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BAYERN/9279: Regionalnachrichten - BR Text 04.04.2020


BR Text vom 04.04.2020 - Nachrichten Bayern


+++ Über 23.000 Infizierte in Bayern +++ Aufnahmestopp ausgeweitet +++ Umfrage zu Ausgangsbeschränkungen +++ Freistaat richtet Hilfskliniken ein +++ Rettungskräfte mahnen Bürger +++ Bayern nimmt zehn Patienten aus Paris auf +++ Petition: Corona-Zuschlag für Arme +++ Geschäfte an Ostern geschlossen +++ Fünf Bayern Kurzmeldungen +++

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Über 23.000 Infizierte in Bayern

Die Anzahl der Corona-Infizierten in
Bayern ist auf 23.049 angestiegen.

Das teilte das Landesamt für Gesundheit
und Lebensmittelsicherheit/LGL auf
seiner Homepage mit (Stand 4. April, 10
Uhr). Das sind 2.087 gemeldete Fälle
mehr als am Freitag.

Insgesamt 370 Menschen sind laut LGL
durch das Virus gestorben. 4.540 der
Infizierten gelten inzwischen als
genesen, schätzt das LGL mit Berufung
auf die Kriterien des Robert-Koch-
Instituts. Am stärksten betroffen sind
der Landkreis Tirschenreuth sowie der
Raum München.

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Aufnahmestopp ausgeweitet

Um die Ausbreitung des Corona-Virus in
Behinderteneinrichtungen zu bekämpfen,
herrscht dort nun ein Aufnahmestopp.

"Menschen mit schweren Behinderungen
können von schweren Krankheitsverläufen
betroffen sein. Es ist wichtig, sie vor
Ansteckungen zu schützen", teilten
Gesundheitsministerin Huml und Sozial-
ministerin Trautner/beide CSU mit. Die
Verfügung gilt zunächst bis 19. April.

Eine ebensolche Maßnahme gilt bereits
für Pflegeheime. Der Sozialverband VdK
hatte diese Maßnahme kritisiert. Sie
stelle Menschen, die Pflegebedarf hät-
ten, vor schier unlösbare Probleme.

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Umfrage zu Ausgangsbeschränkungen

Zwei Wochen nach Beginn der Ausgangsbe-
schränkungen zur Eindämmung des Corona-
Virus hält eine große Mehrheit der Bür-
ger die Maßnahmen für angemessen.

Laut einer repräsentativen Umfrage des
Instituts Civey für die "Augsburger
Allgemeine" befürworten 84 Prozent der
Menschen im Freistaat die Maßnahmen,
elf Prozent lehnen sie ab. Bei den über
65-Jährigen fiel die Zustimmung mit 93
Prozent am höchsten aus, in der Alters-
gruppe zwischen 30 und 39 Jahren mit 73
Prozent am niedrigsten.

Die Ausgangsbeschränkungen gelten min-
destens bis zum 19. April.

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Freistaat richtet Hilfskliniken ein

Der Freistaat bereitet sich mit der Er-
richtung von Hilfskrankenhäusern auf
eine mögliche massive Zunahme an schwe-
ren Covid-19-Fällen vor.

Besonders geeignet seien bestehende Re-
ha-Kliniken oder andere Einrichtungen
mit ausreichender Infrastruktur, teil-
ten Gesundheitsministerin Huml und In-
nenminister Herrmann/beide CSU mit. So
sollen zusätzliche stationäre Kapazitä-
ten geschaffen werden.

Bereits Ende März hatte Huml angekün-
digt, dass in den 26 bayerischen Ret-
tungsleitstellen-Bereichen Hilfskran-
kenhäuser entstehen sollten.

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Rettungskräfte mahnen Bürger

Das Bayerische Rote Kreuz und die Was-
serwacht haben die Bürger dazu aufgeru-
fen, die Rettungskräfte in der Corona-
Krise nicht zusätzlich zu fordern.

Das Bayerische Rote Kreuz wies darauf
hin, dass zur Zeit in allen Bereichen
Einsatzressourcen geschont werden müss-
ten. Der Chef der Wasserwacht, Huber,
warnte, die Wachstationen seien aktuell
nicht besetzt. Bei Gewässertemperaturen
von derzeit rund acht Grad könne ein
Notfall tödlich enden.

Der Deutsche Wetterdienst/DWD sagt für
den Freistaat ab Sonntag Höchstwerte um
die 20 Grad voraus.

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Bayern nimmt zehn Patienten aus Paris auf

Der Freistaat will zehn schwerkranke
Covid-19-Patienten aus Paris zur Be-
handlung in Kliniken aufnehmen.

Das teilte Ministerpräsident Söder/CSU
per Twitter mit. Er habe der französi-
schen Botschafterin Unterstützung
zugesagt. Europa müsse zusammenstehen,
schrieb Söder. Frankreich ist neben
Italien und Spanien vom Corona-Virus
besonders betroffen. Seit dem 1. März
starben dort mehr als 6.500 Infizierte.

Aus Italien hatte Bayern in den vergan-
genen Tagen bereits zehn Corona-Pati-
enten zur medizinischen Versorgung auf-
genommen.

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Petition: Corona-Zuschlag für Arme

Eine Online-Petition mit der Forderung
nach einem Corona-Zuschlag für Arme hat
zu Beginn des Wochenendes mehr als
20.000 Unterschriften erreicht.

Die Initiative des bayerischen kirch-
lich-gewerkschaftlichen Bündnisses
"Rechte statt Reste" will nach eigenen
Angaben erreichen, dass wegen der
Schließung vieler Tafeln die Empfänger
von Grundsicherung 100 Euro monatliche
Soforthilfe bekommen.

Menschen, die auf Lebensmittelspenden
und kostenlose Mahlzeiten angewiesen
seien, dürften nicht vergessen werden.
Petition: http://u.epd.de/1hbo

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Geschäfte an Ostern geschlossen

An Ostern sollen die Supermärkte und
Lebensmittelgeschäfte trotz Corona-
Krise geschlossen bleiben.

Die Mitarbeiter in den Geschäften, wie
etwa Verkäuferinnen, leisteten Enormes,
betonte Sozialministerin Trautner/CSU
laut einer Mitteilung in München. Des-
halb sollten sie die Möglichkeit haben,
"ein paar ruhige Tage zu Hause mit
ihren Familien zu verbringen".

Apotheken und Tankstellen dürfen dem-
nach an den Feiertagen geöffnet sein,
Bäckereien durch eine Ausnahmeregelung
im Ladenschlussgesetz am Karfreitag und
Ostersonntag für jeweils drei Stunden.

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FÜNF BAYERN KURZMELDUNGEN

Bad Staffelstein: Bei einem Unfall nahe
Bad Staffelstein/Lkr. Lichtenfels sind
drei Menschen verletzt worden. Ein 29-
Jähriger kollidierte laut Polizei bei
dem Versuch, einen Traktor zu überho-
len, mit einem entgegenkommenden Wagen.
Er erlitt dabei schwere Verletzungen.
Die 51-jährige Fahrerin des anderen Au-
tos und ihre 52-jährige Beifahrerin
wurden leicht verletzt.

Schwebheim: Bei einem Wohnungsbrand in
Schwebheim/Lkr. Schweinfurt sind zwei
Menschen ums Leben gekommen. Laut Poli-
zei handelt es sich vermutlich um einen
78-jährigen Mann und eine 73-jährige
Frau. Der Mann starb vor Ort, die Frau
im Krankenhaus. Die Brandursache ist
noch ungeklärt.

Polling: Eine Lagerhalle mit Stroh >>>
Maschinen sowie ein danebenliegender
offener Stall sind in Polling/Lkr.
Mühldorf am Inn niedergebrannt. Men-
schen oder Tiere wurden nicht verletzt.
Der Sachschaden beläuft sich auf rund
300.000 Euro. Nach ersten Erkenntnissen
wird nicht von einer vorsätzlichen
Brandstiftung ausgegangen.

Waltenhofen: Ein junger Motorradfahrer
ist bei einem Zusammenstoß mit einem
Auto lebensgefährlich verletzt worden.
Der 22-Jährige war in der Nähe von
Waltenhofen/Lkr. Oberallgäu unterwegs,
als er an einer Kreuzung gegen den Wa-
gen eines 55-Jährigen prallte. Der
Autofahrer wurde leicht verletzt. Der
Unfallhergang war zunächst unklar.

Wildflecken: Ein 90 Jahre alter Mann
ist in Unterfranken mit seinem Traktor
umgekippt und hat sich dabei leicht
verletzt. Zeugen hätten beobachtet,
dass der 90-Jährige in Wildflecken/Lkr.
Bad Kissingen beim Einbiegen auf einen
abschüssigen Feldweg augenscheinlich zu
schnell war, woraufhin der Traktor zu
schaukeln begann und umkippte, teilte
die Polizei mit. .

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Quelle:
BR Text
Bayerischer Rundfunk, Programmbereich Bayern 3 - Jugend - Multimedia
Floriansmühlstr. 60, 80939 München
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Internet: www.bayerntext.de
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