreiber des Amerlinghauses in Wien 7, Stiftgasse 8, steht aufgrund drohender Subventionskürzung vor großen wirtschaftlichen Problemen. Das Amerlinghaus ist ein beliebter, weil unbürokratischer und kostengünstiger Treffpunkt vieler zivilgesellschaftlicher Initiativen, auch der Werkstatt Frieden & Solidarität. Die FreundInnen des Amerlinghauses ersuchen deshalb um Protestmails an den zuständigen Stadtrat Christian Oxonitsch, Wiener Stadtrat für Bildung, Jugend, Information und Sport,
christian.oxonitsch@wien.gv.at

Familie Zogaj-humanitäres Bleiberecht - Petition an Bundespräsidenten: Im Zusammenhang mit der unmenschlichen Entscheidung zur Abschiebung der Familie Zogaj und den inhumanen Verschärfungen beim Bleiberecht für MigrantInnen gibt es eine Petition an den Bundespräsidenten, die wir Euch ersuchen, zu unterstützen. Hier die links zur Petition
http://www.agenda2020.at/a20_migulist/index.php bzw zur Unterstützungserklärung:
http://www.agenda2020.at/a20_migulist/addentry.php

§ 278a - Der Versuch, politisches Engagement zu kriminalisieren geht weiter. So soll nun tatsächlich 10 Tierrechts-AktivistInnen nach § 278a der Prozess gemacht werden. Die "Plattform gegen Kriminalisierung von politischem Engagement" arbeitet zur Zeit an einer konkreten Solidaritätskampagne. Dieser Paragraf ist so vage und dehnbar formuliert, dass damit rasch politisches Engagement, das mächtigen Interessengruppen ein Dorn im Auge ist, kriminalisiert und mundtot gemacht werden kann. Heute trifft es Tierrechts-AktivistInnen, morgen kann es GewerkschafterInnen, UmweltschützerInnen, GlobalisierungskritierInnen, Friedensbewegte und viele andere treffen. Wer sich an dieser Solidaritätskampagne beteiligen möchte, ersuchen wir, sich mit uns in Verbindung zu setzen: office@werkstatt.or.at
Koordinationstreffen der Plattform am Do, 10. Dez. 2009, 18.00 WIST-Heim (J.W.Kleinstr. 70, EG)
Für Samstag, 19. Dez. 2009 ist eine Solidaritätsdemonstration geplant.

Globale Kampagne für das Recht auf Wasser und Gesundheit in Palästina - EWASH (=Emergency, Water and Sanitation Hygiene), eine Koalition von mehr als 30 Organisationen innerhalb von COHRE (Centre on Housing Rights and Eviction) starten diese Kampagne. Ziel ist, daß zwischen 6. und 13. Dezember 2009 möglichst viele und vielfältige Aktivitäten zum Thema durchgeführt werden. Material kann über opt@cohre.org bezogen werden. Infos auf www.cohre.org/water. Eine deutschsprachige Version des Aufrufs, übersetzt von Gerhilde Merz gibt es im
Werkstattbüro: office@werkstatt.or.at

Aufruf "Für eine solidarische, ökologische und demokratische Wende". Viele Betriebs-, GemeinderätInnen, NGO-AktivistInnen, WissenschaftlerInnen, uvm. haben bereit diesen Werkstatt-Aufruf unterstützt, der konkrete Alternativen für einen demokratischen Ausweg aus der tiefen Wirtschaftskrise aufzeigt und zum Engagement aufruft. Siehe
http://www.werkstatt.or.at/index.php?option=com_content&task=view&id=172&Itemid=1

Weiterhin in 3. Auflage erhältlich:
Finanz-, Wirtschafts-, Demokratiekrise - Bausteine für eine demokratische Wende
56 Seiten-Broschüre der Werkstatt Frieden & Solidarität, Inhaltsüberblick siehe Werkstatt-Webpage
Preis: EUR 3,- (exkl. Versand), zu bestellen: office@werkstatt.or.at

NEU: Videodokumentation vom Vortrag von Werner Rügemer zum Thema "Cross-Border-Leasing - Oder wie die Gemeinden ihre Infrastruktur in den Sand setzen" (Veranstaltung der Werkstatt Frieden & Solidarität, Wien, 22. April 2009)
auf http://www.youtube.com:80/user/werkstattfrisol

Söldner, Schurken, Seepiraten - Von der Privatisierung der Sicherheit und dem Chaos der "neuen" Kriege - Buchneuerscheinung des Österreichischen Studienzentrums für Frieden und Konfliktlösung. Das unter der Projektleitung von Thomas Roithner erstellte Buch geht auf die Schlaininger Sommerakademie im Juli 2009 zurück, umfasst 343 Seiten und kostet 9,80 Euro zuzüglich Porto. Nähere Informationen zur Publikation:
http://www.thomasroithner.at/cms/images/buecher/osek_roithner_soeldner_schurken_seepiraten.pdf


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(7) Termine:

Dienstag, 24. November 2009

Verfälschung der Belastungssituation durch Luftschadstoffe sowie manipulative Luftmesspolitik seit 2000 in Linz Pressekonferenz der Bürgerinitiative "Linzer Luft" und der überparteilichen Plattform gegen die Westring-Transitautobahn mitten durch Linz
10.30 Redoutensäle, Clubzimmer, Linz, Promenade 39

Vernetzungstreffen - Kindergartenaufstand
17.30 im WUK (U6 Währingerstr. 49), Wien

Gewaltfrei, aber nicht machtlos. Können Feinde Freunde werden?
Veranstaltung mit Herbert Peherstorfer, Versöhnungsbund
19.00 Kirche St. Anna, Seminarraum, Annagasse 3b, 1010 Wien


Mittwoch, 25. November 2009

Der echte Bildungsdialog
12.00-18.00, Kabelwerk (Oswaldgasse 35a, 1120 Wien, U6 Tscherttegasse)
Anmeldung unter: protestwelle@gmail.com
(Gratis Bustransfer von Linz: 9.30 Abfahrt vor ÖH-Bibiliothek, Anmeldung unter: 0732-2468-8652, Eur 5,- Kaution)

Licht ums Dunkel beim Parlament
20.00 Kundgebung und Umzingelung des Parlaments mit einer Lichterkette
Mehr Infos unter: www.unsereuni.at

Schatten der Vergangenheit: Nazi-Deutschland, Holocaust und der Nah-Ost-Konflikt
Vortrag mit Prof. Dr. Gert Krell, Friedensforscher, Frankfurt am Main
19.00 Wissensturm, Linz
Eine Veranstaltung der Friedensinitiative der Stadt Linz und der Volkshochschule Linz


Donnerstag, 26. November 2009

Koordinationstreffen der Werkstattgruppe Linz
17.00 Werkstattbüro, Waltherstr. 15, 4020 Linz

AktivistInnentreffen der Werkstattgruppe Wien
19.00 Werkstattbüro, Rosensteingasse 69/6, 1170 Wien
Thema: Widerstand gegen die Bahnliberalisierung in der BRD, laufende Aktivitäten

"Steuern in der Krise" - Wer zahlt wieviel Steuern?
Sozialstammtisch des KAB mit Franz Gall
19.00 Betriebsseminar; Kapuzinerstr. 49, Linz


Freitag, 27. November 2009

Präsentation des Mädchenkalenders 2010 des Vereins proFRAU
mit Sandra Selimovic und Ivana Cucujkic, anschließend Musik mit DJane Alraune
19.00 WUK, Währingerstr. 59, 1090 Wien


Donnerstag, 3. Dezember 2009

Koordinationstreffen der Werkstattgruppe Linz
17.00 Werkstattbüro, Waltherstr. 15, 4020 Linz

Krise? Welche Krise?
Podiumsdiskussion mit Erwin Buchinger und Hans Harms
18.00, AK-Bildungshaus Jägermayrhof, Römerstr. 98, 4020 Linz

Lesung und Konzert
Wir heizen der Krise ein!
Winfried Wolf liest aus seinem neuen Buch "Sieben Krisen - ein Crash".
Die rheinländische Politrockgruppe ewo stellt ihre aktuelle CD "in dieser zeit - avantipopolo 2" vor.
20.00 Celeste (Hamburgerstr. 18, 1050 Wien)


Samstag, 5. Dezember 2009

Beendet die Belagerung von Gaza!
Beendet die ethnische Säuberung von Jerusalem!
Beendet die Isolierung von Bethlehem!
Kerzenmahnwache der "Frauen in Schwarz"
14.00-16.00, Graben/Tuchlauben, 1010 Wien

Bundesweiter Bildungskongreß, Wien
Erarbeitung eines bundesweiten Forderungskatalogs
Ort und Zeit werden noch bekanntgegeben


Mittwoch, 9. Dezember 2009

Über Leben
Herwig Strobl liest aus seinem neuen Buch. Anschließend spielen "11 saiten OSTGEFÄLLE"
18.00, Landesbibliothek am Schillerplatz, Linz


Donnerstag, 10. Dezember 2009

"Das Herz von Jenin"
Filmsondervorführung der Evangelischen Akademie im Votiv Kino,
Währingerstr. 12, 1090 Wien

Koordinationstreffen der Plattform gegen Kriminalisierung politischen Engagements
18.00 WIST-Heim (J.W.Kleinstr. 70, EG)

Der Bologna-Prozess: Zwei-Klassenstudium für die Großindustrie - Wie können wir Selektionshürden verhindern?
Themenabend der Werkstatt Frieden & Solidarität, Linz
19.00 WIST-Heim (J.W.Kleinstr. 70, EG)

AktivistInnentreffen der Werkstattgruppe Wien
19.00 Werkstattbüro, Rosensteingasse 69/6, 1170 Wien
Thema: Elke Renner stellt Christoph Butterwegges neues Buch: "Armut in einem reichen Land" vor.


Samstag, 12. Dezember 2009

Vorstandssitzung der Werkstatt Frieden&Solidarität
(Alle Mitglieder sind teilnahmeberechtigt)
13.00 Werkstattbüro Wien, Rosensteingasse 69/6, 1170 Wien


Donnerstag, 17. Dezember 2009

Höchste Eisenbahn! Alternativen zur EU-gesteuerten Zerschlagung des öffentlichen Verkehrs
Diskussion mit Heinz Högelsberger (vida, verkehrspolitische Angelegenheiten) und Gerald Oberansmayr (Werkstatt Frieden&Solidarität)
19.00 Amerlinghaus (Stiftgasse 8, 1070 Wien)


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Quelle:
Werkstatt Rundbrief Nr. 25/2009 vom 23. November 2009
Werkstatt Frieden & Solidarität
Waltherstr. 15, 4020 Linz
Telefon 0732/771094, Fax 0732/797391
Mail: office@werkstatt.or.at
Internet: www.werkstatt.or.at


veröffentlicht im Schattenblick zum 24. November 2009