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ORF - ORF1/1059: Woche vom 22.09. bis 28.09.2018


Radioprogramm ORF1 – 39. Woche vom 22.09. bis 28.09.2018


Samstag, 22. September 2018


06:00 Nachrichten


06:05 Guten Morgen Österreich


06:30 Uhr Nachrichten


06:56 Gedanken für den Tag
"In die Wüste geschickt". Der Schriftsteller David Weiss macht sich Gedanken über Sündenböcke und Neuanfänge. –
Gestaltung: Alexandra Mantler

Zehn Tage der Reue und der Umkehr verbinden das jüdische Neujahrsfest Rosch ha-Schana und den Versöhnungstag Jom Kippur, den Jüdinnen und Juden in dieser Woche begehen. Die ersten Tage des neuen Jahres stehen im Zeichen von Buße und Vergebung. Und noch ein weiteres Wort ist untrennbar mit Jom Kippur verbunden, der Sündenbock.

Der Sündenbock ist wie kein zweiter Begriff aus der Bibelübersetzung Martin Luthers zu einem fixen bildhaften Bestandteil deutschsprachiger Kultur geworden. Bei der priesterlichen Zeremonie am Jom Kippur im Jerusalemer Tempel wurden einst einem Ziegenbock symbolisch die Sünden und Vergehen der ganzen Gemeinde aufgeladen und das Opfertier wurde stellvertretend in die Wüste geschickt.

Nach der Zerstörung des Tempels im Jahr 70 n.d.Z. konnte dieses Ritual nicht mehr ausgeführt werden. Aber es fand Aufnahme in die synagogale Liturgie. Jom Kippur, der Versöhnungstag, hat heute einen zutiefst spirituellen Inhalt. Buße und Reue der eigenen Taten, Umkehr und Fasten bestimmen diesen Tag. Der Schriftsteller David Weiss macht sich in dieser Woche "Gedanken für den Tag" über Sündenböcke und Neuanfänge - auch sehr persönlich, denn vor zwei Jahren ist er von Österreich aufgebrochen und lebt nun in den USA.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


08:00 Ö1 Journal um acht


08:10 Ö1 heute


08:15 Pasticcio


08:55 Heimspiel


09:00 Nachrichten


09:05 Hörbilder
Wer bist Du, Romy? Annäherung an eine geschundene Seele. Hörstück von Barbara Braun und Peter Waldenberger.

Romy Schneider, oder schlicht und distanzlos "Romy", das ist ein Name, der längst zu einem Mythos geworden ist. Ein Mythos, der vor allem mit einer sagenhaften Schauspiel-Karriere, mit Glamour, aber auch mit zahlreichen privaten Tragödien in Verbindung gebracht wird. Gegen viele dieser Schlagworte oder auch Zuschreibungen setzte sich die 1938 in Wien geborene Künstlerin immer wieder – erfolglos – zur Wehr. Dennoch bleibt das meiste davon untrennbar mit ihrer Biographie verbunden.

In eine bekannte, über mehrere Generationen reichende Schauspieler-Familie hineingeboren, war Rosemarie-Magdalena Albach, so ihr bürgerlicher Name, wohl prädestiniert für die Schauspielerei. Schon als junges Mädchen erkannte sie allerdings die Ambivalenz des Vor-der-Kamera-Stehens, das sie mit einer Sucht, "einem süßen Gift" verglich.

Trotzdem widmete "Romy" von ihrem 14. Lebensjahr an bis zu ihrem rätselhaften Tod im Alter von nur 43 Jahren einen Großteil ihres Lebens dem Film. Am 23. September 2018 wäre Romy Schneider 80 Jahre alt geworden. Ein theatrales Porträt über das kurze Leben und den langen Nachruhm eines Weltstars, das einige wenig bekannte Aspekte in Leben und Werk der Künstlerin verhandelt.


10:00 Nachrichten


10:05 Ö1 Klassik-Treffpunkt
Live aus dem RadioCafe in Wien. Gast: Dennis Russell Davies.
Präsentation: Renate Burtscher

Seit Beginn des Jahres ist Dennis Russell Davies Chefdirigent der Philharmonie Brünn, mit ihm als Gast gestaltet Renate Burtscher diesen Klassik-Treffpunkt, live im RadioCafe und in Ö1. Der ehemalige Chefdirigent des ORF Radio-Symphonieorchesters Wien und zuletzt des Bruckner Orchesters Linz gilt als Förderer zeitgenössischer Musik, gab im Laufe seiner Karriere zahlreiche neue Werke in Auftrag und leitete deren Uraufführungen bzw. Einspielungen.

Geboren wurde Dennis Russell Davies 1944 in Ohio (USA), an der Juilliard School of Music in New York studierte er Klavier und Dirigieren und gründete gemeinsam mit Garrett List das Juilliard Ensemble. Von 1972-80 war Davies Music Director des Saint Paul Chamber Orchestra, während dieser Zeit gründete er 1977 auch das American Composers Orchestra in New York, das er bis 2002 leitete und war zudem von 1990-96 Leiter von Brooklyn Philharmonic.

1980 wurde der Dirigent als Generalmusikdirektor nach Stuttgart an die Württembergische Staatsoper berufen, wo er u.a. auch Premieren von Opern von Philip Glass leitete und in enger Zusammenarbeit mit Regisseuren wie z.B. Robert Altman für neuartige Produktionen sorgte. Leitende künstlerische Funktionen hatte er beim Stuttgarter Kammerorchester, beim Orchester der Beethovenhalle Bonn und dem Symphonieorchester Basel über, ehe er von 1997-2002 als Chefdirigent mit dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien zusammen arbeitete und im Anschluss daran nach Linz ging, um die Position des Chefdirigenten des Bruckner Orchesters Linz und des Landestheaters Linz zu übernehmen.

Davies ist gern gesehener Gastdirigent bei Festivals, wie dem Aspen Music Festival, den Bayreuther Festspielen (1978-80, "Fliegender Holländer) und der Salzburger Festspiele (1998 Kurt Weills "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny") sowie bei internationalen Orchestern, wie den Berliner und Münchner Philharmonikern, beim New York Philharmonic Orchestra oder dem Philadelphia Orchestra.

Seit 1997 hat Dennis Russel Davies eine Professur für Dirigieren am Salzburger Mozarteum und wurde 2009 in die American Academy of Arts and Sciences aufgenommen. Was den Dirigenten an der Position bei der Philharmonie Brünn interessiert und herausfordert, das versucht Renate Burtscher im Gespräch mit ihrem Gast Dennis Russell Davies in diesem "Klassik-Treffpunkt" zu erörtern.


11:35 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:40 help – das Konsumentenmagazin


12:00 Ö1 Mittagsjournal


12:56 Ö1 heute


13:00 Le week-end
Mit Elke Tschaikner und Christian Scheib


14:00 Ö1 Hörspiel
"Der Rosenkavalier" von Hugo von Hofmannsthal. Mit Julia Stemberger, Robert Meyer, Chris Pichler, Leonie-Carolina Adam, Christoph Wagner-Trenkwitz.
Musik: Toni Burger, Christian Kapun, Ton: Martin Leitner, Bearbeitung: Chris Pichler, Renate Pittroff, Regie: Renate Pittroff (ORF 2016)

Hugo von Hofmannsthals Text zur Oper "Der Rosenkavalier" kann als eigenständiges literarisches Werk gelten. Nach 100 Jahren sind Sprache und Inhalt allerdings ein wenig fremd geworden. Die Hörspiel-Adaption der Regisseurin Renate Pittroff versucht auf vielfältige Weise, uns die Welt des "Rosenkavaliers" wieder näherzubringen.

Durch das Darstellerteam (Erzähler/Faninal: Christoph Wagner-Trenkwitz, Marschallin/Annina: Julia Stemberger; Octavian: Chris Pichler; Ochs: Robert Meyer, Sophie: Leonie-Carolina Adam) und den Musiker Toni Burger wurde ein entspannter Zugang zum Text gefunden, mit dem Richard-Strauss-Experten Christoph Wagner-Trenkwitz kommen auch die Hintergründe der Entstehung von Libretto und Oper, die Beziehung zwischen Autor und Komponist und inhaltliche Details des Werks zur Sprache.


15:00 Nachrichten


15:05 Apropos Klassik
mit Nicole Brunner. Ausschnitte aus den weekend Konzerten vom Festspielsommer (Teil 2) mit Sergey Akimov, Gábor Káli und Erina Yashima und der Camerata Salzburg.

In drei Konzerten Anfang August hatten die zwei Finalisten und die Finalistin die Gelegenheit zusammen mit der Camerata Salzburg zu musizieren. Die Award weekend Konzerte wurden am 3., 4. und 5. August im Großen Saal der Stiftung Mozarteum aufgenommen.

Gestaltung: Gerti Mittermeyer


16:57 Ö1 heute


17:00 Nachrichten


17:05 Diagonal – Radio für Zeitgenoss/innen
attacca subito – Diagonal zum Thema "Musik hören – Musik verstehen".
Oder: Die Danzinger-Mayer-Show.
Präsentation: Christian Scheib

Nein, "attacca" meint hier keine militärische Strategie, sondern ist eine musikalische Handlungsweisung. Das Eine möge auf das Andere ganz unvermittelt folgen. Ohne Satzpause. Johannes Leopold Mayer und Gustav Danzinger würden jetzt vielleicht augenblicklich einwenden, dass die Hinzufügung von "subito" ohnedies schon eine Tautologie sei. "attacca" unmittelbar aufeinander zu folgen ginge ja sowieso nicht ohne "subito". So spitzfindig wissend sind sie beide allemal. Um Wahrnehmung von Musik, um Deutung von Musik, um Interpretation von Musik, also schlussendlich um das Verhältnis von Mensch, Musik und Welt möge es gehen, wenn Johannes Leopold Mayer und Gustav Danzinger sich in diagonalem Format über Musik unterhalten und diese auch präsentieren. "Musik hören – Musik verstehen": Dieser so wunderbar sperrig klingende wie semantisch eindeutige Titel wurde schon öfters verwendet, unter anderem auch von Ö1 noch in den 80er und 90er Jahren. Aber nun machen wir eine Show daraus.

Schon das Wort "Show" mag allerdings versierte Ö1-Hörer/innen erstaunen, wenn sie es im Kontext der Namen dieser beiden langjährigen, hochverdienten Ö1-Musikredakteure hören: Johannes Leopold Mayer und Gustav Danzinger. Jeder von den Beiden prägte auf seine eigene, spezielle Art über Jahre und Jahrzehnte den Ton von Ö1. Den Ton in mehrfacher Hinsicht dieses Wortes: Meist widmen sie ihre Worte den Tönen und tönen dabei wie die personifizierte Verlässlichkeit unterhaltender Information. So unterschiedlich ihre Herangehensweisen auch sein mögen, Eines haben sie gemeinsam: Mit stupendem Fachwissen und der feinen Klinge wohlgewählter Worte der Musik auf den Grund zu gehen ebenso wie ihr Richtung Himmel folgen zu wollen.

Nun ist es nicht mehr lange hin und beide, Johannes Leopold Mayer ebenso wie Gustav Danzinger, gehen in Pension. Ein gepflegter Unruhestand sei ihnen dann vergönnt, aber eines fordern wir vorher noch ein. Denn so viel sie auch moderiert haben, sie haben noch nie zu zweit in Doppelconference die Welt der Musik und unsere Hörwelt durchpflügt und umgegraben. Das verbale attacca subito zwischen Johannes Leopold Mayer und Gustav Danzinger in ein und derselben Sendung hat es noch nie gegeben. Für Diagonal begeben sie sich nun erstmals gemeinsam in die Mitte ihrer musikalischen Leidenschaften ebenso wie an die Ränder dessen, was man noch Herzeigen will: Wir rechnen ehrlich gestanden mit einigen doppelten Böden voll vibrierenden Hintersinns. Eben: Die erste "Danzinger-Mayer-Show".


19:00 Nachrichten


19:05 Tao – Religionen der Welt
"Vom 'Vater unser' zu 'Allahu akbar'". Konvertitinnen und Konvertiten unterschiedlichster Religionen erzählen über ihre Erfahrungen. -
Gestaltung: Kerstin Tretina

Halt und Lebenssinn suchen viele Konvertitinnen und Konvertiten in der neuen Religion, geht aus Studien hervor. Menschen wechseln ihre Religion bzw. treten einer anderen Religionsgemeinschaft bei und bekommen so eine neue Struktur in ihrem Leben. Konversionen vom Christentum zum Islam und vom Islam zum Christentum erregen derzeit besonders viel Aufmerksamkeit.

"Die neuen Muslime", wie auch ein neues Buch der Islamwissenschaftlerin Susanne Kaiser heißt, werden in der Debatte oft in Zusammenhang mit der streng-religiösen, ultrakonservativen Strömung des Salafismus in Verbindung gebracht – zu Recht und zu Unrecht. "Neue Christen" gibt es in Österreich wieder vermehrt seit der sogenannten Flüchtlingswelle 2015.

Allein die römisch-katholische Kirche hat im vergangenen Jahr mit rund 750 Erwachsenentaufen einen massiven Anstieg verzeichnet, drei von vier Täuflingen hatten einen muslimischen Hintergrund. Zudem orten manche Experten auch in islamischen Ländern – als Gegenreaktion zum früheren IS-Terror – einen Trend zum Christentum.

Jeder Mensch hat "das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht schließt die Freiheit ein, seine Religion oder seine Weltanschauung zu wechseln (?)", sagt Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die heuer 70 Jahre alt wird. Dieses Recht wird Menschen in den unterschiedlichen Staaten und Rechtssystemen in unterschiedlichem Maße gewährt.

Die Skala reicht von völliger Toleranz bis hin zur Tötung von Konvertitinnen und Konvertiten in manchen islamischen Ländern wegen Apostasie (Abfall vom Glauben). Konversionen sind in den meisten Religionen mit einigen Hürden verknüpft. Will man etwa zum Judentum konvertieren, gilt es viel zu lernen – und für Männer zusätzlich, sich beschneiden zu lassen. In Israel hat heuer ein Gesetzesentwurf für Aufsehen gesorgt, nach dem Glaubenswechsel zum Judentum nur mehr nach strengorthodoxem Modus zugelassen werden sollten.

Konvertitinnen und Konvertiten wird eine starke religiöse Überzeugung nachgesagt, welche Motive hatten sie für ihre weitreichende Entscheidung und wie zufrieden sind sie nach der Konversion damit? Wie sind sie in ihre neue Religionsgemeinschaft eingebunden? Gibt es Trends in Bezug auf Konversionen? Werden sie in einer multi-religiösen, pluralen Gesellschaft mehr? Kerstin Tretina hat Expertinnen und Experten dazu befragt und mit Konvertitinnen und Konvertiten unterschiedlichster Religionen über ihre Erfahrungen gesprochen.


19:30 Gioachino Rossini: "Ricciardo e Zoraide"
Mit Juan Diego Flórez (Ricciardo), Pretty Yende (Zoraide), Sergei Romanovsky (Agorante), Nicola Ulivieri (Ircano), Victoria Yarovaya (Zomira), Xabier Anduaga (Ernesto), Sofia Mchedlishvili (Fatima) u.a. Chor des Teatro Ventidio Basso, Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI; Dirigent: Giacomo Sagripanti (aufgenommen am 11. August 2018 in der Adriatic Arena in Pesaro im Rahmen des "Rossini Opera Festivals").
Präsentation: Chris Tina Tengel


23:00 Nachrichten


23:03 Nachtbilder – Poesie und Musik
"Mit allen Sinnen". Von Petra Ganglbauer.
Gestaltung: Nikolaus Scholz
Redaktion: Edith-Ulla Gasser

Wie ist das, wenn man durch die Stadt schlendert, in der man aufgewachsen ist, und wo man lange gelebt hat? Wenn diese Stadt einem zwar nicht wirklich fremd geworden ist, sie aber auch nicht mehr vertraut erscheint? Man lebt inzwischen zwar nicht wirklich weit entfernt von ihr, man war auch immer mal wieder hier - und doch entzieht sich die Stadt in dem Maß, in dem man sich bemüht, sie neu zu erkennen. Genau so ergeht es Petra Ganglbauer mit ihrer Geburts-und Studienstadt Graz. Die Autorin hat in kurzen Texten einerseits Erinnerungs-Anker ausgeworfen, und zwar mithilfe der Beschwörung von Straßennamen, Gerüchen, kleineren und größeren Ereignissen in der Vergangenheit. Und sie hat andererseits auch versucht, diese Anker wieder zu heben, um die gegenwärtige Wahrnehmung zu befreien. Entstanden ist auf diese Weise eine unruhig wechselnde Bildserie der Stadt an der Mur, changierend zwischen Lyrik und Prosa, und gesehen durch die Brille einer suchenden Person, die ihre eigene Beziehung zu diesem Lebensort noch nicht geklärt hat.

Petra Ganglbauer wurde 1958 in Graz geboren, sie lebt als freie Autorin und Radiokünstlerin in Wien und im Burgenland.

*

Sonntag, 23. September 2018


00:00 Nachrichten


00:05 Die Ö1 Jazznacht
Die Ö1 Jazznacht mit Frank Hoffmann. Die Klagenfurt-New York-Connection: Klemens Marktl im Jazznacht-Studio, Pat Martino im Jahr 2000 im Yoshi's in Oakland.

01:00, 03:00 und 05:00 Uhr Nachrichten

Der 42-jährige Klemens Marktl zählt zu den international bekanntesten Schlagzeugern der österreichischen Szene. Der gebürtige Klagenfurter studierte in seiner Heimatstadt, danach in Den Haag und Amsterdam, anschließend zog es ihn nach New York, wo er – inzwischen wieder in Österreich beheimatet – bis heute über ausgezeichnete Szene-Kontakte verfügt.

Im Juni 2016 war Klemens Marktl an der letzten Aufnahme des legendären Pianisten Don Friedman beteiligt. Zudem arbeitete und arbeitet er mit namhaften Musikern wie Saxofonist Chris Cheek, Pianist Aaron Goldberg und Vibrafonist Joe Locke zusammen. Frank Hoffmann bittet Klemens Marktl zum Gespräch und präsentiert das Konzert von Meistergitarrist Pat Martino mit seinen Triopartnern Joey DeFrancesco (Hammond-Orgel) und Billy Hart (Schlagzeug) im Jazzclub Yoshi's in Oakland, Kalifornien, vom Dezember 2000.


06:00 Nachrichten


06:05 Guten Morgen Österreich


06:30 Uhr Nachrichten


06:55 Zwischenruf
von Superintendent Olivier Dantine (Innsbruck)


07:00 Nachrichten


07:05 Lebenskunst – Begegnungen am Sonntagmorgen
Lebensweisen – Glaubenswelten. Ein Panorama am Sonntagmorgen mit Reportagen und Berichten aus der Welt der Religion und Religionen.


08:00 Ö1 Journal um acht


08:10 Ö1 heute


08:15 Du holde Kunst
"Wenn Dichter sich und uns von Liebesglück belügen" – Sylvester Groth liest Liebesgedichte von Eduard Mörike.
Gestaltung: Klaus Gmeiner
Bearbeitung: Gudrun Hamböck.

Vom Selbstverlust im Glück, der Bodenlosigkeit des Liebesbedürfnisses, von der schlafraubenden Sehnsucht und dem Gespenst des Endes – Eduard Mörikes Liebesgedichte sind nicht mehr von klassischer Überhöhung oder romantischer Entgrenzung geprägt, sie poetisieren Erfahrung mit der verhaltenen Erotik und der Innigkeit des Biedermeier. Zu Mörikes Gedichten ist Musik von Luigi Boccherini zu hören.


09:00 Nachrichten


09:05 Gedanken
Der Autor und Journalist Christian Seiler macht sich Gedanken über die vielen Vorteile der fußläufigen Fortbewegung: das Gute am Gehen.
Gestaltung: Peter Blau

Schwerpunktwoche: BEWUSST GESUND "Stressfrei durch Bewegung" Dass man eine Strecke von A nach B zu Fuß bewältigen kann, ist für den Autor und Journalisten Christian Seiler eigentlich nur ein positiver Nebeneffekt. Denn ihm geht es um die menschliche Geschwindigkeit, um die Bodenhaftung, um die viel intensivere, weil schrittweise Wahrnehmung der Umwelt und um das bewusstseinserweiternde Sich-Gehen-Lassen. So abgedroschen der Spruch auch sein mag, auf Christian Seiler trifft er täglich zu: Der Weg ist das Ziel.

Als "meditative Gedankenlosigkeit" beschrieb Christian Seiler selbst eine Variante seiner täglichen Spaziergänge unlängst in seiner seit zwei Jahren im "Kurier" erscheinenden Kolumne "Gehen": "Gehen ist für mich täglicher Eskapismus. Die Entscheidung, den Schreibtisch sein zu lassen und mich hinaus in den Sommer zu begeben, gehört zu den Privilegien meines Arbeitslebens. Ich gehe dann, ohne die Arbeit einzustellen, entlang von Wegen, die ich aus dem Effeff kenne, sodass mich nichts ablenkt oder überrascht, kein natürliches Phänomen, keine architektonische Pointe, nur eines: Wenn sich eine Veränderung einstellt".

In der heutigen Sendung macht er sich Gedanken u.a. über die Zerlegung des aufrechten Gangs in instabile Schritte, die klärende Kraft des rhythmischen In-sich-Gehens, die körperlich wohltuende Wirkung regelmäßigen Zufußgehens – und über die ungeahnten Erkenntnisse, die Einem das Spazieren in der Fremde oder gar an dafür völlig ungeeigneten Orten beschert. Gedanken über das Gute am Gehen.

Christian Seiler (geb. 1961) arbeitete als Kulturjournalist und Redakteur beim "Wiener", der Züricher "Weltwoche" und beim "profil". Seit 2005 schreibt er Kolumnen für zahlreiche deutschsprachige Zeitungen und ist als Buchautor tätig – vor allem zu kulinarischen Themen und als Biograf prominenter Zeitgenossen. Unter anderem ließen sich bereits Toni Innauer ("Der kritische Punkt"), Hans Söllner ("Freiheit muss weh tun"), Philipp Lahm ("Der feine Unterschied") und André Heller ("Feuerkopf") von ihm porträtieren. Noch heuer soll seine Biographie von Willi Resetarits erscheinen.


10:00 Nachrichten


10:05 Ambiente – von der Kunst des Reisens
Reisemagazin, u.a. mit: Auf der Spur der Zirbe. Unterwegs im Tiroler Pitztal. Von Stefan Spath; Ballermann-Moloch oder Exempel für nachhaltiges Bauen – Ein Lokalaugenschein in Benidorm von Edgar Schütz; Im Zentrum der malaiischen Kultur – Ein akustischer Streifzug durch Kuala Terengganu. Von Ernst Weber.
Redaktion: Ursula Burkert

Auf der Spur der Zirbe. Unterwegs im Tiroler Pitztal.
Wer nicht mit einem Guide des Naturparks Kaunergrat einen der größten Zirbenwälder Österreichs durchwandert, kann in einem 2015 eröffneten Zirbenpark alles über die "Königin der Alpen" in Erfahrung bringen. Auch die kulinarischen Facetten der Kiefernart werden im Pitztal ausgelotet - vom Zirbensirup über den Zirbenschnaps bis zum Zirbensenf reicht das Angebot. Höher als jede Zirbe klettern kann, nämlich auf 3.440 Meter, liegt am Hinteren Brunnenkogel die Bergstation der Wildspitzbahn – ein Ort der touristischen Rekorde. Österreichs höchstgelegener Punkt, der mit Seilbahn erreicht werden kann, verfügt über ein Panoramacafé mit Blick über ein Meer von Dreitausendern. Im höchstgelegenen Kaffeehaus der Alpenrepublik hat auch ein Trauungssaal Platz. Die Höhe hat ihre Tücken: Einen guten Kaffee zuzubereiten, erfordert Fingerspitzengefühl, und auch der Kuchen, der im Café 3440 serviert wird, muss eine Etage tiefer nach eigenen Kriterien zubereitet werden.

Ballermann-Moloch oder Exempel für nachhaltiges Bauen.
Sie stechen in den Himmel und ins Auge: Die Wolkenkratzer von Benidorm, die dem ehemals beschaulichen Fischerdorf an der Costa Blanca einen eher zweifelhaften Ruf eingebracht haben. Der Stadtarchitekt José Luis Camarasa ist freilich von dem Konzept überzeugt: Je höher die Bauten, desto kleiner dafür die notwendige Fläche. Es handle sich also um eine umweltschonende und nachhaltige Architektur, die auch ihre historischen Wurzeln hat. Benidorm war seit jeher der Heimatort von Matrosen und Seeleuten. Sie kamen in der Welt umher und sahen so bereits zu Beginn des 20. Jahrhundert die Skyline von Manhattan. Als dann der Fremdenverkehr seinen Siegeszug antrat, wollten sie dieses Lebensgefühl an das Mittelmeer transferieren. In Bürgermeister Pedro Zaragoza Orts (1922 – 2008) fanden sie einen kongenialen Partner. Er galt als Pionier des modernen Tourismus. Heute gibt sich Benidorm neben seinen Partymeilen mitunter auch naturverbunden. Knapp außerhalb der Küstenmetropole lassen sich mit Fahrrad oder E-Bike durchaus urige Küstenabschnitte erkunden …

Im Zentrum der malaiischen Kultur.
Kuala Terengganu ist die Hauptstadt des Bundesstaates Terengganu und liegt an der Ostküste am Südchinesischen Meer. Die ruhige Stadt ist Ausgangspunkt für Fahrten zu den Taucherinseln Pulau Perhentian und Redang. Kuala Terengganu ist eine sehr alte Stadt, sie wurde von chinesischen Händlern als Handelsposten errichtet. Vor allem Goldstaub und Pfeffer wurden verschifft. Die Stadt verlor an Bedeutung, als die Häfen Melaka und Singapur wichtiger wurden. Die Chinatown der Stadt erinnert an die alte Handelszeit; 1998 wollte man sie abreißen, dann wurde sie restauriert und zählt heute zu den größten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Sehenswert sind auch die großen Moscheen der Stadt - besonders die Kristallmoschee lockt viele Besucher an. Die Moschee liegt im sogenannten "Islamic Heritage Park" auf der vorgelagerten Insel.


11:00 Nachrichten


11:03 Matinee live (Dolby Surround)
Wiener Philharmoniker, Dirigent: Herbert Blomstedt. Franz Berwald: Symphonie Nr. 3 C-Dur, "Symphonie singulière" * Antonin Dvorak: Symphonie Nr. 7 d-Moll op. 70 (Übertragung aus dem Großen Musikvereinssaal in Wien in Dolby Digital 5.1)


11:50 (in der Pause) Intermezzo – Künstlerinnen und Künstler im Gespräch


12:10 Matinee live (Dolby Surround)
Wiener Philharmoniker, Dirigent: Herbert Blomstedt (Übertragung aus dem Großen Musikvereinssaal in Wien in Dolby Digital 5.1)


12:56 Ö1 heute


13:00 Ö1 Sonntagsjournal


13:10 gehört.gewusst. Das Ö1 Quiz
Drei Kandidatinnen und Kandidaten aus ganz Österreich lösen mit Doris Glaser raffinierte Rätsel aus den Bereichen Kultur, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Dabei kann allwöchentlich ein Gutschein für den ORF-Shop im Wert von 150 Euro erspielt werden. Zur Auswahl stehen erlesene Hörbücher, Klassiker aus der Kabarett-Edition, Aufnahmen des Radiosymphonieorchesters, Raritäten aus der Edition "Alte Musik" u.v.m.

Außerdem erhält jede Kandidatin, jeder Kandidat, die Ö1 Club-Mitgliedschaft, ein Jahresabo des Klassik-Streaming-Portals fidelio und eine Grafik aus der Ö1 Talentebörse. Die Besten der Besten spielen Ende Jänner 2019 in einer öffentlichen Superchampions-Runde um eine Ö1 Flusskreuzfahrt für zwei Personen am Rio Douro in Portugal.

Wenn Sie selber mitspielen wollen, melden Sie sich an unter:
oe1.orf.at/quiz/anmeldung


14:00 Nachrichten


14:05 Menschenbilder
Der Schriftsteller und Zeichner Günter Brus. Zum 80.Geburtstag

Sein Ruf als "Aktionist" ist legendär. Auch als Zeichner kennt man Günter Brus. Weniger bekannt ist der Schriftsteller Günter Brus, der mit seinem Roman "Irrwisch" ein irritierendes Beispiel avantgardistischer experimenteller Literatur veröffentlicht hat. "Die Geheimnisträger" und "Amor und Amok" heißen zwei weitere Romane des vielseitigen Künstlers.

Am 27. September feiert er seinen 80.Geburtstag.
Geboren 1938 in Ardning in der Steiermark besuchte Günter Brus von 1957 bis 1960 die Akademie für angewandte Kunst in Wien.1964 begründete er mit Otto Mühl, Hermann Nitsch und Rudolf Schwarzkogler den "Wiener Aktionismus".

Ihm gelinge in seinem Werk eine "quecksilberhafte Korrespondenz mit dem eigenen Bewusstsein" schreibt sein Freund Gerhard Roth über die Arbeiten von Günter Brus. Was er zeige, seien "Stücke rigorosester Privatheit". Ein Besuch bei Günter Brus in Graz.

Gestaltung: Heinz Janisch


14:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


15:00 Nachrichten


15:05 Apropos Oper
Zu Gast im Teatro La Fenice von Venedig: Ausschnitte aus Vincenzo Bellinis Oper "Norma", mit Mariella Devia (Norma), Carmelo Remigio (Adalgisa), Stefan Pop (Pollione), Luca Tittoto (Oroveso), u.a., sowie Chor und Orchester des Teatro La Fenice, unter der musikalischen Leitung von Riccardo Frizza (aufgenommen am 13. Mai 2018).
Gestaltung: Michael Blees


16:00 Ex libris
Bücher, Menschen, Themen. Moderation: Nicole Dietrich Frankfurter
Buchmesse 2018: Ehrengast Georgien/2

Davit Gabunia: Farben der Nacht, Roman, Rowohlt Berlin (Übersetzung: Rachel Gratzfeld)

Geheimnisse

Ally Klein: Carter, Roman, Droschl Verlag
Adolf Muschg: Heimkehr nach Fukushima, Roman, C.H. Beck Verlag
Maxim Biller: Sechs Koffer, Roman, Kiepenheuer & Witsch Verlag
Marjana Gaponenko: Der Dorfgescheite. Ein Bibliothekarsroman, C.H. Beck Verlag

Jugendbuch des Monats


16:55 Ö1 heute


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:10 Spielräume Spezial
Zum Geburtstag von Les McCann.
Gestaltung: Klaus Wienerroither

Der Pianist und Sänger Les McCann feiert heute seinen 83. Geburtstag. Der tief im Gospel und Blues verwurzelte Mann aus Lexington, Kentucky gilt als einer der Pioniere des sogenannten Soul Jazz. Unvergesslich ist seine Version des Gene McDaniels Klassikers "Compared to what" zusammen mit dem Saxofonisten Eddie Harris. Als einer der ersten Jazzmusiker hat McCann regelmäßig elektrisches Klavier, Clavinet und diverse Syntheziser in sein Instrumentarium integriert. Als Komponist war er nicht immer geschmackssicher, aber seine besten Aufnahmen sind ein stimmiges Amalgam aus Jazz, Funk, Soul und Blues.


17:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:15 Moment am Sonntag Es lebe der Minimalismus! Verzicht als Lebensmotto Ob das Vermeiden von Plastikmüll oder der Versuch, das eigene Konsumverhalten einzuschränken: Askese bereichert das Leben, sagen jene, die den Verzicht zu ihrem Lebensmotto erklären. Rund 10.000 Dinge nennt ein Mitteleuropäer im Schnitt sein Eigen – und benötigt im Alltag nicht einmal die Hälfte davon. Statt im ewigen Kreislauf von Arbeit, Shoppen und Ausmisten gefangen zu sein, setzen viele auf "Downshifting" und Minimalismus. Zeitgenossinnen und -genossen erzählen über ihre Versuche, mit weniger Ballast mehr vom Leben zu haben.

Gestaltung: Bea Sommersguter


19:00 Nachrichten


19:05 Contra – Kabarett und Kleinkunst
Im Glanz der Vergeblichkeit – Vergnügte Elegien von Sebastian Krämer.
Eine Vorschau auf die Wien-Premiere von Peter Blau; Michael Buchinger: "Lange Beine, kurze Lüsgen!"
Gestaltung: Silvia Lahner

Während sich zeitgenössischer Deutschpop in der Exaltierung von Emotionen gefällt, verlegt sich der deutsche Sänger und Dichter Sebastian Krämer, aufs Gegenteil: beispielhafte Contenance als Umzäunung beispielloser Abgründe.

Vergnügte Elegien, ein Genre, das zu diesem Zweck eigens erfunden werden musste, führen den Beweis: Schlimmes kann durchaus bekömmlich sein – je nachdem, wie man es anrichtet. Die Quellen, aus denen diese etwas anderen Stimmungslieder schöpfen, sind dunkel. In den Kommentaren gibt sich Krämer kapriziös, in den Liedern lieblich bis derb. Und je burlesker die Fassade, desto filigraner die Botschaft. Das ist Klagen auf hohem Niveau.

Michael Buchinger, 1992 in Wien geboren, ist YouTuber und schreibt für Vice, Miss und DIE WELT. Er hat Anglistik studiert und erhielt 2015 den Deutschen Webvideopreis in der Kategorie Lifestyle für sein Format "Michaels Hass-Liste". Sein erstes Buch, "Der Letzte Macht den Mund zu", stieg auf Platz 11 der SPIEGEL-Bestsellerliste ein. 2017 erschien sein zweites Buch "Lange Beine, kurze Lügen: Michi schenkt euch reinen Wein ein", wie auch sein erstes Bühnenprogramm.


19:30 Das Ö1 Konzert live (Dolby Surround)
Eivind Berg, Orgel; Julia Hagen, Violoncello. Johann Peter Emilius Hartmann: Sonate für Orgel g-Moll op. 58 * Joseph Rheinberger: Abendlied aus: "Sechs Stücke für Violine und Orgel" op. 150 (Fassung für Violoncello und Orgel) * César Franck: Pièce heroique h-Moll M 37 * Sofia Gubaidulina: In Croce für Violoncello und Orgel * Max Bruch: Kol Nidre, Adagio über hebräische Melodien op. 47 (Bearbeitung für Violoncello und Orgel von Heinrich Reimann) * Otto Olsson: Präludium und Fuge dis-Moll op. 56 (Übertragung aus dem RadioKulturhaus in Wien im Rahmen der "Jeunesse" in Dolby Digital 5.1).

Präsentation: Eva Teimel

Romantische Klänge aus dem hohen Norden, ein heroischer Abstecher in das Orgelland Frankreich und vom tiefen Glauben inspirierte Auseinandersetzungen mit christlichen und hebräischen Traditionen prägen das erste Konzert des gemeinsam von Ö1 und Jeunesse veranstalteten Orgelzyklus.

Der junge norwegische Organist Eivind Berg unternimmt diese musikalische Reise und stellt Raritäten aus dem europäischen Norden vor, darunter eine Sonate des dänischen Romantikers Johann Peter Emilius Hartmann. Gemeinsam mit der fabelhaften Salzburger Cellistin Julia Hagen, u. a. Gewinnerin der International Cello Competition Benedetto Mazzacurati 2016 und "Featured Artist 2018/19" der Jeunesse, musiziert er Max Bruchs berühmtes "Kol Nidre" über hebräische Melodien und "In Croce" der russischen Komponistin Sofia Gubaidulina, eine intensive Meditation über das Kreuz-Symbol des christlichen Glaubens.

Den französischen Akzent dieses abwechslungsreichen Programms steuert César Francks Pièce heroique bei, ein prachtvolles Werk, das für die erste Konzertorgel Frankreichs entstanden ist, die 1878 im Rahmen der Pariser Weltausstellung im "Palais du Trocadéro" errichtet wurde.
(Jeunesse)


21:10 Ö1 Kunstsonntag live


21:40 Ö1 Kunstsonntag: Neue Texte
"Bruchstücke". Von Ursula Wiegele. Es liest: Ninja Reichert. Redaktion und Gestaltung: Günter Encic

Vera Pascoli, Tochter einer "volksdeutschen" Kanaltalerin und eines Italieners, lebt nach dem Erdbeben in Oberitalien 1976 mit den Eltern und der Großmutter in einem Zelt am Rande des zerstörten Ortes Venzone. Nach neuerlichen Erdbeben muss Vera nach Lignano ausweichen, wo es Winterquartiere gibt. Ihre Eltern bleiben im Zelt zurück. Vera geht zu Verwandten nach Kärnten, wo sie in Villach die Schule besucht. Nach und nach erfährt sie dort, was sie aus Erzählungen ihrer Eltern bereits gehört hat: die schwierigen Beziehungen zwischen Italienern und "Deutschen/Österreichern".

Die gebürtige Kärntnerin Ursula Wiegele lebt seit langem schon in Graz. Themen aus ihrer früheren Heimat haben sie jedoch auch literarisch nie ganz losgelassen. Wiegele setzt die Romanhandlung in den Jahren 1976 und 1977 an. Durch Rückblenden bis zum Ersten Weltkrieg erweitert Wiegele aber ihren Erzählraum.


22:00 Nachrichten


22:05 Ö1 Kunstsonntag: Überblick


22:08 Ö1 Kunstsonntag: Zeit-Ton extended
Zu Besuch bei unserem ICAS Partner Festival in Uganda.
Gestaltung: Susanna Niedermayr und Oliver Baurhenn

Unser diesjähriger Shape Showcase führte uns nach Uganda, zu unserem neuen ICAS Partner-Festival Nyege Nyege, das vom 6. bis zum 9. September zum bereits vierten Mal auf dem Gelände des Nile Discovery Resorts stattfand, nur einen Kilometer von jenem Ort entfernt, an dem der Nil entspringt. Nyege bezeichnet in der in Süd-Uganda gebräuchlichen Sprache Luganda jenes Gefühl das einen überkommt, wenn man plötzlich den unwiderstehlichen Drang zu Tanzen verspürt.

Eine ganz wunderbare Beschreibung für diese so bunte, lebensfrohe und engagierte Unternehmung. Ursprünglich von Derek Debru und Arlen Dilsizian gegründet umfasst Nyege Nyege, dessen Zentrale sich in der ugandischen Hauptstadt Kampala befindet, weiters eine Reihe von Community Studios, ein Artist in Residence Programm und das Label und die Booking Agentur Nyege Nyege Tapes. Außerdem ist die Plattform Heimat der Party Crew Boutiq Electroniq. Das alljährliche Festival an den Ufern des Nils entwickelte sich schnell zum wichtigsten Treffpunkt für Musikschaffende und Musikbegeisterte in ganz Ostafrika.

Das Festivalnetzwerk ICAS der International Cities of Advanced Sound wurde 2007 vom ORF musikprotokoll im steirischen herbst mitbegründet und zählt mittlerweile über dreißig Mitglieder. Ende 2014 haben wir gemeinsam mit 15 europäischen ICAS Festivals die Plattform Shape für spannende neue Projekte aus dem Bereich der Musik und audiovisuellen Kunst gegründet. Nach Jinja begleitet haben das musikprotokoll der Wiener Elektronikmusiker Kimyan Law, der familiäre Verbindungen in den benachbarten Kongo hat und die ursprünglich aus Japan stammende und nun in Paris beheimatete Klangkünstlerin Tomoko Sauvage.


22:55 Ö1 Kunstsonntag: ZOOM->In


23:00 Ö1 Kunstsonntag: Radiokunst – Kunstradio
Echoes on Air
ein Live Netzwerk mit Knotenpunkten in Belgrad, Ljbuljana, Pula – Zagreb und Wien

ECHOES ON AIR ist ein simultanes live Radio Netzwerk Projekt, das gleichzeitig im ORF in Ö1 Radiokunst – Kunstradio, HRT, Radio Slovenija und Radio Belgrad 3 ausgestrahlt wird.
ECHOES ON AIR ist Teil von der Alpen-Adria Kulturinitiative Echoes from invisible Landscapes, ein Projekt, das von der europäischen Union kofinanziert wird.
ECHOES ON AIR ist eine künstlerische und kulturelle Brücke, konstruiert aus von den KünstlerInnen gesammelten regionalen Klangfragmenten, die die Diversität der Sprachen, der Musik und der Menschen reflektieren und vereinen.
ECHOES ON AIR ist Metapher und Event zugleich. Die Alpen-Adria Region wird während des kollaborativen Radioevents hörbar gemacht.

Echoes on air wurde von Mani doo (Istrien) konzipiert. Projektpartner sind Enterprise Z (Steiermark), die Abteilung für Kulturanthropologie der Universtität Klagenfurt (Kärnten), Wieser Verlag (Kärnten) sowie Zveza Mink Tolmin (Slowenien).

In jedem der vier Studios spielt eine Künstlerin / ein Künstler live, und eine bzw einer mischt. Die Klänge der Performances werden via Live Stream an die anderen teilnehmenden Studios geschickt. Die jeweiligen Live Klänge werden mit den Signalen aus den anderen 3 Studios gemischt. Die gemischte Summe dieser 4 Spuren wird für die Zuhörer und Zuhörerinnen gesendet. Vier verschieden Fassungen desselben Stückes entstehen somit simultan im Äther.

Teilnehmende Künstler und Künstlerinnen:
Pula-Zagreb: Zahra Mani & Mia Zabelka
Ljubljana: Samo Kutin, Jure Tori & tbc
Wien: Andrea Sodomka & Tibor Szemzö
Belgrade: Thomas Köner & Svetlana Maras

*

Montag, 24. September 2018


00:00 Nachrichten


00:05 Du holde Kunst

(Wiederholung von 8:15 Uhr)


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 3:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Und vergib auch unseren Gläubigern". Gar nicht schuldhafte Gedanken macht sicher der Wirtschaftsjournalist bei der Wochenzeitung "Die Furche" Oliver Tanzer. –
Gestaltung: Alexandra Mantler

Schuld und Schulden gelten als sündhaft und für manche sogar als Fluch Gottes. Dabei ist die eine (Schuld) eine natürliche Förderkraft von Weisheit und Erkenntnis, und die anderen (Schulden) sind ein wichtiger Antrieb positiver wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklung.

Schuld und Schulden sollen also etwas Positives sein? Das klingt mehr als befremdlich in unseren Ohren. Das tut es aber nur, weil wir in einer Gesellschaft leben, die zu oft sinnlos straft und ziellos wegen allfälliger Vergehen Leid zufügt.

Diese destruktiven Mechanismen werden von Kindheit an gelehrt und eingeübt, sie gehen aber an den Anforderungen der Realität vorbei. Wer hingegen Schuld als Antrieb zur Gabe und Schulden als einen Generator der menschlichen Erfindungskraft und Energie sieht, wird dem Geheimnis des Fortschritts näher kommen und Werte und Selbstwerte gerade dort entdecken, wo sonst nur Scham und Schande vermutet werden. Gar nicht so schuldhafte "Gedanken für den Tag" von Oliver Tanzer.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Die Wiederverzauberung der Welt
Esoterik zwischen Lifestyle und Pseudoreligion (1).
Gestaltung: Günter Kaindlstorfer

Die Esoterikbranche brummt. 25 bis 30 Milliarden Euro setzen Astrologen, Raumenergetikerinnen, Wünschelrutengänger, Aura-Analytiker und Kristallheilerinnen allein im deutschen Sprachraum Jahr für Jahr um. Im Vergleich dazu: der Buchhandel kommt auf einen Jahresumsatz von gerade einmal 9 Milliarden.

Bei allen inhaltlichen Differenzen: Die diversen esoterischen Schulen teilen einige "philosophische" Grundannahmen. Der Berliner Religionswissenschaftler Hartmut Zinser fasst die esoterischen Grundprinzipien so zusammen: "Alles im Kosmos steht mit allem in Verbindung, die verschiedenen Sphären sind durch das Analogie-Prinzip miteinander verbunden.,Wie oben, so unten', so lautet eines der esoterischen Axiome, oder:,wie im Mikrokosmos, so im Makrokosmos'. Für Atome, Alltagsgegenstände und die menschliche Psyche gelten aus esoterischer Perspektive die gleichen Gesetze und Regeln. Deshalb kann man durch geistige Energien, so glauben Esoteriker, auf die materielle Welt einwirken".

Von den Wissenschaften belächelt und den Kirchen bekämpft haben sich esoterische Heils- und Erlösungslehren – vor allem seit dem krisenhaften Niedergang der christlichen Religionen – einen festen Platz in den Herzen und Hirnen der Menschen erkämpft. Einer Umfrage des Linzer Market-Instituts zufolge glauben 72 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher an die "Macht des Karmas", 60 Prozent an die Wirkungsmacht spiritueller "Kraftplätze" und immerhin noch 45 Prozent vertrauen den seherischen Qualitäten von Wünschelrutengängern, während nur 39 Prozent an den christlichen Gott und 20 Prozent an die Auferstehung Christi glauben.

Warum aber sind esoterische Phantasmagorien so erfolgreich? Zum einen, darauf weisen Religionswissenschafter und Psychologen immer wieder hin, arbeiten Esoteriker an einer "Wiederverzauberung der Welt", was in Zeiten eines platten Materialismus verführerisch auf viele wirkt. Zum anderen befördert die Esoterik narzisstische Allmachtsphantasien – eine Reaktion auf archaische Angst- und Ohnmachtsgefühle. Esoterische Heilslehren führen zu einem Aufblähen des Individuums, sie sagen dem Menschen: Du bist alles, du kannst alles, das ganze Universum dreht sich um dich, und Engel oder andere Mächte des Lichts umkreisen dich wie ein Bienenvolk, wenn du nur die richtige – esoterische – Einstellung an den Tag legst".

Und wer hätte das nicht gern, dass sich das ganze Universum um ihn dreht?


09:30 Radiokolleg – Steile Bewirtschaftung
Bergbauernbetriebe in Österreich (1).
Gestaltung: Andreas Wolf

Dass Menschen auf Bergen siedelten war das Ergebnis eines Verdrängungswettbewerbes um die besten Lagen in den Tälern. Heute werden die, oft aus Holz gebauten Höfe, als idyllische Postkartenensembles für den Fremdenverkehr in Szene gesetzt. Doch das Leben auf Bergbauernhöfen war Jahrhunderte lang überaus hart und entbehrungsreich. Im Winter waren die Höfe oft Monate lang von der Außenwelt abgeschnitten. In den oft bis zu 30 Personen umfassenden Hausgemeinschaften stand physische und psychische Gewalt an der Tagesordnung.

Auf historischen Höfen lassen sich die Sozialdramen vergangener Zeiten an Hand von getrennten Küchen rekonstruieren. In diesem oft einzigen beheizten Raum war es stickig und heiß, dementsprechend brüteten dort auch Hühner. Der Gestank von Fäkalien durchdrang die Gehöfte, denn die wärmespendenden Ställe waren direkt mit den Häusern verbunden. Hunger und daraus resultierende Mangelerkrankungen waren ständige Begleiter.

In manchen Regionen trug auch das Erbrecht zur Verelendung der Bauern bei. Der Alltag wurde von landwirtschaftlichen Tätigkeiten, einem strengen Katholizismus und Aberglauben bestimmt. Armenfürsorge gab es beinahe keine. Alte Mägde und Knechte gingen zur "Einlage". Dabei mussten sie von fremden Bauern mitversorgt und untergebracht werden. Dementsprechend schlecht wurden die "zusätzlichen Esser" oft behandelt.

Mit der Hofübergabe verloren Altbauern ihre Machtstellung, weshalb sie diese häufig bis zuletzt hinauszögerten.

Heute werden Bergbauernbetriebe in Katasterplänen erfasst. An Hand der u. a. zu bewirtschaftenden Fläche, der Klimazone und der Hangneigung erfolgt die Einteilung in Erschwerniszonen die als Bemessungsgrundlage für EU-Förderungen dienen.

In den vergangenen Jahrzehnten vollzog sich in der Bergbauernwirtschaft ein Wandel von der Produktion zur Landschaftspflege. Durch die Beweidung hochgelegener Flächen wird das Auftreten von Hangrutschungen verhindert und die Verwaldung verzögert. Viele Betriebe versuchen ihre landwirtschaftlichen Produkte als Direktvermarkter zu verkaufen. Damit entgehen sie dem Preisdruck von Großhandelsketten. Ein weiteres Segment, dass viele Bergbauern für sich erschlossen haben ist der Tourismus. Häufig existieren Kooperationen mit lokalen Tourismusverbänden. Angeboten wird ein vielfältiges Programm, dass vom klassischen Urlaub am Bauernhof, bis zur Mithilfe auf Almen reicht.


09:45 Radiokolleg – Komponisten komplett!
Gesamtausgaben von Mozart bis Tschaikowksy (1).
Gestaltung: Brigitte Voykowitsch

200 CDs und zwei Bücher umfasste die Gesamtedition von Wolfgang Amadeus Mozarts Schaffen. Die inhaltlich und kilomäßig gewichtige Box erschien zum 225. Todestag des Komponisten im Jahr 2016 und war das Ergebnis intensiver Archivrecherchen führender Musiklabels. Bereits in den vorangegangenen eineinhalb Jahrzehnten kamen zwei Gesamteditionen der Lieder von Franz Schubert heraus.

Angelegt waren sie nach unterschiedlichen Ordnungsprinzipien: Nach Textdichtern, Themen, Liederjahren in der einen Version, nach Dichtern und Dichterkreisen in der anderen. Für Liebhaber und Experten klassischer Musik sind solche umfassende Werkausgaben ein unermesslicher Schatz, für die Musikgeschichte stellen sie äußerst wertvolle Dokumente dar. Bereits seit 1993 bemüht sich Schott Music, gemeinsam mit russischen Partnern die Gesamtedition von Peter Iljitsch Tschaikowski zu realisieren, schließlich gehört der russische Komponist zu den bedeutendsten und meistaufgeführten Künstlern weltweit.

Erste Bände erschienen bald, doch dann ruhten die Bemühungen. Man wollte das Projekt überarbeiten und möglichst alle einschlägigen russischen Institutionen mit einbeziehen. Mittels eines deutsch-russischen Kooperationsvertrags konnte man sich die ideelle und wirtschaftliche Unterstützung des russischen Staates sichern. Die Experten sind zuversichtlich, dass sie nun alle Anforderungen einer modernen wissenschaftlichen Gesamtausgabe erfüllen können. 120 Bände soll die Edition umfassen und mit russischen und englischen Texten erscheinen.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Anklang
mit Johannes Leopold Mayer.

Lieblingsstücke. Haben Sie eins? Was machen Sie damit? Wie "treu" bleiben Sie ihm – oder bekennen Sie sich aktiv zu musikalischer Wechselhaftigkeit, weil ja auch hier "a Abwechslung" sein muss?


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
Ex libris-Nachlese. "Carter". Roman von Ally Klein.
Gestaltung: Peter Zimmermann


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Daniela Knaller


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer und in französischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Das Ö1 Konzert
Alte Musik im Konzert. Innsbrucker Festwochen 2018. "Grenzenlose Liebe". Voces Suaves. Werke von Luca Marenzio, Thomas Morley, Giulio Caccini, Claudio Monteverdi, John Dowland, John Wilbye, Johann Hermann Schein und Heinrich Schütz (aufgenommen 21. August im Spanischen Saal im Schloss Ambras, Innsbruck).
Gestaltung: Patrizia Jilg

Vor einem halben Jahrtausend begannen florentinische und römische Musiker die Liebe in mehrstimmigen Liedern zu besingen: Cantus matricalis, Gesang in der Muttersprache ? im Gegensatz zur lateinisch gesungenen Kirchenmusik. Das Madrigal wurde zur musikalischen Sprache der Liebe. Von Italien aus überschritt es die Grenze nach Frankreich und verbreitete sich über Flandern und den deutschen Raum bis England.

Um von der grenzenlosen Liebe zu singen, nehmen liebliche Stimmen des Schweizer Ensembles Voces Suaves die historische Spur der Madrigale durch Europa auf und verbinden verschiedene Kulturen und Welten, Tonarten und Sprachen. Meist wurde das Madrigal "matricalis" (in der Muttersprache) gesungen. So übertrugen Renaissancemusiker auf der britischen Insel italienische Madrigale aus der Sammlung "Musica Transalpina" in die englische Sprache.

Der Engländer John Dowland bereiste auf der Suche nach dem Madrigal sogar den Kontinent und nahm unter anderem ein Madrigal des Italieners Marenzio in sein "First Booke of Songes or Ayres" auf. Der Thüringer Heinrich Schütz wiederum studierte bei Andrea Gabrieli in Venedig und brachte von dort das Madrigal in seine Heimat, wo es auch in den schlimmen Zeiten des Dreißigjährigen Krieges die Friedensbotschaft der Liebe verbreitete.
(Innsbrucker Festwochen)


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Passagen
Martin Haidingers LiteraTouren
Mitschnitt aus dem RadioCafe vom 9. April 2018
Bearbeitung: Haimo Godler

Martin Haidinger, Journalist, Buchautor, Historiker unternimmt in Sachen Literatur und Geschichte vor allem Reisen in die Gefilde "abgründigen Österreichertums". Die Grenze zwischen Vergangenheit und Gegenwart droht dabei zu verschwinden – und man findet sich in einem anderen Jahrhundert wieder: zum Beispiel bei Alexander Roda Roda.

Der 1872 im böhmischen Dernowitz Geborene war k. u. k. Offizier, Reiter und Kriegsberichterstatter sowie Varieté- und Vortragskünstler. Bekannt ist er für seine mit Leidenschaft erzählten humoristischen Geschichten, in denen er die Nationalitäten und Typen der Monarchie abbildete – in Krieg und Frieden, zivil und militärisch. Ein Vortrag mit gekonnter Rückführung und genussvoller Belehrung – samt aktueller Querschüsse.


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:25 Hundert Häuser
1975 – Kulturzentrum Mattersburg


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Johann Kneihs.


17:55 Betrifft: Geschichte
Das medizinische Wundermittel des 20. Jahrhunderts. Mit Heinz Burgmann, Klinische Abteilung für Infektionen und Tropenmedizin der Medizinischen Universität Wien.
Gestaltung: Isabelle Engels

Noch vor 100 Jahren waren bakterielle Infektionskrankheiten wie Scharlach oder Lungenentzündung ein sicheres Todesurteil. Heute können diese Krankheiten rasch und gut geheilt werden - mittels Antibiotika.

Penicillin, das erste Antibiotikum und daher oft synonym verwendet, gilt als eine der wichtigsten Entdeckungen der Medizingeschichte. An deren Anfang stand der Zufall: im September 1928 hatte sich in den Petrischalen des Bakteriologen Alexander Fleming unbeabsichtigt Schimmelpilz ausgebreitet. Statt die "verdorbenen" Bakterienkulturen zu entsorgen, bemerkte der aus Schottland stammende Mediziner, dass rund um den Pilz "Penicillium notatum" der Bakterienrasen verschwunden war. Seine Erkenntnis, dass Penicillin "ein wirksames antiseptisches Mittel sein könnte", fand jedoch kaum Beachtung.

Erst mehr als ein Jahrzehnt später gelang es dem Pathologen Howard Florey und dem Biochemiker Ernst Chain den Wirkstoff zu isolieren, beim Menschen anzuwenden und damit seine therapeutische Wirkung zu beweisen. Die Massenproduktion durch die US-amerikanische Pharmaindustrie setzte in Folge des Zweiten Weltkrieges ein. Durch die Rettung zehntausender verwundeter Soldaten errang Penicillin seinen Ruf als Wunderwaffe.

Die wie ein Wunder erscheinende Wirkung führte allerdings auch dazu, dass Antibiotika in den folgenden Jahrzehnten übermäßig und oft unnötigerweise verabreicht wurden. Mit den Folgen kämpft man heute: immer mehr Bakterienstämme sind gegen Antibiotika resistent.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Zum 100. Todestag des Soziologen und Philosophen Georg Simmel
Von Nikolaus Halmer

In seinen kulturtheoretischen und ästhetischen Schriften umkreiste der deutschen Soziologen und Philosophen Georg Simmel verschiedene Phänomene des modernen Lebens, das Geld oder die Mode beispielsweise. Vor allem spürte er den Lebensstilen in der lärmenden Großstadt nach, wo in Warenhäusern und Passagen ein künstliches Paradies inszeniert wurde, das eine "Schaufenster-Qualität" der Dinge vermittelte.

Ermöglicht wurde dieses Spektakel durch das Geld, "jenem Generalnenner aller Werte, der den Kern der Dinge aushöhlt", wie Simmel schrieb. Und er stellte sich die zentrale Frage, wie das moderne Individuum darauf reagieren sollte? Seine Antwort glich jener, die bereits die antiken Stoiker parat hatten: mit Gelassenheit. Simmel empfahl den Rückzug ins Privatleben und riet zu Gesprächen mit Gleichgesinnten. Eine Anleitung, die auch 100 Jahre nach seinem Tod etwas für sich hat.


19:30 On stage (Dolby Surround)
On stage mit Maria Reininger. Von Duke Ellington bis Johann Strauß: Sexmob
(Ausstrahlung in Dolby Digital-5.1)

Wenige Tage vor Beginn des Jazzfestivals Leibnitz 2018 sei ein Highlight des sehr fruchtigen Festival-Jahrgangs 2017 serviert: Das seit 1995 operierende New Yorker Quartett "Sex Mob" wurde einst durch lustvolle Dekonstruktionen diverser Pop-Songs von Madonna bis ABBA sowie von James-Bond-Titelmelodien bekannt. Über 20 Jahre danach haben Steven Bernstein (Zugtrompete), Briggan Krauss (Alt-, Baritonsaxofon), Tony Scherr (Bass) und Kenny Wollesen (Schlagzeug) nichts von ihrer trashigen Spielfreude verloren. Im Hugo-Wolf-Saal des Kulturzentrums Leibnitz servierten die vier Herren am 29. September letzten Jahres gleichermaßen energiegeladene wie gewitzte Versionen von Kompositionen Nino Rotas, Duke Ellingtons, Prince' wie auch – eine Hommage an Österreich – des Donauwalzers.

Maria Reininger präsentiert die Höhepunkte dieses heftig akklamierten Konzerts.


21:00 Ex libris
Bücher, Menschen, Themen


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Die Wiederverzauberung der Welt.
Esoterik zwischen Lifestyle und Pseudoreligion (1).
Gestaltung: Günter Kaindlstorfer

Steile Bewirtschaftung. Bergbauernbetriebe in Österreich (1).
Gestaltung: Andreas Wolf

Komponisten komplett! Gesamtausgaben von Mozart bis Tschaikowksy (1).
Gestaltung: Brigitte Voykowitsch


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Johanna Doderer als Composer in Residence in Millstatt.
Gestaltung: Angelika Benke

Eine Komposition zu schaffen, die den Millstätter See in den Mittelpunkt stellt, war der Auftrag der Musikwochen Millstatt an die Komponistin Johanna Doderer. Die gebürtige Vorarlbergerin reiste Ende Juni an den Ort, der das Zentrum ihres Werkes darstellen sollte, und ließ sich von der Gegend inspirieren, lauschte, hörte, und begab sich auf eine energetische Reise, wobei auch historische Hintergründe betrachtet wurden.

Dabei erwanderte und erschwamm sie den Ort und den See, ließ die vielfältigen Eindrücke in die Melodien, Themen und Klangfarben ihres Werkes "Millstätter See" für Violoncello und Saxophonquartett einfließen. Am 26. August 2018 wurde das Klangerlebnis "Millstätter See" mit dem Cellisten Konstantin Manaev und dem Signum Saxophonquartett in der Stiftskirche Millstatt uraufgeführt.

*

Dienstag, 25. September 2018


00:00 Nachrichten


00:05 Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr)


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht
dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Und vergib auch unseren Gläubigern". Gar nicht schuldhafte Gedanken macht sicher der Wirtschaftsjournalist bei der Wochenzeitung "Die Furche" Oliver Tanzer. –
Gestaltung: Alexandra Mantler

Schuld und Schulden gelten als sündhaft und für manche sogar als Fluch Gottes. Dabei ist die eine (Schuld) eine natürliche Förderkraft von Weisheit und Erkenntnis, und die anderen (Schulden) sind ein wichtiger Antrieb positiver wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklung.

Schuld und Schulden sollen also etwas Positives sein? Das klingt mehr als befremdlich in unseren Ohren. Das tut es aber nur, weil wir in einer Gesellschaft leben, die zu oft sinnlos straft und ziellos wegen allfälliger Vergehen Leid zufügt.

Diese destruktiven Mechanismen werden von Kindheit an gelehrt und eingeübt, sie gehen aber an den Anforderungen der Realität vorbei. Wer hingegen Schuld als Antrieb zur Gabe und Schulden als einen Generator der menschlichen Erfindungskraft und Energie sieht, wird dem Geheimnis des Fortschritts näher kommen und Werte und Selbstwerte gerade dort entdecken, wo sonst nur Scham und Schande vermutet werden. Gar nicht so schuldhafte "Gedanken für den Tag" von Oliver Tanzer.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Die Wiederverzauberung der Welt
Esoterik zwischen Lifestyle und Pseudoreligion (2).
Gestaltung: Günter Kaindlstorfer

Die Esoterikbranche brummt. 25 bis 30 Milliarden Euro setzen Astrologen, Raumenergetikerinnen, Wünschelrutengänger, Aura-Analytiker und Kristallheilerinnen allein im deutschen Sprachraum Jahr für Jahr um. Im Vergleich dazu: der Buchhandel kommt auf einen Jahresumsatz von gerade einmal 9 Milliarden.

Bei allen inhaltlichen Differenzen: Die diversen esoterischen Schulen teilen einige "philosophische" Grundannahmen. Der Berliner Religionswissenschaftler Hartmut Zinser fasst die esoterischen Grundprinzipien so zusammen: "Alles im Kosmos steht mit allem in Verbindung, die verschiedenen Sphären sind durch das Analogie-Prinzip miteinander verbunden.,Wie oben, so unten', so lautet eines der esoterischen Axiome, oder:,wie im Mikrokosmos, so im Makrokosmos'. Für Atome, Alltagsgegenstände und die menschliche Psyche gelten aus esoterischer Perspektive die gleichen Gesetze und Regeln. Deshalb kann man durch geistige Energien, so glauben Esoteriker, auf die materielle Welt einwirken".

Von den Wissenschaften belächelt und den Kirchen bekämpft haben sich esoterische Heils- und Erlösungslehren – vor allem seit dem krisenhaften Niedergang der christlichen Religionen – einen festen Platz in den Herzen und Hirnen der Menschen erkämpft. Einer Umfrage des Linzer Market-Instituts zufolge glauben 72 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher an die "Macht des Karmas", 60 Prozent an die Wirkungsmacht spiritueller "Kraftplätze" und immerhin noch 45 Prozent vertrauen den seherischen Qualitäten von Wünschelrutengängern, während nur 39 Prozent an den christlichen Gott und 20 Prozent an die Auferstehung Christi glauben.

Warum aber sind esoterische Phantasmagorien so erfolgreich? Zum einen, darauf weisen Religionswissenschafter und Psychologen immer wieder hin, arbeiten Esoteriker an einer "Wiederverzauberung der Welt", was in Zeiten eines platten Materialismus verführerisch auf viele wirkt. Zum anderen befördert die Esoterik narzisstische Allmachtsphantasien – eine Reaktion auf archaische Angst- und Ohnmachtsgefühle. Esoterische Heilslehren führen zu einem Aufblähen des Individuums, sie sagen dem Menschen: Du bist alles, du kannst alles, das ganze Universum dreht sich um dich, und Engel oder andere Mächte des Lichts umkreisen dich wie ein Bienenvolk, wenn du nur die richtige – esoterische – Einstellung an den Tag legst".

Und wer hätte das nicht gern, dass sich das ganze Universum um ihn dreht?


09:30 Radiokolleg – Steile Bewirtschaftung
Bergbauernbetriebe in Österreich (2).
Gestaltung: Andreas Wolf

Dass Menschen auf Bergen siedelten war das Ergebnis eines Verdrängungswettbewerbes um die besten Lagen in den Tälern. Heute werden die, oft aus Holz gebauten Höfe, als idyllische Postkartenensembles für den Fremdenverkehr in Szene gesetzt. Doch das Leben auf Bergbauernhöfen war Jahrhunderte lang überaus hart und entbehrungsreich. Im Winter waren die Höfe oft Monate lang von der Außenwelt abgeschnitten. In den oft bis zu 30 Personen umfassenden Hausgemeinschaften stand physische und psychische Gewalt an der Tagesordnung.

Auf historischen Höfen lassen sich die Sozialdramen vergangener Zeiten an Hand von getrennten Küchen rekonstruieren. In diesem oft einzigen beheizten Raum war es stickig und heiß, dementsprechend brüteten dort auch Hühner. Der Gestank von Fäkalien durchdrang die Gehöfte, denn die wärmespendenden Ställe waren direkt mit den Häusern verbunden. Hunger und daraus resultierende Mangelerkrankungen waren ständige Begleiter.

In manchen Regionen trug auch das Erbrecht zur Verelendung der Bauern bei. Der Alltag wurde von landwirtschaftlichen Tätigkeiten, einem strengen Katholizismus und Aberglauben bestimmt. Armenfürsorge gab es beinahe keine. Alte Mägde und Knechte gingen zur "Einlage". Dabei mussten sie von fremden Bauern mitversorgt und untergebracht werden. Dementsprechend schlecht wurden die "zusätzlichen Esser" oft behandelt.

Mit der Hofübergabe verloren Altbauern ihre Machtstellung, weshalb sie diese häufig bis zuletzt hinauszögerten.

Heute werden Bergbauernbetriebe in Katasterplänen erfasst. An Hand der u. a. zu bewirtschaftenden Fläche, der Klimazone und der Hangneigung erfolgt die Einteilung in Erschwerniszonen die als Bemessungsgrundlage für EU-Förderungen dienen.

In den vergangenen Jahrzehnten vollzog sich in der Bergbauernwirtschaft ein Wandel von der Produktion zur Landschaftspflege. Durch die Beweidung hochgelegener Flächen wird das Auftreten von Hangrutschungen verhindert und die Verwaldung verzögert. Viele Betriebe versuchen ihre landwirtschaftlichen Produkte als Direktvermarkter zu verkaufen. Damit entgehen sie dem Preisdruck von Großhandelsketten. Ein weiteres Segment, dass viele Bergbauern für sich erschlossen haben ist der Tourismus. Häufig existieren Kooperationen mit lokalen Tourismusverbänden. Angeboten wird ein vielfältiges Programm, dass vom klassischen Urlaub am Bauernhof, bis zur Mithilfe auf Almen reicht.


09:45 Radiokolleg – Komponisten komplett!
Gesamtausgaben von Mozart bis Tschaikowksy (2).
Gestaltung: Brigitte Voykowitsch

200 CDs und zwei Bücher umfasste die Gesamtedition von Wolfgang Amadeus Mozarts Schaffen. Die inhaltlich und kilomäßig gewichtige Box erschien zum 225. Todestag des Komponisten im Jahr 2016 und war das Ergebnis intensiver Archivrecherchen führender Musiklabels. Bereits in den vorangegangenen eineinhalb Jahrzehnten kamen zwei Gesamteditionen der Lieder von Franz Schubert heraus.

Angelegt waren sie nach unterschiedlichen Ordnungsprinzipien: Nach Textdichtern, Themen, Liederjahren in der einen Version, nach Dichtern und Dichterkreisen in der anderen. Für Liebhaber und Experten klassischer Musik sind solche umfassende Werkausgaben ein unermesslicher Schatz, für die Musikgeschichte stellen sie äußerst wertvolle Dokumente dar. Bereits seit 1993 bemüht sich Schott Music, gemeinsam mit russischen Partnern die Gesamtedition von Peter Iljitsch Tschaikowski zu realisieren, schließlich gehört der russische Komponist zu den bedeutendsten und meistaufgeführten Künstlern weltweit.

Erste Bände erschienen bald, doch dann ruhten die Bemühungen. Man wollte das Projekt überarbeiten und möglichst alle einschlägigen russischen Institutionen mit einbeziehen. Mittels eines deutsch-russischen Kooperationsvertrags konnte man sich die ideelle und wirtschaftliche Unterstützung des russischen Staates sichern. Die Experten sind zuversichtlich, dass sie nun alle Anforderungen einer modernen wissenschaftlichen Gesamtausgabe erfüllen können. 120 Bände soll die Edition umfassen und mit russischen und englischen Texten erscheinen.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Anklang
Vor 40 Jahren – Denkwürdige Abende der Wiener Staatsoper im Jahr 1978.
Ausschnitte aus "Lucia di Lammermoor" von Gaetano Donizetti, "Carmen" von Georges Bizet, "Fidelio" von Ludwig van Beethoven und "Il Trovatore" von Giuseppe Verdi.
Gestaltung: Christoph Wagner Trenkwitz.

Erst vor wenigen Monaten ist sie in der Serie "Wiener Staatsoper live" erstmals ganz offiziell auf CD erschienen: die Premiere von Gaetano Donizettis "Lucia di Lammermoor" mit der triumphal gefeierten Edita Gruberova in der Titelrolle, an der Seite von Peter Dvorsky als Edgardo und Matteo Manuguerra als Enrico – doch das war nicht das einzige, bis heute unvergessene Spitzen-Ereignis im Staatsoper-Jahr 1978.

Damals ist auch erstmals die legendäre Zeffirelli-Produktion der "Carmen" über die Bühne gegangen, dirigiert von Carlos Kleiber. Leonard Bernstein hat eine musikalische Neueinstudierung der "Fidelio"-Produktion von 1970 geleitet – und Herbert von Karajan hat unter anderem mit Verdis "Il Trovatore" im Opernhaus am Ring gastiert – mit Placido Domingo als Manrico.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
"Die presbyterianischen Chorsänger". Von William Saroyan. Aus dem Amerikanischen von Anna Barbara Herrmann. Es liest Frank Hoffmann.
Gestaltung: Edith Vukan

Amerika um 1920. Unter den Kindern der armenischen Einwanderer sticht ein Bub heraus: Aram. Was ihn auszeichnet, ist seine Stimme, sodass die fromme Miss Balaifal alles daransetzt, ihn für den Knabenchor der presbyterianischen Kirche zu gewinnen. Doch wie alles hat auch eine Engelsstimme ihren Preis …


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Helmut Jasbar


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer und in französischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Das Ö1 Konzert
Münchner Rundfunkorchester; Dirigent: Ivan Repu?ic; Diana Damrau, Sopran; Nicolas Testé, Bassbariton. VERDIssimo – ausgewählte Arien von Giuseppe Verdi. Giuseppe Verdi: Ouvertüre und Arien aus "Nabucco", "La Traviata", "Macbeth", "Giovanna d'Arco" und "Luisa Miller" (aufgenommen am 4. Juni im Großen Musikvereinssaal Wien im Rahmen des "Musikverein Festival Wien 2018"; Teilwiedergabe).
Präsentation: Chris Tina Tengel


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Tonspuren
Mircea Cartarescu – Einhundert Jahre Melancholie.
Feature von Simone Hamm
(WDR 2016)

Mircea Cartarescu gilt als wichtigster zeitgenössischer Autor Rumäniens. In seinen großen Romanen der Orbitor-Trilogie wird Bukarest zu einem phantastischen Universum, in dem nicht nur die eigene Familiengeschichte spielt, sondern auch der Staatssozialismus in der Erinnerung seltsam schreckliche Blüten treibt.

Bukarest, das ist die Stadt, in der Mircea Cartarescu 1956 geboren wurde und in der er sein ganzes Leben verbracht hat. Hier hat er studiert, hier hat er an der Universität gearbeitet, hier hat er angefangen, Gedichte zu schreiben. In den drei Romanen der Orbitor Trilogie irrlichtern seine Protagonisten durch ein apokalyptisches, phantasmagorisches Bukarest. Mircea Cartarescu hebt in seinen Romanen die Grenzen zwischen Traum und trister Wirklichkeit, zwischen Innen- und Außenwelt, zwischen Raum und Zeit auf. Bei ihm muss man sich als Leser einlassen auf Wahn und Halluzinationen, morbide Erotik und psychedelische Träume, die fast immer zu Alpträumen werden. Aber auch auf bitterböse, urkomische Satire.

Mircea Cartarescu schreibt in seinen vielfach preisgekrönten Romanen über Adoleszenz, erwachende Sexualität, Geheimbünde, Insekten, manieristische Gemälde, die komplexe Struktur einer Familie, seine Mutter und sehr viel über sich selbst. Und immer wieder über Bukarest. So wie Flaubert sagt, er sei Madame Bovary, so sagt Cartarescu, er sei Bukarest.


16:45 Heimspiel


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:25 Hundert Häuser
1960 – Neues Theater in der Scala


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Albert Hosp.


17:55 Betrifft: Geschichte
Das medizinische Wundermittel des 20. Jahrhunderts. Mit Heinz Burgmann, Klinische Abteilung für Infektionen und Tropenmedizin der Medizinischen Universität Wien.
Gestaltung: Isabelle Engels

Noch vor 100 Jahren waren bakterielle Infektionskrankheiten wie Scharlach oder Lungenentzündung ein sicheres Todesurteil. Heute können diese Krankheiten rasch und gut geheilt werden - mittels Antibiotika.

Penicillin, das erste Antibiotikum und daher oft synonym verwendet, gilt als eine der wichtigsten Entdeckungen der Medizingeschichte. An deren Anfang stand der Zufall: im September 1928 hatte sich in den Petrischalen des Bakteriologen Alexander Fleming unbeabsichtigt Schimmelpilz ausgebreitet. Statt die "verdorbenen" Bakterienkulturen zu entsorgen, bemerkte der aus Schottland stammende Mediziner, dass rund um den Pilz "Penicillium notatum" der Bakterienrasen verschwunden war. Seine Erkenntnis, dass Penicillin "ein wirksames antiseptisches Mittel sein könnte", fand jedoch kaum Beachtung.

Erst mehr als ein Jahrzehnt später gelang es dem Pathologen Howard Florey und dem Biochemiker Ernst Chain den Wirkstoff zu isolieren, beim Menschen anzuwenden und damit seine therapeutische Wirkung zu beweisen. Die Massenproduktion durch die US-amerikanische Pharmaindustrie setzte in Folge des Zweiten Weltkrieges ein. Durch die Rettung zehntausender verwundeter Soldaten errang Penicillin seinen Ruf als Wunderwaffe.

Die wie ein Wunder erscheinende Wirkung führte allerdings auch dazu, dass Antibiotika in den folgenden Jahrzehnten übermäßig und oft unnötigerweise verabreicht wurden. Mit den Folgen kämpft man heute: immer mehr Bakterienstämme sind gegen Antibiotika resistent.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Kohleabbau in Wallonien
Von Juliane Nagiller

Kein Rohstoff hat die Entwicklung Europas so geprägt wie die Kohle, ohne die keine industrielle Revolution möglich gewesen wäre. Die Entwicklung, die sie anschob, war beispiellos: Die wirtschaftliche Produktion stieg, der Handel florierte und die industrielle Fertigung von Gütern verdrängte herkömmliche Arbeitsweisen.

Kohle ließ einen Bergbau entstehen, der beeindruckende technische Leistungen hervorbrachte und auf seinem Höhepunkt mehr als zwei Millionen Menschen beschäftigte. – In Blegny, einem kleinen belgischen Ort zwischen Lüttich und Maastricht, bauten Mönche bereits im 16. Jahrhundert Kohle ab.

Noch heute kann man in der dortigen Mine einen Untertage-Stollen besichtigen. Die Zeche ist eine der letzten vier authentischen Kohlebergwerke Europas. Ein Mahnmal, das für die Kraft des Rohstoffes steht. Dabei aber nicht nur den Fortschritt, sondern auch die Schattenseiten zeigt: gravierende Umweltbelastungen und kranke Bergarbeiter.


19:30 Das Ö1 Konzert (Dolby Surround)
Altenberg Trio; Alois Posch, Kontrabass. Ludwig van Beethoven: Klaviertrio D-Dur op. 70/1, "Geistertrio" * Werner Pirchner: "Heimat?" - Klaviertrio Nr. 2 PWV 29b * Franz Schubert: Klavierquintett A-Dur D 664, "Forellenquintett" (aufgenommen am 26. Mai in der Musikschule Deutschlandsberg im Rahmen des "Klavierfrühlings Deutschlandsberg 2018" in Dolby Digital 5.1).
Präsentation: Franz Josef Kerstinger

Mit zwei der beliebtesten und berührendsten klassischen Werke für Kammermusik beschloss das Altenberg Trio seinen Zyklus in Deutschlandsberg.

Dazu kommt Werner Pirchners "Heimat", einem Werk, das auch 25 Jahre nach seiner Uraufführung durch das Altenberg Trio durch seine Authenzität, Originalität und Unmittelbarkeit begeistert …

"Dieses Trio erzählt die Geschichte eines Menschen, der sich 1938 nicht aus seiner Heimat vertreiben lassen wollte. 1942 wurde er in einem KZ ermordet. Vielleicht ist die Musik so freundlich, weil dieser Mensch freundlich war". (Werner Pirchner)
(Klavierfrühling Deutschlandsberg)


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Die Wiederverzauberung der Welt.
Esoterik zwischen Lifestyle und Pseudoreligion (2).
Gestaltung: Günter Kaindlstorfer

Steile Bewirtschaftung. Bergbauernbetriebe in Österreich (2).
Gestaltung: Andreas Wolf

Komponisten komplett! Gesamtausgaben von Mozart bis Tschaikowksy (2).
Gestaltung: Brigitte Voykowitsch


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Klangspuren 2018. Kompositionen von Rebecca Saunders.
Gestaltung: Patrizia Jilg

Die Kompositionen der in Berlin lebenden britischen Komponistin sind geprägt von einer entdecker- und spielfreudigen Haltung. Viele ihrer Werke entstanden in enger Zusammenarbeit mit herausragenden Musikerinnen und Musiker unserer Tage. Die Komponistin nimmt eine herausragende Stellung unter den Komponierenden der jüngeren bis mittleren Generation ein. Das Ensemble Modern widmete ihr am 14. September 2018 bei den Klangspuren Schwaz ein Portraitkonzert mit drei markanten jüngeren Werken: "a visible trace für elf Solisten und Dirigent", "Fury II" (ein Konzert für Kontrabass und Ensemble), sowie "Skin" für Sopran und 13 Instrumente Instrumente. Es sang Juliet Fraser - die "Skin" mit in enger Zusammenarbeit mit der Komponistin erarbeitet hat – unter der Leitung von Vimbayi Kaziboni.

*

Mittwoch, 26. September 2018


00:00 Nachrichten


00:05 Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Und vergib auch unseren Gläubigern". Gar nicht schuldhafte Gedanken macht sicher der Wirtschaftsjournalist bei der Wochenzeitung "Die Furche" Oliver Tanzer. –
Gestaltung: Alexandra Mantler

Schuld und Schulden gelten als sündhaft und für manche sogar als Fluch Gottes. Dabei ist die eine (Schuld) eine natürliche Förderkraft von Weisheit und Erkenntnis, und die anderen (Schulden) sind ein wichtiger Antrieb positiver wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklung.

Schuld und Schulden sollen also etwas Positives sein? Das klingt mehr als befremdlich in unseren Ohren. Das tut es aber nur, weil wir in einer Gesellschaft leben, die zu oft sinnlos straft und ziellos wegen allfälliger Vergehen Leid zufügt.

Diese destruktiven Mechanismen werden von Kindheit an gelehrt und eingeübt, sie gehen aber an den Anforderungen der Realität vorbei. Wer hingegen Schuld als Antrieb zur Gabe und Schulden als einen Generator der menschlichen Erfindungskraft und Energie sieht, wird dem Geheimnis des Fortschritts näher kommen und Werte und Selbstwerte gerade dort entdecken, wo sonst nur Scham und Schande vermutet werden. Gar nicht so schuldhafte "Gedanken für den Tag" von Oliver Tanzer.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Die Wiederverzauberung der Welt
Esoterik zwischen Lifestyle und Pseudoreligion (3).
Gestaltung: Günter Kaindlstorfer

Die Esoterikbranche brummt. 25 bis 30 Milliarden Euro setzen Astrologen, Raumenergetikerinnen, Wünschelrutengänger, Aura-Analytiker und Kristallheilerinnen allein im deutschen Sprachraum Jahr für Jahr um. Im Vergleich dazu: der Buchhandel kommt auf einen Jahresumsatz von gerade einmal 9 Milliarden.

Bei allen inhaltlichen Differenzen: Die diversen esoterischen Schulen teilen einige "philosophische" Grundannahmen. Der Berliner Religionswissenschaftler Hartmut Zinser fasst die esoterischen Grundprinzipien so zusammen: "Alles im Kosmos steht mit allem in Verbindung, die verschiedenen Sphären sind durch das Analogie-Prinzip miteinander verbunden.,Wie oben, so unten', so lautet eines der esoterischen Axiome, oder:,wie im Mikrokosmos, so im Makrokosmos'. Für Atome, Alltagsgegenstände und die menschliche Psyche gelten aus esoterischer Perspektive die gleichen Gesetze und Regeln. Deshalb kann man durch geistige Energien, so glauben Esoteriker, auf die materielle Welt einwirken".

Von den Wissenschaften belächelt und den Kirchen bekämpft haben sich esoterische Heils- und Erlösungslehren – vor allem seit dem krisenhaften Niedergang der christlichen Religionen – einen festen Platz in den Herzen und Hirnen der Menschen erkämpft. Einer Umfrage des Linzer Market-Instituts zufolge glauben 72 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher an die "Macht des Karmas", 60 Prozent an die Wirkungsmacht spiritueller "Kraftplätze" und immerhin noch 45 Prozent vertrauen den seherischen Qualitäten von Wünschelrutengängern, während nur 39 Prozent an den christlichen Gott und 20 Prozent an die Auferstehung Christi glauben.

Warum aber sind esoterische Phantasmagorien so erfolgreich? Zum einen, darauf weisen Religionswissenschafter und Psychologen immer wieder hin, arbeiten Esoteriker an einer "Wiederverzauberung der Welt", was in Zeiten eines platten Materialismus verführerisch auf viele wirkt. Zum anderen befördert die Esoterik narzisstische Allmachtsphantasien – eine Reaktion auf archaische Angst- und Ohnmachtsgefühle. Esoterische Heilslehren führen zu einem Aufblähen des Individuums, sie sagen dem Menschen: Du bist alles, du kannst alles, das ganze Universum dreht sich um dich, und Engel oder andere Mächte des Lichts umkreisen dich wie ein Bienenvolk, wenn du nur die richtige – esoterische – Einstellung an den Tag legst".

Und wer hätte das nicht gern, dass sich das ganze Universum um ihn dreht?


09:30 Radiokolleg – Steile Bewirtschaftung
Bergbauernbetriebe in Österreich (3).
Gestaltung: Andreas Wolf

Dass Menschen auf Bergen siedelten war das Ergebnis eines Verdrängungswettbewerbes um die besten Lagen in den Tälern. Heute werden die, oft aus Holz gebauten Höfe, als idyllische Postkartenensembles für den Fremdenverkehr in Szene gesetzt. Doch das Leben auf Bergbauernhöfen war Jahrhunderte lang überaus hart und entbehrungsreich. Im Winter waren die Höfe oft Monate lang von der Außenwelt abgeschnitten. In den oft bis zu 30 Personen umfassenden Hausgemeinschaften stand physische und psychische Gewalt an der Tagesordnung.

Auf historischen Höfen lassen sich die Sozialdramen vergangener Zeiten an Hand von getrennten Küchen rekonstruieren. In diesem oft einzigen beheizten Raum war es stickig und heiß, dementsprechend brüteten dort auch Hühner. Der Gestank von Fäkalien durchdrang die Gehöfte, denn die wärmespendenden Ställe waren direkt mit den Häusern verbunden. Hunger und daraus resultierende Mangelerkrankungen waren ständige Begleiter.

In manchen Regionen trug auch das Erbrecht zur Verelendung der Bauern bei. Der Alltag wurde von landwirtschaftlichen Tätigkeiten, einem strengen Katholizismus und Aberglauben bestimmt. Armenfürsorge gab es beinahe keine. Alte Mägde und Knechte gingen zur "Einlage". Dabei mussten sie von fremden Bauern mitversorgt und untergebracht werden. Dementsprechend schlecht wurden die "zusätzlichen Esser" oft behandelt.

Mit der Hofübergabe verloren Altbauern ihre Machtstellung, weshalb sie diese häufig bis zuletzt hinauszögerten. Heute werden Bergbauernbetriebe in Katasterplänen erfasst. An Hand der u. a. zu bewirtschaftenden Fläche, der Klimazone und der Hangneigung erfolgt die Einteilung in Erschwerniszonen die als Bemessungsgrundlage für EU-Förderungen dienen.

In den vergangenen Jahrzehnten vollzog sich in der Bergbauernwirtschaft ein Wandel von der Produktion zur Landschaftspflege. Durch die Beweidung hochgelegener Flächen wird das Auftreten von Hangrutschungen verhindert und die Verwaldung verzögert. Viele Betriebe versuchen ihre landwirtschaftlichen Produkte als Direktvermarkter zu verkaufen. Damit entgehen sie dem Preisdruck von Großhandelsketten. Ein weiteres Segment, dass viele Bergbauern für sich erschlossen haben ist der Tourismus. Häufig existieren Kooperationen mit lokalen Tourismusverbänden. Angeboten wird ein vielfältiges Programm, dass vom klassischen Urlaub am Bauernhof, bis zur Mithilfe auf Almen reicht.


09:45 Radiokolleg – Komponisten komplett!
Gesamtausgaben von Mozart bis Tschaikowksy (3).
Gestaltung: Brigitte Voykowitsch

200 CDs und zwei Bücher umfasste die Gesamtedition von Wolfgang Amadeus Mozarts Schaffen. Die inhaltlich und kilomäßig gewichtige Box erschien zum 225. Todestag des Komponisten im Jahr 2016 und war das Ergebnis intensiver Archivrecherchen führender Musiklabels. Bereits in den vorangegangenen eineinhalb Jahrzehnten kamen zwei Gesamteditionen der Lieder von Franz Schubert heraus.

Angelegt waren sie nach unterschiedlichen Ordnungsprinzipien: Nach Textdichtern, Themen, Liederjahren in der einen Version, nach Dichtern und Dichterkreisen in der anderen. Für Liebhaber und Experten klassischer Musik sind solche umfassende Werkausgaben ein unermesslicher Schatz, für die Musikgeschichte stellen sie äußerst wertvolle Dokumente dar. Bereits seit 1993 bemüht sich Schott Music, gemeinsam mit russischen Partnern die Gesamtedition von Peter Iljitsch Tschaikowski zu realisieren, schließlich gehört der russische Komponist zu den bedeutendsten und meistaufgeführten Künstlern weltweit.

Erste Bände erschienen bald, doch dann ruhten die Bemühungen. Man wollte das Projekt überarbeiten und möglichst alle einschlägigen russischen Institutionen mit einbeziehen. Mittels eines deutsch-russischen Kooperationsvertrags konnte man sich die ideelle und wirtschaftliche Unterstützung des russischen Staates sichern. Die Experten sind zuversichtlich, dass sie nun alle Anforderungen einer modernen wissenschaftlichen Gesamtausgabe erfüllen können. 120 Bände soll die Edition umfassen und mit russischen und englischen Texten erscheinen.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Anklang
mit Johannes Leopold Mayer. Joseph Haydn: Streichquartett C-Dur Hob.III/72 (Schuppanzigh-Quartett)

Ein dissonanter Akkord – dann eine Pause. Joseph Haydn macht's gleich zu Beginn spannend – aber er zielt auf ganz anderes hin: Passagen mit fast irrwitziger satztechnischer Kunst wechseln mit solchen reinster Einfachheit – und am End' stellt sich Überwältigung ein angesichts dieses vielschichtigen Kompendiums an Schönheit.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
"Das Haus" von Irene Dische. Aus dem Amerikanischen von Tanja Handels.
Es liest Sona MacDonald.
Gestaltung: Gudrun Hamböck

Die Jones, Abstinenzler, stramme Republikaner, Inhaber einer florierenden Klempnerfirma und Leiter der Sonntagsschule der Southern Baptist Church, haben es sich in ihrem neu errichteten Haus am Ufer eines von Alligatoren wimmelnden Sees bequem gemacht. Schwere Eichentüren, luxuriöses Badezimmer, die Teppiche in den Farben der Konföderierten-Flagge, die vor dem Haus weht. Wir schreiben das Jahr 1962. Das Grundstück stammt aus der Familie von Mrs. Jones, den Smiths, von denen man sagt, dass sie von einer Indianerprinzessin abstammen. Doch etwas stimmt an dieser Geschichte nicht – wie auch mit dem Grundstück selbst …

Irene Dische, 1952 in New York geboren, in Deutschland lebend und auf Englisch schreibend, machte erstmals 1989 mit ihrem gefeierten Erzählband "Fromme Lügen" auf sich aufmerksam. Es folgten zahlreiche Romane, Erzählungen und Essays, zuletzt der 2017 erschienene Roman "Schwarz und Weiß".


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Eva Teimel


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer und in französischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Das Ö1 Konzert
Lahti Symphony Orchestra, Dima Slobodeniou; Baiba Skride, Violine. Jean Sibelius: a) Ouvertüre a-Moll; b) Konzert für Violine und Orchester d-Moll op. 47; c) "Schwanenweiß", Suite op. 54a (aufgenommen am 6. September im Sibeliustalo in Lahti im Rahmen des "Sibelius Festival Lahti 2018").
Präsentation: Peter Kislinger


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Praxis – Religion und Gesellschaft


16:40 Das Ö1 Gesundheitsmagazin


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:25 Hundert Häuser
1936 – Freihaus auf der Wieden


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Mirjam Jessa.


17:55 Betrifft: Geschichte
Das medizinische Wundermittel des 20. Jahrhunderts. Mit Heinz Burgmann, Klinische Abteilung für Infektionen und Tropenmedizin der Medizinischen Universität Wien.
Gestaltung: Isabelle Engels

Noch vor 100 Jahren waren bakterielle Infektionskrankheiten wie Scharlach oder Lungenentzündung ein sicheres Todesurteil. Heute können diese Krankheiten rasch und gut geheilt werden - mittels Antibiotika.

Penicillin, das erste Antibiotikum und daher oft synonym verwendet, gilt als eine der wichtigsten Entdeckungen der Medizingeschichte. An deren Anfang stand der Zufall: im September 1928 hatte sich in den Petrischalen des Bakteriologen Alexander Fleming unbeabsichtigt Schimmelpilz ausgebreitet. Statt die "verdorbenen" Bakterienkulturen zu entsorgen, bemerkte der aus Schottland stammende Mediziner, dass rund um den Pilz "Penicillium notatum" der Bakterienrasen verschwunden war. Seine Erkenntnis, dass Penicillin "ein wirksames antiseptisches Mittel sein könnte", fand jedoch kaum Beachtung.

Erst mehr als ein Jahrzehnt später gelang es dem Pathologen Howard Florey und dem Biochemiker Ernst Chain den Wirkstoff zu isolieren, beim Menschen anzuwenden und damit seine therapeutische Wirkung zu beweisen. Die Massenproduktion durch die US-amerikanische Pharmaindustrie setzte in Folge des Zweiten Weltkrieges ein. Durch die Rettung zehntausender verwundeter Soldaten errang Penicillin seinen Ruf als Wunderwaffe.

Die wie ein Wunder erscheinende Wirkung führte allerdings auch dazu, dass Antibiotika in den folgenden Jahrzehnten übermäßig und oft unnötigerweise verabreicht wurden. Mit den Folgen kämpft man heute: immer mehr Bakterienstämme sind gegen Antibiotika resistent.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:30 Klartext
mit Klaus Webhofer


19:30 Alte Musik – neu interpretiert
Studiogast ist Maximilian Volbers, Gewinner des 9. Internationalen Johann Heinrich Schmelzer Wettbewerbs.
Gestaltung: Gerhard Hafner

Der 1994 im deutschen Münster geborene Maximilian Volbers zählt zu den profiliertesten Blockflötisten der jüngeren Generation. Seine Ausbildung erhielt er zunächst privat und später als Jungstudent bei Ulrike Volkhardt, Winfried Michel und Gregor Hollmann. Seit 2012 studiert er an der Universität Mozarteum Salzburg bei Dorothee Oberlinger, Florian Birsak und Reinhard Goebel.

2017 gewann Maximilian Volbers in Melk den 9. Internationalen Johann Heinrich Schmelzer Wettbewerb. Im Rahmen der heurigen "Internationalen Barocktagen Stift Melk" gab Maximilian Volbers am 19. Mai 2018 in Schloss Pielach ein Konzert mit dem Titel "Klingendes Planetarium". Gemeinsam mit seinen zwei Musikerfreunden, dem Gambisten Christoph Urbanetz und dem Cembalisten Andreas Gilger brachte er dabei Werke von u.a. Corelli, Telemann und Couperin zur Aufführung. Ausschnitte aus diesem Konzert umrahmen ein Studiogespräch mit dem Newcomer unter den Blockflöten-Virtuosen.


21:00 Salzburger Nachtstudio
Eindrücke vom Philosophicum Lech 2018
Gestaltung: Martin Haidinger

Für manche Zeitgenossen scheint es auf der Hand zu liegen: Die Hölle, das sind die anderen! Seit Jean-Paul Sartres existentialistischer Deutung ist zumindest klar, dass es die Menschen selbst sind, die sich ihr eigenes und das Leben der anderen zur Hölle machen.

Das ursprünglich religiös gedachte Modell der Hölle wird zur Metapher, mit der wir im Alltag und in der Geschichte jene Situationen beschreiben, die als unzumutbar, quälend, letztlich unerträglich empfunden werden. Indes ist das Unerträgliche weder chaotisch noch anarchisch, es gehorcht Regeln, Ritualen, Zwängen und Wiederholungen. Es handelt sich um Kulturen des Unerträglichen, die von der Hölle in Beziehungen und Familien bis zu den Höllen der Sucht, von den Höllen der Gewalt und der Kriege bis zur Hölle des Cybermobbings und des Hasses in den sozialen Netzwerken, von der Hölle der Naturkatastrophen bis zu den Höllen des Terrors und der politischer Repression reichen.

Trotzdem steckt in jeder Hölle noch ein religiöser Kern. Die Qualen, die sich Menschen ausgemalt haben, sind Dokumente eines Bewusstseins von Gerechtigkeit. Der Böse, der der irdischen Gerichtsbarkeit entkommen konnte, sollte wenigstens im Jenseits dafür büßen. Die Konzepte dieser religiösen Vorstellungen einer ausgleichenden jenseitigen Gerechtigkeit reichen von einer freudlosen Unterwelt über ein reinigendes Fegefeuer bis zu einem ausgeklügelten System von Foltern und Qualen und der ewigen Verdammnis. Die Hölle und ihre Bilder sind so selbst zu einer Quelle der Kultur geworden, von Dantes "Inferno" bis zu Don Giovannis Höllenfahrt, von den grausamen Weltgerichtsphantasien des Hieronymus Bosch bis zu den modernen Darstellungen auswegloser Situationen reichen die ästhetischen Bearbeitungen und Variationen der Hölle. Ohne Hölle und Höllenfahrten wären Literatur, Kunst und Musik um einiges ärmer.

In einer Sendung von Martin Haidinger mit Eindrücken vom 22. Philosophicum Lech machen sich Philosophen, Kultur- und Sozialwissenschafter Gedanken über die Hölle und ihre religiösen und weltlichen Dimensionen.


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Die Wiederverzauberung der Welt.
Esoterik zwischen Lifestyle und Pseudoreligion (3).
Gestaltung: Günter Kaindlstorfer

Steile Bewirtschaftung. Bergbauernbetriebe in Österreich (3).
Gestaltung: Andreas Wolf

Komponisten komplett! Gesamtausgaben von Mozart bis Tschaikowksy (3).
Gestaltung: Brigitte Voykowitsch


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Zeit-Ton Magazin.
Gestaltung: Rainer Elstner

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen.

*

Donnerstag, 27. September 2018


00:00 Nachrichten


00:05 Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Und vergib auch unseren Gläubigern". Gar nicht schuldhafte Gedanken macht sicher der Wirtschaftsjournalist bei der Wochenzeitung "Die Furche" Oliver Tanzer. –
Gestaltung: Alexandra Mantler

Schuld und Schulden gelten als sündhaft und für manche sogar als Fluch Gottes. Dabei ist die eine (Schuld) eine natürliche Förderkraft von Weisheit und Erkenntnis, und die anderen (Schulden) sind ein wichtiger Antrieb positiver wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklung.

Schuld und Schulden sollen also etwas Positives sein? Das klingt mehr als befremdlich in unseren Ohren. Das tut es aber nur, weil wir in einer Gesellschaft leben, die zu oft sinnlos straft und ziellos wegen allfälliger Vergehen Leid zufügt.

Diese destruktiven Mechanismen werden von Kindheit an gelehrt und eingeübt, sie gehen aber an den Anforderungen der Realität vorbei. Wer hingegen Schuld als Antrieb zur Gabe und Schulden als einen Generator der menschlichen Erfindungskraft und Energie sieht, wird dem Geheimnis des Fortschritts näher kommen und Werte und Selbstwerte gerade dort entdecken, wo sonst nur Scham und Schande vermutet werden. Gar nicht so schuldhafte "Gedanken für den Tag" von Oliver Tanzer.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Die Wiederverzauberung der Welt
Esoterik zwischen Lifestyle und Pseudoreligion (4).
Gestaltung: Günter Kaindlstorfer

Die Esoterikbranche brummt. 25 bis 30 Milliarden Euro setzen Astrologen, Raumenergetikerinnen, Wünschelrutengänger, Aura-Analytiker und Kristallheilerinnen allein im deutschen Sprachraum Jahr für Jahr um. Im Vergleich dazu: der Buchhandel kommt auf einen Jahresumsatz von gerade einmal 9 Milliarden.

Bei allen inhaltlichen Differenzen: Die diversen esoterischen Schulen teilen einige "philosophische" Grundannahmen. Der Berliner Religionswissenschaftler Hartmut Zinser fasst die esoterischen Grundprinzipien so zusammen: "Alles im Kosmos steht mit allem in Verbindung, die verschiedenen Sphären sind durch das Analogie-Prinzip miteinander verbunden.,Wie oben, so unten', so lautet eines der esoterischen Axiome, oder:,wie im Mikrokosmos, so im Makrokosmos'. Für Atome, Alltagsgegenstände und die menschliche Psyche gelten aus esoterischer Perspektive die gleichen Gesetze und Regeln. Deshalb kann man durch geistige Energien, so glauben Esoteriker, auf die materielle Welt einwirken".

Von den Wissenschaften belächelt und den Kirchen bekämpft haben sich esoterische Heils- und Erlösungslehren – vor allem seit dem krisenhaften Niedergang der christlichen Religionen – einen festen Platz in den Herzen und Hirnen der Menschen erkämpft. Einer Umfrage des Linzer Market-Instituts zufolge glauben 72 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher an die "Macht des Karmas", 60 Prozent an die Wirkungsmacht spiritueller "Kraftplätze" und immerhin noch 45 Prozent vertrauen den seherischen Qualitäten von Wünschelrutengängern, während nur 39 Prozent an den christlichen Gott und 20 Prozent an die Auferstehung Christi glauben.

Warum aber sind esoterische Phantasmagorien so erfolgreich? Zum einen, darauf weisen Religionswissenschafter und Psychologen immer wieder hin, arbeiten Esoteriker an einer "Wiederverzauberung der Welt", was in Zeiten eines platten Materialismus verführerisch auf viele wirkt. Zum anderen befördert die Esoterik narzisstische Allmachtsphantasien – eine Reaktion auf archaische Angst- und Ohnmachtsgefühle. Esoterische Heilslehren führen zu einem Aufblähen des Individuums, sie sagen dem Menschen: Du bist alles, du kannst alles, das ganze Universum dreht sich um dich, und Engel oder andere Mächte des Lichts umkreisen dich wie ein Bienenvolk, wenn du nur die richtige – esoterische – Einstellung an den Tag legst".

Und wer hätte das nicht gern, dass sich das ganze Universum um ihn dreht?


09:30 Radiokolleg – Steile Bewirtschaftung
Bergbauernbetriebe in Österreich (4).
Gestaltung: Andreas Wolf

Dass Menschen auf Bergen siedelten war das Ergebnis eines Verdrängungswettbewerbes um die besten Lagen in den Tälern. Heute werden die, oft aus Holz gebauten Höfe, als idyllische Postkartenensembles für den Fremdenverkehr in Szene gesetzt. Doch das Leben auf Bergbauernhöfen war Jahrhunderte lang überaus hart und entbehrungsreich. Im Winter waren die Höfe oft Monate lang von der Außenwelt abgeschnitten. In den oft bis zu 30 Personen umfassenden Hausgemeinschaften stand physische und psychische Gewalt an der Tagesordnung.

Auf historischen Höfen lassen sich die Sozialdramen vergangener Zeiten an Hand von getrennten Küchen rekonstruieren. In diesem oft einzigen beheizten Raum war es stickig und heiß, dementsprechend brüteten dort auch Hühner. Der Gestank von Fäkalien durchdrang die Gehöfte, denn die wärmespendenden Ställe waren direkt mit den Häusern verbunden. Hunger und daraus resultierende Mangelerkrankungen waren ständige Begleiter.

In manchen Regionen trug auch das Erbrecht zur Verelendung der Bauern bei. Der Alltag wurde von landwirtschaftlichen Tätigkeiten, einem strengen Katholizismus und Aberglauben bestimmt. Armenfürsorge gab es beinahe keine. Alte Mägde und Knechte gingen zur "Einlage". Dabei mussten sie von fremden Bauern mitversorgt und untergebracht werden. Dementsprechend schlecht wurden die "zusätzlichen Esser" oft behandelt.

Mit der Hofübergabe verloren Altbauern ihre Machtstellung, weshalb sie diese häufig bis zuletzt hinauszögerten.

Heute werden Bergbauernbetriebe in Katasterplänen erfasst. An Hand der u. a. zu bewirtschaftenden Fläche, der Klimazone und der Hangneigung erfolgt die Einteilung in Erschwerniszonen die als Bemessungsgrundlage für EU-Förderungen dienen.

In den vergangenen Jahrzehnten vollzog sich in der Bergbauernwirtschaft ein Wandel von der Produktion zur Landschaftspflege. Durch die Beweidung hochgelegener Flächen wird das Auftreten von Hangrutschungen verhindert und die Verwaldung verzögert. Viele Betriebe versuchen ihre landwirtschaftlichen Produkte als Direktvermarkter zu verkaufen. Damit entgehen sie dem Preisdruck von Großhandelsketten. Ein weiteres Segment, dass viele Bergbauern für sich erschlossen haben ist der Tourismus. Häufig existieren Kooperationen mit lokalen Tourismusverbänden. Angeboten wird ein vielfältiges Programm, dass vom klassischen Urlaub am Bauernhof, bis zur Mithilfe auf Almen reicht.


09:45 Radiokolleg – Komponisten komplett!
Gesamtausgaben von Mozart bis Tschaikowksy (4).
Gestaltung: Brigitte Voykowitsch

200 CDs und zwei Bücher umfasste die Gesamtedition von Wolfgang Amadeus Mozarts Schaffen. Die inhaltlich und kilomäßig gewichtige Box erschien zum 225. Todestag des Komponisten im Jahr 2016 und war das Ergebnis intensiver Archivrecherchen führender Musiklabels. Bereits in den vorangegangenen eineinhalb Jahrzehnten kamen zwei Gesamteditionen der Lieder von Franz Schubert heraus.

Angelegt waren sie nach unterschiedlichen Ordnungsprinzipien: Nach Textdichtern, Themen, Liederjahren in der einen Version, nach Dichtern und Dichterkreisen in der anderen. Für Liebhaber und Experten klassischer Musik sind solche umfassende Werkausgaben ein unermesslicher Schatz, für die Musikgeschichte stellen sie äußerst wertvolle Dokumente dar. Bereits seit 1993 bemüht sich Schott Music, gemeinsam mit russischen Partnern die Gesamtedition von Peter Iljitsch Tschaikowski zu realisieren, schließlich gehört der russische Komponist zu den bedeutendsten und meistaufgeführten Künstlern weltweit.

Erste Bände erschienen bald, doch dann ruhten die Bemühungen. Man wollte das Projekt überarbeiten und möglichst alle einschlägigen russischen Institutionen mit einbeziehen. Mittels eines deutsch-russischen Kooperationsvertrags konnte man sich die ideelle und wirtschaftliche Unterstützung des russischen Staates sichern. Die Experten sind zuversichtlich, dass sie nun alle Anforderungen einer modernen wissenschaftlichen Gesamtausgabe erfüllen können. 120 Bände soll die Edition umfassen und mit russischen und englischen Texten erscheinen.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Ausgewählt
mit Hans Georg Nicklaus. Die Ö1-Hörer/innen wählen ihre Interpretation: Live und via Email ist die Meinung der Hörer/innen zu fünf verschiedenen Aufnahmen von Chopins berühmtem Fantaisie-Impromptu op. 66 gefragt.

Frédéric Chopins Fantaisie-Impromptu op. 66, dessen ungewöhnlicher Doppeltitel als Hinweis auf einen besonders "freien", wie aus dem Stegreif improvisierten Charakter dieses Stücks verstanden werden kann, hat eine ganz klare Form: A-B-A plus Schluss, wobei im Mittelteil ein lyrischer Gesang ertönt, umgeben von virtuosen Girlanden, Läufen, Akkorden im A-Teil.

Die Interpret/innen gestalten schon das Tempo dieser beiden Teile unterschiedlich: beginnen schnell und werden im Kontrast dazu extrem langsam im Mittelteil oder gestalten auch den lyrischen Mittelteil im Tempo eher zügig, andere wieder beginnen schon mit starken Rubati, Temposchwankungen, die den "rasenden" Charakter des A-Teils reduzieren. Und auch zur Frage, wie fließend oder doch fein artikuliert diese üppigen Läufe Chopins klingen sollen, gibt es unterschiedliche Ansichten. Aufnahmen von 1964 bis 2007 im Vergleich.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
"Petropolis. Die große Reise der Mailorder-Braut Sascha Goldberg". Von Anya Ulinich. Aus dem Russischen von Pieke Biermann. Es liest Irene Colin.
Gestaltung: Friederike Raderer

Sascha Goldberg, die kleine Russin mit der schokoladefarbenen Haut – eine Reminiszenz aus den Tagen der 1. Weltjugendfestpiele in Moskau – hat die Nase voll von den Träumen ihrer Mutter. Sie will keine berühmte Malerin werden, und so lässt sie ihr Studium an der Kunsthochschule sausen und meldet sich bei der Partnervermittlung "Amors Bogen". Sie hofft, sich einen gutaussehenden, begüterten, freundlichen Amerikaner zu angeln, um mit ihm in den USA zu leben.


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Peter Kislinger


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer und in französischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Stimmen hören
mit Chris Tina Tengel.
Mailands vergessenes Opernhaus: Aus der Geschichte des Teatro Dal Verme

Lange währte sie nicht, die Zeit, in der das 1872 eröffnete Teatro Dal Verme dem Teatro alla Scala Konkurrenz machte. Aber es war eine Zeit mit scharf umrissenem Programm: Man spielte Meyerbeer, Halévy und Russisches (dirigiert von Franco Faccio), bot einem Amilcare Ponchielli Wirkungsmöglichkeiten, förderte die jüngste italienische Komponistengeneration.

So sind "Le Villi" von Giacomo Puccini und "Pagliacci" von Ruggero Leoncavallo im Teatro Dal Verme uraufgeführt worden, von Leoncavallo auch die interessanten "Medici". Als "La vedova allegra" kam Léhars "Lustige Witwe" an diesem Mailänder Theater zur italienischen Erstaufführung, spätere Premieren wie "Cin Ci La", die Operette mit Musik von Virgilio Ranzato, weisen freilich bereits den Weg in den künstlerischen Niedergang.


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Medizin und Gesundheit


16:40 Die Ö1 Kinderuni
Meteore, Kometen und kosmische Katastrophen
Gestaltung: Anna Masoner

Zwischen den Planeten ist der Weltraum nicht einfach leer. Den dazwischen fliegen in unserem Sonnensystem auch allerlei größere und kleinere Steinbrocken herum. Und ein Teil davon landet auch auf der Erde. Man schätzt dass täglich 50 Tonnen auf der Erdoberfläche eintreffen. Diese Gesteinsbrocken nennt man Meteoriten und wenn sie auf der Erde einschlagen, hinterlassen sie oft mächtige Abdrücke. Daniel Weselka vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung reist gern zu diesen Spuren und verrät den Ö1 Kinderunireportern Luka, Moshe, David und Flavio was die mit Dinosauriern zu tun haben.


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:25 Hundert Häuser
Neugestaltung Wien mit Gauforum und "Baldur-von-Schirach"-Insel


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Andreas Felber.


17:55 Betrifft: Geschichte
Das medizinische Wundermittel des 20. Jahrhunderts. Mit Heinz Burgmann, Klinische Abteilung für Infektionen und Tropenmedizin der Medizinischen Universität Wien.
Gestaltung: Isabelle Engels

Noch vor 100 Jahren waren bakterielle Infektionskrankheiten wie Scharlach oder Lungenentzündung ein sicheres Todesurteil. Heute können diese Krankheiten rasch und gut geheilt werden - mittels Antibiotika.

Penicillin, das erste Antibiotikum und daher oft synonym verwendet, gilt als eine der wichtigsten Entdeckungen der Medizingeschichte. An deren Anfang stand der Zufall: im September 1928 hatte sich in den Petrischalen des Bakteriologen Alexander Fleming unbeabsichtigt Schimmelpilz ausgebreitet. Statt die "verdorbenen" Bakterienkulturen zu entsorgen, bemerkte der aus Schottland stammende Mediziner, dass rund um den Pilz "Penicillium notatum" der Bakterienrasen verschwunden war. Seine Erkenntnis, dass Penicillin "ein wirksames antiseptisches Mittel sein könnte", fand jedoch kaum Beachtung.

Erst mehr als ein Jahrzehnt später gelang es dem Pathologen Howard Florey und dem Biochemiker Ernst Chain den Wirkstoff zu isolieren, beim Menschen anzuwenden und damit seine therapeutische Wirkung zu beweisen. Die Massenproduktion durch die US-amerikanische Pharmaindustrie setzte in Folge des Zweiten Weltkrieges ein. Durch die Rettung zehntausender verwundeter Soldaten errang Penicillin seinen Ruf als Wunderwaffe.

Die wie ein Wunder erscheinende Wirkung führte allerdings auch dazu, dass Antibiotika in den folgenden Jahrzehnten übermäßig und oft unnötigerweise verabreicht wurden. Mit den Folgen kämpft man heute: immer mehr Bakterienstämme sind gegen Antibiotika resistent.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Die Rolle von Viren in der Evolution
Von Birgit Dalheimer

Bei Viren denken die meisten an Erreger mehr oder weniger schlimmer Krankheiten. Doch etwa die Hälfte des menschlichen Erbguts besteht aus DNA, die ursprünglich von Viren stammt. Das war eines der eher überraschenden Ergebnisse bei Entzifferung des menschlichen Genoms Anfang des Jahrtausends. Seither suchen Wissenschaftler in verschiedensten Tierarten nach DNA-Sequenzen viralen Ursprungs. Dank neuer Methoden funktioniert das immer schneller und effizienter.

Fündig werden die Forscher fast überall. Sie schließen daraus, dass Viren eine entscheidende Rolle in der Evolution gespielt haben müssen. Unzählige Male in der Lebensgeschichte hat sich das Erbgut von Viren in das ihrer Wirte eingebaut, wurde fester Bestandteil davon und hat damit zu neuen Eigenschaften verholfen. So waren Viren etwa bei der Entstehung der Plazenta – des Mutterkuchens – wichtig, waren an der Entwicklung des Gehirns beteiligt und sorgten dafür, dass Organismen andere Viren abwehren können.


19:30 Festival Allegro Vivo 2018
Academia Allegro Vivo, Dirigent und Violine: Vahid Khadem-Missagh; Thomas Selditz, Viola. Gottfried von Einem: Konzert für doppeltes Streichorchester op. 10 * Wolfgang Amadeus Mozart: a) Sinfonia Concertante Es-Dur KV 364; b) Symphonie g-Moll KV 550 (aufgenommen am 16. September in der Bibliothek des Stiftes Altenburg).
Präsentation: Gustav Danzinger


21:00 Im Gespräch
"Es wird besser" – Rosa Lyon im Gespräch mit Alena Buyx, Medizinethikerin

Neue Technologien und Fortschritte etwa in der Medizin wurden bisher in "gut" und "böse" eingeteilt. Chemotherapie ist gut, Atombomben sind böse. Das geht heute nicht mehr, sagt Alena Buyx, Mitglied des Deutschen Ethikrates. Die Atomtechnik ist nicht nur "böse". Die Spielregeln hätten sich grundlegend geändert, jede Entwicklung, so klein sie auch sein mag, müsse in allen Details und Aspekten immer wieder neu bewertet werden.

Alena Buyx forscht an der Technischen Universität München zu den ethischen Fragen von Innovation, also auch Big Data, Algorithmen, Apps und Social Bots im großen Feld Gesundheit und Medizin. "Apps können etwa wunderbar dabei helfen, das Leben besser, schneller, entspannter, kurz zufriedener zu verbringen. Werden die Daten jedoch dazu benutzt, mich zu manipulieren oder mich für Verhalten zu strafen, so ist mein Leben weniger frei, weniger entspannt, kurz unglücklicher."

Im Gespräch mit Rosa Lyon meint Buyx, es sei bemerkenswert, wie groß unsere Angst vor technischen Neuerungen ist, wir sie aber gleichzeitig so nahe an uns heran lassen. Das zeige, wie wichtig eine ethische Debatte zu technischen Neuerungen sei. Alena Buyx ist überzeugt: im Großen und Ganzen wird die Welt besser.


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Die Wiederverzauberung der Welt.
Esoterik zwischen Lifestyle und Pseudoreligion (4).
Gestaltung: Günter Kaindlstorfer

Steile Bewirtschaftung. Bergbauernbetriebe in Österreich (4).
Gestaltung: Andreas Wolf

Komponisten komplett! Gesamtausgaben von Mozart bis Tschaikowksy (4).
Gestaltung: Brigitte Voykowitsch


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Klangspuren 2018: Laute Bilder von Christof Dienz.
Gestaltung: Patrizia Jilg

"Wir leben in einer Zeit von lauten Bildern", so der Komponist Christof Dienz. "Alles ist aggressiv vervisualisiert, niemand kann sich entziehen, das Smartphone brennt Löcher in die Netzhaut und aus allen Bildschirmen dieser Welt brüllt es grell heraus, doch die Projektoren von heute hauchen nur noch leise vor sich hin oder sind total still". In dem audiovisuellen Stück "Laute Bilder" sollten die alterwürdigen Maschinen demgegenüber im Mittelpunkt stehen. Elektronisch verstärkt erhoben die diversen Super 8-, 16mm- und Dia-Projektoren unter der Leitung des Filmexperimentalisten Pepi Öttl lautstark ihre Stimme, während sie gleichzeitig Bilder an die Wand warfen. Begleitet wurden sie dabei vom Tiroler Ensemble für Neue Musik TENM, Christof Dienz (verstärktes Fagott mit Effekten) und Lukas König (Drums, Synthesizer und Rap), – im Spannungsfeld zwischen zeitgenössischer Klassik und elektronischer Club Musik.

*

Freitag, 28. September 2018


00:00 Nachrichten


00:05 Ausgewählt

(Wiederholung von 10:06 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Und vergib auch unseren Gläubigern". Gar nicht schuldhafte Gedanken macht sicher der Wirtschaftsjournalist bei der Wochenzeitung "Die Furche" Oliver Tanzer. –
Gestaltung: Alexandra Mantler

Schuld und Schulden gelten als sündhaft und für manche sogar als Fluch Gottes. Dabei ist die eine (Schuld) eine natürliche Förderkraft von Weisheit und Erkenntnis, und die anderen (Schulden) sind ein wichtiger Antrieb positiver wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklung.

Schuld und Schulden sollen also etwas Positives sein? Das klingt mehr als befremdlich in unseren Ohren. Das tut es aber nur, weil wir in einer Gesellschaft leben, die zu oft sinnlos straft und ziellos wegen allfälliger Vergehen Leid zufügt.

Diese destruktiven Mechanismen werden von Kindheit an gelehrt und eingeübt, sie gehen aber an den Anforderungen der Realität vorbei. Wer hingegen Schuld als Antrieb zur Gabe und Schulden als einen Generator der menschlichen Erfindungskraft und Energie sieht, wird dem Geheimnis des Fortschritts näher kommen und Werte und Selbstwerte gerade dort entdecken, wo sonst nur Scham und Schande vermutet werden. Gar nicht so schuldhafte "Gedanken für den Tag" von Oliver Tanzer.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Kontext – Sachbücher und Themen
Redaktion: Wolfgang Ritschl


09:42 Saldo – das Ö1 Wirtschaftsmagazin


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Intrada – Österreichs Musizierende im Porträt
Der Fritz Kreisler-Wettbewerb 2018 +++ Von Kamot bis Radau – Die Kärntner Formation "klakradl" +++ Wiener Orgelkonzerte +++ Ö1 Talentebörse.
Präsentation: Stefan Höfel


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten – Neue Literatur aus Österreich
"Im Vorgarten der Palme" von Bernhard Strobel. Es liest Michael Dangl.
Gestaltung: Michaela Frühstück

Es ist eine scheinbar harmlose Textnachricht, die das Eheleben eines jungen Elternpaares in eine ungeahnte Krise treibt. Eine Krise, die durch Projektionen auf das Gegenüber, imaginierte Handlungsszenarien und zwanghaftes Im-Kreis-Denken befeuert wird. Im Vorgarten der Palme passiert scheinbar nichts, während gleichzeitig alles auseinander bricht. Jeder Geste, jedem Schritt, jedem Wort, das fällt – oder ausfällt, wird Bedeutung beigemessen.

Ein Haus in der Vorstadt mit Kind, Garten und einer sorgsam gehegten Palme ist Schauplatz dieser beklemmenden Alltagsgeschichte, in der die Palme Sehnsuchtsoase und Symbol für eine verschüttete Kindheitsidylle ist. Bernhard Strobel legt in seinem Debütroman innere Monologe und Zermürbungstaktiken frei, die sich am Ende gegen alle richten.

Strobel lebt und arbeitet in Neusiedl am See im Burgenland. Seinen präzisen und unverspielten Erzählstil kultiviert er nachlesbar seit 2007, als im Literaturverlag Droschl sein erster Erzählband "Sackgasse" erscheint. Es folgen "Nichts, nichts" und "Ein dünner Faden", ebenfalls bei Droschl. Bernhard Strobel ist mehrfach ausgezeichnet worden, zuletzt 2017 mit dem Literaturpreis des Landes Burgenland.


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Gustav Danzinger


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer und in französischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 In Concert
In Concert mit Michael Neuhauser. Hochenergetischer Afrojazz als fantasievolle Projektion

Wer einem exzessiven Eklektizismus huldigt und diesen gekonnt auf die Spitze treibt, kann dabei auch unversehens seinen ureigenen, unverwechselbaren Stil finden. So ist es bei den acht friulanischen Musikern geschehen, die sich (wie auch ihr Debütalbum) "Maistah Aphrica" nennen. Da scheinen sich Sun Ra und Mulatu Astatke die Hand zu geben, um gemeinsam Jazz-Funk, Hard Bop, Afrobeat und High Life zu spielen; da tauchen exotische Klänge auf wie aus den Exploitation-Filmscores der italienischen Komponisten Piero Umiliani oder Armando Trovajoli, um sich in Dub-Effekten wieder aufzulösen.

Und das alles findet statt in einem als "mental map" verstandenen Afrika, einem Kontinent der Projektionen, in dem Addis Abeba und die angolanische Kleinstadt Balombo eins sind und imaginäre Stämme zur hochenergetischen Party laden – mit kräftigen Bläsern, treibender Perkussion und psychedelischen Synthesizer-Klängen. Dabei ist der mystisch anmutende Bandname "Maistah Aphrica" nichts anderes als ein augenzwinkerndes "Mai stato in Africa" in friulanischer Aussprache, übersetzt also: "Noch nie in Afrika gewesen!"

Michael Neuhauser präsentiert den Auftritt, den Maistah Aphrica am 10. Mai 2018 im Funkhaus der RAI in Rom gab.


15:30 Moment – Kulinarium


15:55 Schon gehört? Tipps für Klein und Groß


16:00 Nachrichten


16:05 Da capo: Im Gespräch
"Es wird besser" – Rosa Lyon im Gespräch mit Alena Buyx, Medizinethikerin

Neue Technologien und Fortschritte etwa in der Medizin wurden bisher in "gut" und "böse" eingeteilt. Chemotherapie ist gut, Atombomben sind böse. Das geht heute nicht mehr, sagt Alena Buyx, Mitglied des Deutschen Ethikrates. Die Atomtechnik ist nicht nur "böse". Die Spielregeln hätten sich grundlegend geändert, jede Entwicklung, so klein sie auch sein mag, müsse in allen Details und Aspekten immer wieder neu bewertet werden.

Alena Buyx forscht an der Technischen Universität München zu den ethischen Fragen von Innovation, also auch Big Data, Algorithmen, Apps und Social Bots im großen Feld Gesundheit und Medizin. "Apps können etwa wunderbar dabei helfen, das Leben besser, schneller, entspannter, kurz zufriedener zu verbringen. Werden die Daten jedoch dazu benutzt, mich zu manipulieren oder mich für Verhalten zu strafen, so ist mein Leben weniger frei, weniger entspannt, kurz unglücklicher."

Im Gespräch mit Rosa Lyon meint Buyx, es sei bemerkenswert, wie groß unsere Angst vor technischen Neuerungen ist, wir sie aber gleichzeitig so nahe an uns heran lassen. Das zeige, wie wichtig eine ethische Debatte zu technischen Neuerungen sei. Alena Buyx ist überzeugt: im Großen und Ganzen wird die Welt besser.


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Wolfgang Schlag.


17:55 Betrifft: Geschichte
Das medizinische Wundermittel des 20. Jahrhunderts. Mit Heinz Burgmann, Klinische Abteilung für Infektionen und Tropenmedizin der Medizinischen Universität Wien.
Gestaltung: Isabelle Engels

Noch vor 100 Jahren waren bakterielle Infektionskrankheiten wie Scharlach oder Lungenentzündung ein sicheres Todesurteil. Heute können diese Krankheiten rasch und gut geheilt werden - mittels Antibiotika.

Penicillin, das erste Antibiotikum und daher oft synonym verwendet, gilt als eine der wichtigsten Entdeckungen der Medizingeschichte. An deren Anfang stand der Zufall: im September 1928 hatte sich in den Petrischalen des Bakteriologen Alexander Fleming unbeabsichtigt Schimmelpilz ausgebreitet. Statt die "verdorbenen" Bakterienkulturen zu entsorgen, bemerkte der aus Schottland stammende Mediziner, dass rund um den Pilz "Penicillium notatum" der Bakterienrasen verschwunden war. Seine Erkenntnis, dass Penicillin "ein wirksames antiseptisches Mittel sein könnte", fand jedoch kaum Beachtung.

Erst mehr als ein Jahrzehnt später gelang es dem Pathologen Howard Florey und dem Biochemiker Ernst Chain den Wirkstoff zu isolieren, beim Menschen anzuwenden und damit seine therapeutische Wirkung zu beweisen. Die Massenproduktion durch die US-amerikanische Pharmaindustrie setzte in Folge des Zweiten Weltkrieges ein. Durch die Rettung zehntausender verwundeter Soldaten errang Penicillin seinen Ruf als Wunderwaffe.

Die wie ein Wunder erscheinende Wirkung führte allerdings auch dazu, dass Antibiotika in den folgenden Jahrzehnten übermäßig und oft unnötigerweise verabreicht wurden. Mit den Folgen kämpft man heute: immer mehr Bakterienstämme sind gegen Antibiotika resistent.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:20 Europa-Journal


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 matrix – computer & neue medien
Missverständnisse in E-Mails und Kurznachrichten.
Gestaltung: Lukas Plank

Dank E-Mail, Skype und diverser Kurznachrichten-Dienste können wir heute schneller miteinander kommunizieren als je zuvor. Aber die vielen neuen digitalen Möglichkeiten zur Kommunikation führen auch zu Sprachbarrieren und Missverständnissen. Kurze, knappe Mails empfindet man entweder als angenehm klar – oder als unhöflich. Das Nutzen der CC-Funktion kann als schneller Informationsaustausch verstanden werden – oder als Petzen. Und auch sonst gibt es allerlei Fallen beim Schreiben einer digitalen Mitteilung, berichtet Lukas Plank.

Moderation und Redaktion: Franz Zeller


19:30 Das Ö1 Konzert (Dolby Surround)
Symphonieorchester Vorarlberg, Dirigent: Gérard Korsten; Benjamin Schmid, Violine. Franz Liszt: Les Préludes * Erich Wolfgang Korngold: Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 35 * Richard Wagner: Ouvertüre zu "Die Meistersinger von Nürnberg" * Paul Hindemith: Symphonie "Mathis der Maler" (aufgenommen am 26. Mai im Montforthaus in Feldkirch in Dolby Digital 5.1).
Präsentation: Stefan Höfel

"Missbraucht – Verfemt"
Musik kann benützt werden, missbraucht, ideologisch verfremdet. Franz Liszt hatte keine Vorstellung vom Siegesjubel der Nationalsozialisten über gewonnene Schlachten, als er seine fulminante Tondichtung "Les Préludes" komponierte. Noch dazu bezog es sich dabei auf die Literatur des späteren Feindes Frankreich. Seinem Freund Richard Wagner waren zwar Nationalismus und Antisemitismus leider nicht fremd, aber in der Oper "Die Meistersinger von Nürnberg" gilt die deutsche Apotheose einer visionären Volksdemokratie und vor allem der Freiheit der Kunst. Um die es bekanntlich im Nazi-Regime nicht so gut stand. Wer freilich eine polyphone Ouvertüre so festlich und unwiderstehlich mitreißend gestalten kann, dem bleibt die Vereinnahmung durch Parteitage nicht erspart.

Musik konnte auch verfemt werden, wenn ein Komponist wie Erich Wolfgang Korngold zur falschen "Rasse" gehörte. Da half es ihm auch nichts, dass seine Musik gar nicht "entartet" im Sinne der Nazikunst-Ästhetik war, sondern tonal, melodienselig und voll berückend schöner Klangfarben. Das Violinkonzert des Erfinders der symphonischen Filmmusik und Opernmeisters zählt längst zu den großen Gattungsbeiträgen im 20. Jahrhundert. Und der Salzburger Stargeiger Benjamin Schmid ist der international gefeierte, derzeit führende Interpret dieser Musik.

Für das Finale hat Chefdirigent Gérard Korsten Paul Hindemith gewählt, der nicht aus rassischen, sondern aus weltanschaulichen Gründen emigrieren musste. In der Symphonie nach der Oper "Mathis der Maler" geht es wie auf der Bühne um das oft so fatale Verhältnis von Kunst und Macht, exemplarisch dargestellt am Beispiel des Meisters des "Isenheimer Altars", Matthias Grünewald und der Bauernkriege. Anno 1939 wusste man, dass damit der Zeit ein Spiegel vorgehalten wurde.
(Symphonieorchester Vorarlberg)


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Saldo – das Ö1 Wirtschaftsmagazin


22:23 Kontext – Sachbücher und Themen
Redaktion: Wolfgang Ritschl


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Klangspuren 2018. Das Schweizer Rock-Jazz-Power-Trio Steamboat Switzerland.
Gestaltung: Heinrich Deisl

Unter der Leitung des Hamburger Kurators Matthias Osterwold, der die Geschicke der Klangspuren seit 2012 bestimmt, öffnete sich das Festival auch stärker der experimentellen improvisierten Musik. Nicht nur neue elektronische Musik, die meist in "Late Nite Lounges" präsentiert wurde, sondern auch experimentelle Improvisationsmusik fand in den letzten Jahren regelmäßig Platz in den Programmen der Klangspuren.

Diesmal ist das Schweizer Rock-Jazz-Power-Trio Steamboat Switzerland zu Gast in Tirol. Mit einem Best-of-Medley aus Stücken von Michael Wertmüller und Stephan Wittwer demonstrieren der Keyboarder Dominik Blum, der E-Bassist Marino Pliakas und der Drummer Lucas Niggli, dass subversive Kraft nicht nur durch Lautstärke, sondern vor allem auch durch Präzision erzeugt wird.


00:00 Nachrichten


00:05 Intrada
Österreichs Musizierende im Porträt.
(Wiederholung von 10:05 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 3:00 und 5:00 Uhr Nachrichten
 

– Änderungen und Ergänzungen vorbehalten –
 

*


Quelle:
Radio ORF1 – Programminformationen
39. Woche – 22.09. bis 28.09.2018
Österreichischer Rundfunk ORF
Würzburggasse 30, 1136 Wien, Österreich
Tel. 0043-1/87 87 8-0, Fax 0043-1/87 87-330
Internet: www.orf.at


veröffentlicht im Schattenblick zum 14. September 2018

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