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BAYERN/8262: Regionalnachrichten - BR Text 19.05.2017


BR Text vom 19.05.2017 - Nachrichten Bayern


+++ MAD ermittelt gegen BW-Studenten +++ Wahlkampf-Klausur der CSU +++ Kein Freitagsgebet auf dem Marienplatz +++ Mann verbrennt sich auf Marienplatz +++ Mord mit Kreissäge: Lange Haftstrafe +++ Mehr Videoüberwachung in U-Bahnhöfen +++ Übertrittsquoten der Viertklässler +++ Entschuldigung für Sandkerwa-Äußerung +++ Mehrere Brände mit hohen Schäden +++ Drogensüchtige rastet aus +++ Motorradfahrer verunglückt +++ Elektronikdefekt im AKW Gundremmingen +++ Unfall auf der A3 +++ Augsburger Verkehrsverbund beschließt Tariferhöhung +++ Zugverkehr München-Garmisch-Partenkirchen wieder weitestgehend normal +++ Unfall beim Klettern in Nittendorf +++ Bienenseuche im Gemeindegebiet Speichersdorf +++ Fünf Jahre Haft wegen Vergewaltigung +++ Landwirt entdeckt Flugzeugteil +++ Cannabisplantage entdeckt +++ Haftstrafe wegen Untreue und Urkundenfälschung +++

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MAD ermittelt gegen BW-Studenten

Der Militärische Abschirmdienst/MAD hat
Ermittlungen zu einem möglichen rechts-
extremen Netzwerk an der Bundeswehr-
Universität in Neubiberg bei München
aufgenommen.

Wie Bayerns Innenminister Herrmann/CSU
dem BR mitteilte, wird dabei auch ge-
prüft, ob Studenten der Uni Verbindun-
gen zu Franco A. hatten. Der im franzö-
sischen Illkirch stationiert gewesene
Offizier hatte ein Doppelleben als an-
geblicher syrischer Flüchtling geführt
und steht unter Terrorverdacht.

Die "SZ" hatte zuvor von dem Verdacht
auf ein rechtes Netzwerk berichtet.

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Wahlkampf-Klausur der CSU

Vier Monate vor der Bundestagswahl will
die CSU bei einer Vorstandsklausur im
oberpfälzischen Schwarzenfeld ihre in-
haltlichen Schwerpunkte für den Wahl-
kampf festlegen.

"Sicherheit und Wohlstand für alle" sei
dabei das Leitmotiv seiner Partei, sag-
te Parteichef Seehofer bei dem bis
Samstag dauernden Treffen. Neben der
inneren gehe es auch um die soziale
Sicherheit.

Am Sonntag trifft sich Seehofer mit
Bundeskanzlerin Merkel/CDU. Die beiden
Unionsparteien wollen Anfang Juli ein
gemeinsames Wahlprogramm vorlegen.

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Kein Freitagsgebet auf dem Marienplatz

Die am Freitag geplante Demo von Münch-
ner Muslimen gegen die Schließung von
Innenstadt-Moscheen ist ausgefallen.

Der Organisator des Protests begründete
die Absage auf seiner Facebook-Seite
mit Sicherheitsgefahren. Der Münchner
Muslim schrieb, die Ankündigung eines
öffentlichen Freitagsgebets auf dem
Münchner Marienplatz habe auch Rechts-
populisten und rechte Gruppen auf den
Plan gerufen.

Wegen Überfüllung und aus Brandschutz-
gründen hatten mehrere Moscheen be-
reits schließen müssen.

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Mann verbrennt sich auf Marienplatz

Ein 54-jähriger Mann hat sich in der
Nacht auf Freitag auf dem Münchner
Marienplatz selbst verbrannt.

Er übergoss sich vor dem Rathaus mit
Benzin und zündete sich anschließend
vermutlich selbst an, wie die Feuerwehr
mitteilte. Beim Eintreffen der Ret-
tungsdienste habe er schwer verletzt
auf dem Platz gelegen. Der Mann starb
wenig später in einer Spezialklinik.

Der in München-Freimann wohnende Deut-
sche war mit seinem Auto auf den Platz
gefahren. Auf seinen Wagen hatte er
mehrere Parolen geschmiert wie "nie
wieder Krieg auf deutschem Boden".

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Mord mit Kreissäge: Lange Haftstrafe

Weil sie ihren Freund mit einer Hand-
kreissäge umgebracht hat, ist eine Stu-
dentin zu zwölf Jahren und sechs Mona-
ten Haft verurteilt worden.

Das Landgericht München sprach die 32-
Jährige des Totschlags an ihrem dama-
ligen Lebensgefährten schuldig. Damit
folgte das Gericht dem Plädoyer der
Verteidigerin, die im Gegensatz zur
Staatsanwaltschaft keine lebenslange
Freiheitsstrafe wegen heimtückischen
Mordes gefordert hatte.

Nach Überzeugung des Gerichts hat die
Angeklagte den Mann Ende 2008 in Haar
bei München beim Sexspiel getötet.

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Mehr Videoüberwachung in U-Bahnhöfen

Mit finanzieller Unterstützung des
Freistaats wollen die Städte Nürnberg
und Fürth die Videoüberwachung in ihren
U-Bahn-Stationen weiter ausbauen.

Neu montierte Videokameras sollen grö-
ßere Flächen abdecken. Zudem soll die
Qualität der aufgezeichneten Videos
verbessert werden, um Straftäter leich-
ter identifizieren zu können.

Wie Innenminister Herrmann/CSU bei der
Vorstellung in Nürnberg erläuterte, un-
terstützt der Freistaat die Pläne mit
1,5 Millionen Euro im Rahmen des "So-
fortprogramms Innere Sicherheit", das
der Ministerrat im Januar beschloss.

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Übertrittsquoten der Viertklässler

Von den rund 105.700 Viertklässlern an
Bayerns Grundschulen können fast 41.000
(39 %) auf das Gymnasium wechseln.

Die Übertrittsquote zur Realschule be-
trägt nach Angaben des Kultusministeri-
ums rund 28 Prozent (etwa 30.000 Schü-
ler). "Die Zahlen fügen sich in die
Entwicklung der Übertrittsquoten der
vergangenen Jahre ein", sagte Minister
Spaenle/CSU in München unter Berufung
auf die vorläufigen Zahlen.

Die Entwicklung zeige, dass die Eltern
inzwischen verstanden hätten, dass Kin-
der an allen Schulformen gute Chance
hätten, fügte Spaenle hinzu.

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Entschuldigung für Sandkerwa-Äußerung

Der CSU-Fraktionschef im Bamberger
Stadtrat, Müller, hat sich für seine
Äußerungen zur Sandkerwa entschuldigt.

In einer von der Bamberger CSU heraus-
gegebenen Pressemitteilung erklärte er,
er habe mit seinen "bewusst pointierten
Äußerungen zu den Auswüchsen der Sand-
kerwa" auf "die unerfreulichen Begleit-
erscheinungen unserer traditionellen
Kirchweih" hinweisen wollen.

Müller hatte mit der Bemerkung, die
Sandkerwa sei "eine Belustigung für das
Prekariat. Niedere Schichten kommen zu-
sammen, um sich zu besaufen" für Empö-
rung gesorgt.

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Mehrere Brände mit hohen Schäden

Mehrere Brände haben die Feuerwehr in
Oberbayern und Schwaben beschäftigt.

In Penzberg/Lkr. Weilheim-Schongau wur-
den dabei acht Bewohner eines Mehrfami-
lienhauses verletzt. Beim Brand eines
Hofs in Polling/Lkr. Mühldorf am Inn
wurden zwei Menschen verletzt, darunter
ein Feuerwehrmann. In Rohrdorf brannte
der Kuhstall eines Bauernhofs aus. In
Kempten im Allgäu gab es ebenfalls auf
einem Bauernhof ein Feuer, wobei ein
Rinderstall abbrannte. Die Tiere konn-
ten gerettet werden.

Die Sachschäden liegen in allen Fällen
im hohen sechsstelligen Bereich.

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Drogensüchtige rastet aus

Eine drogensüchtige Frau hat die Do-
nauwörther Polizei in Atem gehalten.

Die 25-Jährige raste mit ihrem Pkw zu-
nächst auf eine Fußgängerin zu,die sich
gerade noch retten konnte, anschließend
prallte die Autofahrerin gegen eine Ga-
rage. Die junge Frau stieg daraufhin
aus, holte bei einem gegenüberliegenden
Bauernhof einen Schäferhund aus einem
Zwinger, betrat damit ein Gebäude, ging
auf eine 55-Jährige los und verbarrika-
dierte sich mit der Rentnerin.

Die Polizei musste die leicht verletzte
55-Jährige mit Gewalt befreien, die 25-
Jährige kam in die Psychiatrie.

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BAYERN KURZMELDUNGEN

Marktoberdorf: Ein 50 Jahre alter Mo-
torradfahrer ist bei einem Unfall in
der Nähe von Marktoberdorf/Lkr. Ostall-
gäu schwer verletzt worden. Nach Anga-
ben der Polizei prallte er mit seiner
Maschine an einer Kreuzung gegen den
Anhänger eines Traktors. Der Mann wurde
von einem Rettungshubschrauber ins
Krankenhaus gebracht. Der Traktorfahrer
blieb unverletzt.

Gundremmingen: Vermutlich wegen eines
Elektronikdefekts hat sich am Freitag-
vormittag im AKW Gundremmingen der
Reaktorblock B automatisch abgeschal-
tet. Nach Angaben des Betreibers wurde
er nach einer Überprüfung wieder hoch-
gefahren. Der sichere Betrieb der Anla-
ge sei nicht beeinträchtigt gewesen.

Straubing: Auf der A3 bei Straubing hat
am frühen Morgen ein brennender Lkw-
Reifen für Behinderungen gesorgt. Die
Fracht des betroffenen Tiefladers, ein
38 Tonnen schweres Windkraftmodul,
musste umgeladen und der Lkw geborgen
werden. Die Autobahn zwischen Straubing
und Kirchroth war deshalb mehrere Stun-
den in Fahrtrichtung Nürnberg gesperrt.

Augsburg: Der Augsburger Verkehrsver-
bund hat zum 11. Juni eine Tariferhö-
hung um durchschnittlich 3,25 Prozent
angekündigt. Der Preis für eine Strei-
fenkarte wird von 10,30 auf 10,80 Euro
angehoben. Der Verbund hatte zu Jahres-
beginn auf die übliche Erhöhung ver-
zichtet. Gestiegene Personalkosten
machten den Schritt aber nun notwendig.

Oberammergau: Der Zugverkehr im Werden-
felser Land läuft nach dem Oberlei-
tungsschaden auf der Strecke München-
Garmisch-Partenkirchen wieder weitest-
gehend normal. Lediglich auf der
Strecke der Ammergaubahn zwischen Mur-
nau und Oberammergau fallen voraus-
sichtlich bis heute Abend noch alle
Züge aus. Gestern kam es den ganzen Tag
zu Zugausfällen. Unbekannte hatten laut
Bundespolizei am Mittwoch die Ober-
leitung beschädigt - es entstand ein
Schaden von 200.000 Euro.

Nittendorf: Eine 30 Jahre alte Frau ist
beim Klettern in Nittendorf/Lkr. Re-
gensburg 15 Meter abgestürzt und schwer
verletzt worden. Laut Polizei ist die
Ursache für den Unfall noch unklar.

Speichersdorf: Im Gemeindegebiet Spei-
chersdorf ist die "Amerikanische Faul-
brut", eine Bienenseuche, ausgebrochen.
Das Landratsamt Bayreuth hat daher ei-
nen Sperrbezirk um den Ort festgelegt.
Alle in dem Bereich vorhandenen Bienen-
völker müssen deshalb untersucht wer-
den. Die durch Bakterien ausgelöste
Krankheit tötet die Brut der Bienen.
Für Menschen oder andere Tiere stellt
sie keine Gefahr dar.

Ingolstadt: Wegen Vergewaltigung einer
60-jährigen Rentnerin hat das Landge-
richt Ingolstadt einen 26-Jährigen zu
fünf Jahren Haft verurteilt. Bei dem
Täter handelt es sich um einen abge-
lehnten Asylbewerber aus Afghanistan.
Er hatte ein Geständnis abgelegt.

Wartenberg: Ein Landwirt hat auf einem
Feld bei Wartenberg/Lkr. Erding ein
größeres Flugzeugteil entdeckt. Laut
Polizei stammt es vermutlich von einem
russischen Transportflugzeug, das heute
Morgen von Frankfurt kommend in München
landete. Dort war festgestellt worden,
dass an der Boeing 747 an einer Trag-
fläche eine Abdeckung fehlte. Die Bun-
desstelle für Flugunfalluntersuchung in
Braunschweig untersucht nun den Fall.

Selbitz: Im oberfränkischen Selbitz hat
die Polizei eine Cannabisplantage mit
fast 100 Marihuanapflanzen entdeckt.
Drogen und Bargeld wurden sicherge-
stellt. Gegen drei Tatverdächtige im
Alter von 42 bis 68 Jahren wurden Haft-
befehle erlassen.

Nürnberg: Das Landgericht Nürnberg hat
zwei Mitarbeiter der Nürnberger Spar-
kasse u.a. wegen Untreue und Urkunden-
fälschung zu je fünf Jahren Haft verur-
teilt. Das Gericht sah es als erwiesen
an, dass die Männer die Bank um 1,2
Millionen Euro betrogen hatten. Sie
ließen sich von befreundeten Baufirmen
Rechnungen schicken, für die nie Leis-
tungen erbracht wurden. Ein Mitarbeiter
einer Baufirma wurde zu drei Jahren und
drei Monaten Haft verurteilt, zwei wei-
tere zu Bewährungsstrafen.

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Quelle:
BR Text
Bayerischer Rundfunk, Programmbereich Bayern 3 - Jugend - Multimedia
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