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BAYERN/9281: Regionalnachrichten - BR Text 06.04.2020


BR Text vom 06.04.2020 - Nachrichten Bayern


+++ Über 25.000 Infizierte im Freistaat +++ Corona in Pflege- und Seniorenheimen +++ Verstöße gegen Ausgangsbeschränkungen +++ Sibler zu Studien-Semester +++ Bischöfe: Gottesdienst-Verbot richtig +++ Reifenwechsel erlaubt +++ Ausgangssperre wird aufgehoben +++ LMU sucht Blutplasma-Spender +++ Waldbrandgefahr im Freistaat +++ Piusheim: Mehr Betroffene melden sich +++ ADAC: Viel weniger Oster-Verkehr +++ Mann wegen Beziehungstat vor Gericht +++ Familientragödie in Vogtareuth +++ Für viele Brücken Sanierung zu teuer +++ Fünf Bayern Kurzmeldungen +++

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Über 25.000 Infizierte im Freistaat

In Bayern ist die Anzahl der Corona-
Infizierten auf 25.355 gestiegen.

Das geht aus aktuellen Zahlen des Lan-
desamts für Gesundheit und Lebensmit-
telsicherheit/LGL hervor. (Stand 6.
April, 14.21 Uhr). Das sind 1.005 ge-
meldete Fälle mehr als am Sonntag.

444 Menschen starben demnach bislang an
dem Virus. 5.810 der Infizierten gelten
laut LGL mit Berufung auf die Kriterien
des Robert-Koch-Instituts inzwischen
als genesen. Am stärksten betroffen
sind weiter der Landkreis Tirschenreuth
sowie Oberbayern und dort insbesondere
der Raum München.

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Corona in Pflege- und Seniorenheimen

In immer mehr bayerischen Pflege- und
Seniorenheimen breitet sich das Corona-
Virus aus.

In einem Seniorenheim in Langenzenn/
Lkr. Fürth starben acht Menschen nach
einer Infektion mit dem Corona-Virus.
Rund die Hälfte der Bewohner sowie 32
Pflegekräfte seien positiv getestet
worden, teilte ein Sprecher des Land-
kreises Fürth mit.

Auch in München und Ingolstadt sind
Heime betroffen. Das Deutsche Rote
Kreuz warnte, dass die Versorgung u.a.
mit Schutzmaterial in den Pflegeein-
richtungen völlig unzureichend sei.

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Verstöße gegen Ausgangsbeschränkungen

In Bayern haben sich am Wochenende
etliche Menschen nicht an die Ausgangs-
beschränkungen gehalten.

Alleine in München gab es laut Polizei
am Sonntag bei rund 10.000 Kontrollen
knapp 3.800 Verstöße. In 272 Fällen kam
es zu Anzeigen. Vor allem am Nachmittag
seien viele Menschen unterwegs gewesen,
hätten sich in Gruppen getroffen oder
auf Decken die Sonne genossen.

In Mittelfranken gab es insgesamt über
7.000 Verstöße und damit mehr, als am
letzten März-Wochenende. Mit Blick auf
das Osterwochenende bat die Polizei,
sich weiter an die Vorgaben zu halten.

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Sibler zu Studien-Semester

Das Sommersemester an den bayerischen
Hochschulen wird wegen der Corona-Krise
nicht als Semester auf die Regelstudi-
enzeit und das BAföG angerechnet.

Wie Wissenschaftsminister Sibler/CSU
mitteilte, sind die Universitäten im
Freistaat gut auf eine flächendeckende
Umstellung ihrer Lehre auf ein Fernstu-
dium eingestellt. Derzeit sehe es so
aus, als ob an vielen Hochschulen bis
zu 90 Prozent der Lehrveranstaltungen
im Sommersemester stattfinden könnten,
so Sibler.

Das Sommersemester beginnt am 20. April
und wurde bis zum 7. August verlängert.

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Bischöfe: Gottesdienst-Verbot richtig

Die bayerischen Bischöfe halten das
Verbot von Gottesdiensten zu Ostern für
schmerzhaft, aber dennoch für vernünf-
tig.

Der Erzbischof von München und Frei-
sing, Kardinal Marx, betonte in einer
Video-Botschaft: Auch, wenn die Umstän-
de in diesem Jahr sehr schwierig seien,
so bleibe das Bekenntnis der Christen,
dass Jesus auferstanden sei.

Viele Bischöfe wiesen daraufhin, dass
die Christen zurzeit neue Kommunika-
tionswege nutzten, um an den kirchli-
chen Gottesdiensten per Live-Übertra-
gung teilzunehmen.

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Reifenwechsel erlaubt

Das bayerische Kfz-Gewerbe weist darauf
hin, dass der Wechsel von Winter- auf
Sommerreifen trotz der Einschränkungen
auch in der Corona-Krise erlaubt ist.

Reifenwechsel sei ein triftiger Grund,
der es Fahrzeughaltern erlaubt, Haus
oder Wohnung zu verlassen, bestätigte
das Innenministerium auf BR-Anfrage.
Zudem seien Kfz-Werkstätten systemre-
levante Betriebe, die trotz geltender
Ausgangsbeschränkungen in Bayern öffnen
dürfen.

Zuvor hatte Gesundheitsministerin Huml/
CSU dem BR gesagt, dass das saisonale
Reifenwechseln nicht möglich sei.

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Ausgangssperre wird aufgehoben

Die strikte Ausgangssperre für die
Stadt Mitterteich/Lkr. Tirschenreuth
wird ab morgen aufgehoben.

Das Infektionsgeschehen im Stadtgebiet
zeige keine signifikanten Unterschiede
mehr zur Entwicklung im restlichen
Landkreis, teilte das Landratsamt mit.
Gemessen an der Einwohnerzahl gilt
Mitterteich deutschlandweit als Hotspot
der Covid-19-Erkrankungen.

Nach Angaben des Landratsamtes waren
zuletzt im Kreis Tirschenreuth 814 Men-
schen mit dem Corona-Virus infiziert,
44 Menschen starben an Covid-19.

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LMU sucht Blutplasma-Spender

Zur Behandlung schwer erkrankter Coro-
na-Patienten setzen nun auch Ärzte der
Ludwig-Maximilians-Universität München/
LMU auf Blutplasma bereits genesener
Menschen.

Nach einer Infektion bilde der Körper
Abwehrstoffe gegen den Erreger, heißt
es auf der Internetseite des Klinikums.
Diese Antikörper könnten lebensbedroh-
lich erkrankten Patienten helfen. Des-
halb sucht die LMU nun mögliche Blut-
plasmaspender.

Das Universitätsklinikum Erlangen hat
am Wochenende die Zulassung für die
Herstellung von Plasma bekommen.

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Waldbrandgefahr im Freistaat

Wegen der anhaltenden Trockenheit ist
die Waldbrandgefahr in Bayern groß.

In einem Naturschutzgebiet bei Kreuz-
wertheim/Lkr. Main-Spessart haben Un-
bekannte laut Polizei grillen wollen.
Schnell breitete sich das Feuer auf
einer Fläche von 400 bis 600 Quadrat-
meter aus. Auch im Augsburger Sieben-
tischwald hat es innerhalb der letzten
zwei Wochen mehrfach gebrannt. Die
Polizei geht hier von Brandstiftung
aus.

Aufgrund der Waldbrandgefahr bittet die
Feuerwehr Spaziergänger, keine Zigaret-
ten oder Glasflaschen wegzuwerfen.

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Piusheim: Mehr Betroffene melden sich

Nach Bekanntwerden der Missbrauchsvor-
würfe gegen das ehemalige katholische
Piusheim in Baiern/Lkr. Ebersberg mel-
den sich immer mehr Betroffene zu Wort.

Bis jetzt hätten sich sieben Betroffene
und Zeitzeugen gemeldet, teilte der
Sprecher der Opfer-Initiative "Eckiger
Tisch", Katsch, mit. "Nach den Schil-
derungen, die mich erreichen, war das
eine höllische Einrichtung", so Katsch.

Es geht um den Vorwurf von Gewalt,
Prostitution und sexuellem Missbrauch.
Bis 2006 waren in dem Heim schwer er-
ziehbare Jungen im Alter zwischen sechs
und 18 Jahren betreut worden.

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ADAC: Viel weniger Oster-Verkehr

Trotz der Corona-Beschränkungen erwar-
tet der ADAC zum Osterwochenende volle
Straßen.

Allerdings rechne man auf Autobahnen
mit deutlich weniger Staus als sonst,
teilte der Verband mit. Am Gründonners-
tag, eigentlich einer der staureichsten
Tage des Jahres, seien voraussichtlich
auch heuer zumindest viele Pendler auf
dem Weg nach Hause.

ADAC-Präsident Markl wies darauf hin,
dass Fahrten ohne dringenden Anlass in
vielen Bundesländern untersagt seien,
darunter auch in Bayern. Dazu zählten
auch Verwandtschaftsbesuche.

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Mann wegen Beziehungstat vor Gericht

Vor dem Landgericht München muss sich
seit heute ein Mann wegen Geiselnahme
sowie gefährlicher und vorsätzlicher
Körperverletzung verantworten.

Der 34-Jährige soll seiner von ihm ge-
trennt lebenden Frau in einem Universi-
tätsgebäude aufgelauert haben. Im Ver-
lauf des folgenden Streits soll er sie
mit einem Messer im Gesicht verletzt
haben. Laut Anklage wollte er die Frau
dazu bewegen, ihre Scheidungspläne auf-
zugeben. Schließlich habe eine weitere
Person eingegriffen.

Der Angeklagte äußerte sich zu den
Vorwürfen nicht.

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Familientragödie in Vogtareuth

Nach dem Gewaltverbrechen in Vogta-
reuth/Lkr. Rosenheim haben Ermittlungen
ergeben, dass eine Polizistin mit ihrer
Dienstwaffe ihre Töchter und sich
selbst erschoss.

Wie die Polizei mitteilte, hatte der
Familienvater nichts mit der Tat zu
tun. Er habe die drei Toten im ersten
Stock des Wohnhauses gefunden und die
Rettungskräfte verständigt.

Als Hintergrund für die Familientragö-
die werden persönliche Probleme der 36-
Jährigen vermutet. Sie war als Bundes-
polizistin tätig. Ihre Töchter waren
zehn und zwölf Jahre alt.

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Für viele Brücken Sanierung zu teuer

Im Freistaat sind über 100 Eisenbahn-
brücken nicht mehr wirtschaftlich zu
sanieren und können nur noch ersetzt
werden.

Das geht aus den Angaben des Bahnbeauf-
tragten der Bundesregierung, Ferlemann,
auf eine Anfrage der FDP-Fraktion im
Bundestag hervor. Würden alle überho-
lungsbedürftigen Brücken tatsächlich
ersetzt, lägen die Kosten demnach bei
etwa 662 Millionen Euro.

Die Infrastruktur der Bahn gilt als ma-
rode, weil jahrelang zu wenig inves-
tiert wurde. Bundesweit müssen laut
Ferlemann 1.004 Brücken ersetzt werden.

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FÜNF BAYERN KURZMELDUNGEN

München: Die Stadtwerke München lassen
heute bis 22 Uhr am Heizkraftwerk Süd
die Bohrlöcher für die künftige Geo-
thermie-Anlage vermessen. Dabei werden
sogenannte Vibro-Fahrzeuge eingesetzt,
die mit Rüttelplatten Schallwellen er-
zeugen. In der Gegend können deshalb
ein leichtes Vibrieren zu spüren und
ein tiefer Brummton zu hören sein.

Lichtenberg: Bayerns jüngster Bürger-
meister wird heute in Lichtenberg/Lkr.
Hof vereidigt. Der 19-jährige Jura-
Student Kristian von Waldenfels/CSU
hatte die Stichwahl am 29. März mit
52,53 Prozent der Stimmen gegen den
SPD-Konkurrenten Lindner gewonnen. Der
Bürgermeister-Posten in der rund 1.050-
Einwohner-Gemeinde ist ehrenamtlich.

Pommersfelden: Der Online-Versandhänd-
ler Amazon kann in Pommersfelden/Lkr.
Bamberg ein Verteilzentrum bauen. Beim
Bürgerentscheid am Sonntag stimmte mit
rund 60 Prozent eine Mehrheit für das
von der Gemeinde vorgelegte Ratsbegeh-
ren. Nach Angaben der Kommune soll das
Logistikzentrum mit rund 100 Arbeits-
plätzen im Herbst in Betrieb gehen. Ei-
ne Bürgerinitiative sprach sich gegen
das Projekt aus, u.a. wegen einer be-
fürchteten Zunahme des Verkehrs.

München: Für die Anwohner des Münchner
Flughafens sind es wegen der Corona-
Pandemie ungewohnt ruhige Osterferien.
Auch heute gibt es nur 48 Flugbewegun-
gen. Im regulären Betrieb waren es
1.000 pro Tag.

München: Bayern hat zwei neue Lotto-
Millionäre. Ein Mittelfranke gewann
beim Spiel "6 aus 49" mehr als 16,9
Millionen Euro, wie Lotto Bayern mit-
teilte. Er war der einzige, der in
Deutschland neben den Gewinnzahlen auch
noch die Superzahl richtig tippte. Ein
Spieler aus aus Oberbayern hatte schon
am Freitag beim Eurojackpot knapp 4,5
Millionen Euro abgeräumt.

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Quelle:
BR Text
Bayerischer Rundfunk, Programmbereich Bayern 3 - Jugend - Multimedia
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