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BAYERN/9280: Regionalnachrichten - BR Text 05.04.2020


BR Text vom 05.04.2020 - Nachrichten Bayern


+++ Söder verspricht Bonus für Pflegekräfte +++ Mehr als 24.000 Infizierte im Freistaat +++ Keine schnelle Lockerung der Maßnahmen +++ Mehrheit hält sich an Corona-Regeln +++ Zwiesel: Zweifel an Dienstfähigkeit +++ LMU startet Forschungsprojekt +++ Klinik Erlangen stellt Blutplasma her +++ Sommersemester startet am 20. April +++ Schwere Vorwürfe gegen Jugendheim +++ Schwerer Unfall in Heiligenstadt, Vater zieht bei voller Fahrt Handbremse +++ Tödlicher Familienstreit in einer Flüchtlingsunterkunft in Augsburg +++

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Söder verspricht Bonus für Pflegekräfte

Ministerpräsident Söder will den in der
Corona-Krise besonders belasteten Pfle-
gekräften eine Sonderzahlung von 500
Euro zukommen lassen.

"Wir in Bayern reden nicht nur darüber
- wir machen das. Wir werden 500 Euro
als Bonus an alle Pflegekräfte zahlen",
sagte der CSU-Chef der "Bild am Sonn-
tag". Zudem habe man in allen Kranken-
häusern, Pflege- und Seniorenheimen
freies Essen und Getränke für die Be-
schäftigten eingerichtet.

Zuvor hatte u.a. der Arbeitgeberverband
Pflege einen Bonus von bis zu 1.500
Euro ins Gespräch gebracht.

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Mehr als 24.000 Infizierte im Freistaat

In Bayern ist die Anzahl der Corona-
Infizierten auf 24.350 angestiegen.

Das teilte das Landesamt für Gesundheit
und Lebensmittelsicherheit/LGL auf
seiner Homepage mit (Stand 5. April,10
Uhr). Das sind 1.301 gemeldete Fälle
mehr als am Samstag.

411 Menschen sind laut LGL durch das
Virus gestorben. 5.190 der Infizierten
gelten inzwischen als genesen, schätzt
das LGL mit Berufung auf die Kriterien
des Robert-Koch-Instituts. Am stärksten
betroffen sind der Landkreis Tirschen-
reuth sowie Oberbayern und dort insbe-
sondere der Raum München.

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Keine schnelle Lockerung der Maßnahmen

Ministerpräsident Söder hat vor einer
zu schnellen Lockerung der Maßnahmen
zur Bekämpfung der Virus-Krise gewarnt.

Wenn man zu rasch über die Rückkehr in
den Alltag rede, verharmlose man die
Situation und riskiere einen starken
Rückfall, sagte der CSU-Chef der "Bild
am Sonntag". Die Maßnahmen seien ange-
messen und verhältnismäßig, da man
sonst laut Experten unzählige Tote mehr
und Zustände wie in italienischen Kli-
niken riskieren würde.

Auch solle sich keiner täuschen, sagte
Söder. Mit dem 20. April werde nicht
alles so sein wie vor der Krise.

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Mehrheit hält sich an Corona-Regeln

Die Menschen haben sich am Wochenende
nach Polizeiangaben weitgehend an die
wegen der Corona-Krise geltende Aus-
gangsbeschränkungen gehalten.

Bei Sonnenschein und frühlingshaften
Temperaturen zog es zwar Spaziergänger
und Freizeitsportler an die frische
Luft, jedoch hielten sich die meisten
Menschen an die Vorgaben, also entweder
alleine oder nur mit dem Partner oder
Familienangehörigen unterwegs zu sein.

Die Polizei in München registrierte
nach eigenen Angaben zwischen Samstag-
und Sonntagmorgen bei gut 9.000 Kon-
trollen etwas mehr als 370 Verstöße.

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Zwiesel: Zweifel an Dienstfähigkeit

Der Bürgermeister von Zwiesel/Lkr. Re-
gen, Steininger/parteilos,soll auf sei-
ne Dienstfähigkeit untersucht werden.

Das hat der Stadtrat beschlossen. Grund
ist sein Verhalten in der Corona-Krise,
wie die zweite Bürgermeisterin, Pfef-
fer/CSU, dem BR auf Anfrage bestätigte.

So habe Steininger noch am 15. März den
Bademeister per Mail angewiesen, das
Hallenbad trotz Corona-Gefahr zu öff-
nen. Begründung: Das Chlor im Wasser
sei ein Schutz vor dem Virus. Und nach
Schließung aller Schulen habe er ange-
ordnet, die Musikschule zu öffnen.
Steininger weist die Vorwürfe zurück.

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LMU startet Forschungsprojekt

Infektions- und Tropenmediziner der
Ludwig-Maximilians-Universität/LMU
München haben ein Forschungsprojekt zur
Corona-Pandemie gestartet.

Dafür sind Teams in München unterwegs,
um Blutproben von 3.000 zufällig ausge-
wählten Bürgern zu nehmen. Die Probe
ist freiwillig, die Daten werden anonym
behandelt. Um zu verhindern, dass sich
Betrüger als Forscher ausgeben, werden
die Teams von Polizisten begleitet.

Mit der Studie wollen die Experten er-
mitteln, wie hoch die Dunkelziffer bei
den Infektionen ist. Die Testpersonen
werden dabei mehrmals untersucht.

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Klinik Erlangen stellt Blutplasma her

Das Universitätsklinikum Erlangen darf
therapeutisches Plasma zur Behandlung
von schwer erkrankten COVID-19-Patien-
ten herstellen.

Es sei eine der ersten Einrichtungen in
Deutschland, die dafür die behördliche
Genehmigung erhalten habe, teilte das
Klinikum mit. Mehr als 200 genesene Co-
rona-Patienten seien bereit, Blutplasma
zu spenden.

Aktuelle wissenschaftliche Daten würden
darauf hinweisen, dass durch COVID-19-
Immunplasma eine deutliche Abschwächung
der lebensbedrohlichen Verläufe möglich
sei.

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Sommersemester startet am 20. April

Das Sommersemester in Bayern soll laut
Wissenschaftsministerium auch in der
Corona-Krise zu unveränderten Zeiten
stattfinden.

Der Vorlesungsbetrieb an allen Hoch-
schulen und Universitäten starte am 20.
April, teilte Wissenschaftsminister
Sibler/CSU in München mit. Er begrüße,
dass sich die Länder hierbei auf ein
gemeinsames Vorgehen geeinigt haben.

Um die Gesundheit von Studierenden und
Lehrenden zu schützen, setze er auf
Online-Angebote, sagte Sibler. Dozenten
und Studenten sollten gemeinsam an der
Erweiterung des Angebots arbeiten.

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Schwere Vorwürfe gegen Jugendheim

Die Staatsanwaltschaft München hat Vor-
ermittlungen eingeleitet gegen einen
früheren Erzieher des ehemaligen katho-
lischen Jugenddorfs Piusheim in Baiern/
Lkr. Ebersberg und einen damals ange-
henden Priester.

Hintergrund seien Vorwürfe von massivem
sexuellen Missbrauch, die bei einem
Prozess vor dem Landgericht München be-
kannt geworden seien, berichtet dpa.

Ein 56-Jähriger, der wegen schweren
Missbrauchs kleiner Kinder angeklagt
ist, hatte angegeben, in seiner Kind-
heit u.a im Piusheim von mehreren Män-
nern missbraucht worden zu sein.

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ZWEI BAYERN KURZMELDUNGEN

Heiligenstadt: Weil er mit dem Fahrstil
seines 18-jährigen Sohnes nicht einver-
standen war, hat ein Vater bei Heili-
genstadt/Lkr. Bamberg als Beifahrer bei
voller Fahrt die Handbremse gezogen.
Der Fahranfänger verlor darauf laut
Polizei die Kontrolle über das Auto,
das sich mehrfach überschlug. Der Vater
wurde schwer, sein Sohn leicht verletzt.

Augsburg: Nach dem tödlichen Familien-
streit in einer Flüchtlingsunterkunft
in Augsburg sitzt der mutmaßliche Täter
jetzt in U-Haft. Ihm wird Mord und
vierfacher versuchter Mord vorgeworfen.
Er war laut Polizei der Ex-Freund der
Schwester des getöteten 15-Jährigen.
Bei dem Messerangriff verletzte er zwei
weitere Schwestern und die Eltern.

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Quelle:
BR Text
Bayerischer Rundfunk, Programmbereich Bayern 3 - Jugend - Multimedia
Floriansmühlstr. 60, 80939 München
E-Mail: bayerntext@br-online.de
Internet: www.bayerntext.de
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