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BERICHT/1138: Boom für "Grüne" Energie zerstört indigene Völker (Survival)


"Survival International" - Deutsche Sektion - 9. August 2010

Neuer Bericht: Boom für "Grüne" Energie zerstört indigene Völker


Anlässlich des UN-Tages der indigenen Völker hat Survival International einen neuen Bericht veröffentlicht, welcher die verheerenden Auswirkungen großer Staudammprojekte auf indigene Völker hervorhebt. Auch deutsche und österreichische Unternehmen sind an dem Bau einiger dieser Dämme beteiligt.

Anhand von Beispielen aus Asien, Afrika und dem amerikanischen Kontinent enthüllt Survivals Bericht Serious Damage [1] die weitesgehend unbekannten Kosten der Erzeugung "grünen" Stroms durch riesige Staudämme.

Weltweit nimmt derzeit der Bau von Staudämmen rasant zu. Allein die Weltbank investiert 11 Mrd. US-Dollar in 211 Wasserkraft-Projekte weltweit.

Von den neuen Großprojekten profitieren auch das deutsche Unternehmen Voith Hydro und der österreichische Konzern Andritz AG. Beide sind am Bau des Jirau Dammes [2] in Brasilien beteiligt und haben sich, nach Berichten von Medien und anderen Organisationen, auch um Aufträge für den umstrittenen Belo Monte Staudamm beworben.

Die Auswirkungen auf indigene Völker sind tiefgreifend. Das Volk der Enawene Nawe im Amazonas [3] musste erfahren, dass die brasilianischen Behörden den Bau von 29 Dämmen an den Flüssen auf ihrem Land planen. Quer durch das Amazonasbecken sind die Gebiete fünf unkontaktierter indigener Völker [4] betroffen.

Die Penan [5] der Insel Borneo im malaysischen Bundesstaat Sarawak sollen vertrieben werden, um Platz für einen Staudamm zu machen. In Äthiopien droht einigen Völkern die Abhängigkeit von staatlicher Lebensmittelhilfe, sollte der Bau eines Staudamms auf dem berühmten Omo Fluss nicht gestoppt werden. Ein Angehöriger der Kwegu [6] aus dem Tal des Omo sagte: "Unser Land ist schlecht geworden. Sie haben uns das Wasser komplett abgedreht und wir hungern nun. Öffnet den Damm und lasst das Wasser wieder fließen."?

Hunderte brasilianischer Indigener werden sich in dieser Woche versammeln, um sich gegen den umstrittenen Belo Monte Staudamm [7] auszusprechen. Dieser bedroht das Land und die lebenswichtige Nahrungsversorgung mehrerer indigener Völker.


Survivals Bericht Serious Damage kann heruntergeladen werden unter (auf Englisch):
http://assets.survivalinternational.org/documents/373/Serious_Damage_final.pdf

Survival International ist eine weltweit aktive Nicht-Regierungsorganisation, die sich für die Rechte von indigenen Völkern einsetzt.

1. http://assets.survivalinternational.org/documents/373/Serious_Damage_final.pdf
2. http://www.survivalinternational.de/ueber/madeira-fluss-staudamme
3. http://www.survivalinternational.de/indigene/enawenenawe
4. http://www.survivalinternational.de/kampagnen/unkontaktierte
5. http://www.survivalinternational.de/indigene/penan
6. http://www.survivalinternational.de/indigene/omo
7. http://www.survivalinternational.org/about/belo-monte-dam


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Quelle:
Pressemitteilung vom 9. August 2010
Survival Deutschland
Haus der Demokratie und Menschenrechte
Greifswalderstr. 4, 10405 Berlin
Telefon: 49 (0)30 72 29 31 08, Fax: 49 (0)30 72 29 73 22
E-Mail: info@survival-international.de
Internet: www.survival-international.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 10. August 2010