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POLITIK/8521: Nachrichten - BR Text 13.02.2018


BR Text vom 13.02.2018 - Nachrichten tagesschau - Übernahme ARD-Text


+++ SPD: Beratung über Parteivorsitz +++ Widerstand in SPD gegen Nahles +++ Kostenlos-ÖPNV für saubere Luft? +++ Südafrika: ANC will Zuma-Rücktritt +++ Absturz wegen vereister Sonden? +++ Schweden: Attentäter gesteht +++ Haftbefehl gegen Assange bleibt +++ Meeresspiegel steigt schneller +++ Weniger neue Flüchtlinge +++ Neue Vorwürfe gegen Oxfam +++ Park-Vertraute muss ins Gefängnis +++ Dresden: Gedenken an Zerstörung +++

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SPD: Beratung über Parteivorsitz

Nach der Rückzugsankündigung von SPD-
Chef Schulz beraten die Führungsgremien
der Sozialdemokraten über eine Nachfol-
geregelung.

Bei den Sitzungen von Präsidium und
Parteivorstand in Berlin könnte bereits
die SPD-Fraktionschefin Nahles als kom-
missarische Parteivorsitzende bestimmt
werden.

Schulz hatte nach dem Abschluss der Ko-
alitionsverhandlungen am vergangenen
Mittwoch erklärt, den Parteivorsitz an
Nahles übergeben zu wollen.

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Widerstand in SPD gegen Nahles

Innerhalb der SPD gibt es Widerstand
gegen die erwartete Übernahme des Vor-
sitzes durch Fraktionschefin Nahles.

Die Flensburger Oberbürgermeisterin und
SPD-Politikerin Lange kündigte eine Ge-
genkandidatur an. Das Amt des Vorsit-
zenden sei für die Partei von weitrei-
chender Bedeutung und dürfe deshalb
nicht von einer kleinen Gruppe intern
festgelegt werden. Ihre Bewerbung sei
"eine ernsthafte Kandidatur", sagte
Lange tagesschau24.

Die Berliner SPD lehnt Nahles als kom-
missarische Vorsitzende ab.

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Kostenlos-ÖPNV für saubere Luft?

Die Bundesregierung erwägt im Kampf um
saubere Luft zusammen mit Ländern und
Kommunen in fünf Städten einen kosten-
losen öffentlichen Nahverkehr.

Damit sollen die Zahl privater Fahrzeu-
ge und die Schadstoff-Emissionen in
Städten verringert werden, heißt es in
einem Brief an EU-Umweltkommissar Vel-
la. Die EU-Kommission droht wegen der
dreckigen Luft mit einer Klage vor dem
Europäischen Gerichtshof.

Der Städtetag erwartet von der Bundes-
regierung Klarheit, wie die Pläne fi-
nanziert werden soll.

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Südafrika:ANC will Zuma-Rücktritt

Südafrikas Regierungspartei ANC hat den
umstrittenen Staatschef Zuma offiziell
zum schnellen Rücktritt aufgefordert.

Zuma müsse im Interesse des Landes sei-
nen Amtsverzicht erklären, sagte Gene-
ralsekretär Magashule. Dies sei das Er-
gebnis der 13-stündigen Marathonsitzung
des erweiterten Parteivorstandes.

Sollte Zuma sich weigern zurückzutre-
ten, droht ihm wohl ein Amtsenthebungs-
verfahren im Parlament. Eine Frist für
den Rücktritt wurde dem von Korrupti-
onsvorwürfen belasteten Präsidenten
laut Magashule aber nicht gesetzt.

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Absturz wegen vereister Sonden?

Der Absturz eines russischen Passagier-
flugzeugs mit 71 Menschen an Bord könn-
te von vereisten Geschwindigkeitsmes-
sern verursacht worden sein.

Ein Faktor könnten "falsche Daten über
die Fluggeschwindigkeit" sein, die
wahrscheinlich mit den gefrorenen Pi-
tot-Sonden zusammenhingen, erklärte das
für die Untersuchung von Flugunglücken
zuständige russische Luftfahrtkomitee.

Die Maschine war am Sonntag kurz nach
dem Start in Moskau abgestürzt. Keiner
der 65 Passagiere und sechs Crewmit-
glieder an Bord überlebte den Absturz.

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Schweden: Attentäter gesteht

Etwa zehn Monate nach dem Anschlag im
Zentrum der schwedischen Hauptstadt
Stockholm hat der Prozess gegen den
mutmaßlichen Attentäter begonnen. Er
bekannte sich zum Auftakt schuldig, mit
einem Lkw in eine Stockholmer Einkaufs-
straße gerast zu sein.

Der Anwalt des Mannes sagte, sein Man-
dant habe "Ungläubige" töten und Schwe-
den dazu bringen wollen, seine Beteili-
gung am internationalen Einsatz gegen
den "Islamischen Staat" zu beenden.

Bei dem Anschlag im vergangenen April
waren fünf Menschen ums Leben gekommen.

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Haftbefehl gegen Assange bleibt

Ein britisches Gericht hat den Haftbe-
fehl gegen Wikileaks-Gründer Assange
aufrechterhalten.

Sie halte die Festnahme für eine ange-
messene Reaktion auf das Vorgehen von
Assange, sagte Richterin Arbuthnot.
Assanges Anwälte hatten beantragt, dass
der Haftbefehl fallen gelassen wird, da
ihm die Grundlage fehle. Die schwedi-
schen Behörden haben ihre Ermittlungen
gegen Assange mittlerweile eingestellt.

Assange war 2012 vor dem Zugriff der
Justiz in die ecuadorianische Botschaft
in London geflüchtet.

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Meeresspiegel steigt schneller

Der Meeresspiegel steigt nach neuen Sa-
tellitenmessungen jedes Jahr etwas
schneller als gedacht.

Forscher von der University of Colorado
in Boulder schätzen, dass der Zuwachs
bis zum Jahr 2100 mehr als das Doppelte
bisheriger Prognosen erreichen könnte.

Seit 1993 stieg der Meeresspiegel im
weltweiten Durchschnitt jährlich um et-
wa drei Millimeter. Die nun gemessene
Beschleunigung könnte dazu führen, dass
der Anstieg im Jahr 2100 zehn Millime-
ter pro Jahr beträgt.

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Weniger neue Flüchtlinge

Die Zahl neu in Deutschland ankommender
Flüchtlinge sinkt weiter. Im Januar
wurden 12.285 Asylsuchende registriert,
wie aus der vom Bundesinnenministerium
veröffentlichten Statistik hervorgeht.

Im Dezember waren es noch gut 13.000,
im November mehr als 16.000. Haupther-
kunftsländer der Flüchtlinge waren Sy-
rien, der Irak und Nigeria.

Die Zahl asylsuchender Afghanen geht
demnach weiter zurück. Im Januar waren
es noch 675, im November 966. Das Land
lag lange auf Platz drei der Haupther-
kunftsländer.

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Neue Vorwürfe gegen Oxfam

Oxfam-Mitarbeiter sollen Frauen zum Sex
als Gegenleistung für Hilfen in Notla-
gen gezwungen haben.

Das berichtete die ehemalige Oxfam-Top-
managerin Evans dem TV-Sender Channel
4. Sie habe von drei Fällen sexuellen
Fehlverhaltens binnen 24 Stunden ge-
hört, sagte sie. In zwei Fällen sei die
Not von Frauen ausgenutzt worden.

Nach Berichten über Sexpartys von Ox-
fam-Mitarbeitern mit Prostituierten in
Haiti und im Tschad war gestern die
britische Vizechefin der Organisation,
Lawrence, zurückgetreten.

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Park-Vertraute muss ins Gefängnis

Ein südkoreanisches Gericht hat eine
Vertraute der ehemaligen Präsidentin
Park zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt.

Nach Auffassung des Gerichts hat Choi
Unternehmen gezwungen, große Geldsummen
an Stiftungen zu spenden, die unter ih-
rer Kontrolle standen. Zudem habe sie
sich von Samsung und dem Chemiekonzern
Lotte bestechen lassen.

Wegen ihr sei Park wegen Amtsvergehen
angeklagt worden, was zur Schwere der
Schuld beitrage, so das Gericht. Es
verhängte zudem eine Geldstrafe von 18
Milliarden Won (14 Millionen Euro).

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Dresden: Gedenken an Zerstörung

An der Frauenkirche und anderen Orten
Dresdens ist an die Opfer des Zweiten
Weltkriegs erinnert worden.

Tausende Bürger kamen zusammen, um eine
rund vier Kilometer lange Menschenkette
um die Altstadt zu bilden. Damit sollte
an die Unmenschlichkeit des Kriegs er-
innert und gleichzeitig "ein Zeichen
des Miteinanders für eine weltoffene,
tolerante Stadt" gesetzt werden.

Dresden war am 13. Februar 1945 und in
den Tagen danach von britischen und
amerikanischen Bombern zerstört worden.
Bis zu 25.000 Menschen wurden getötet.

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Quelle:
BR Text
Bayerischer Rundfunk, Programmbereich Bayern 3 - Jugend - Multimedia
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