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POLITIK/8671: Nachrichten - BR Text 14.07.2018


BR Text vom 14.07.2018 - Nachrichten tagesschau - Übernahme ARD-Text


+++ Debatte um abgeschobenen Tunesier +++ Italien nimmt Gerettete nicht auf +++ Edinburgh: Proteste gegen Trump +++ Paris: Macron bei Militärparade +++ CSU: Kritik an Seehofers Kurs +++ Opel: Anhörung zu Abgasreinigung +++ Baltische Staaten geehrt +++ Kinderwunsch bei Krebskranken +++ Nahost: Angriffe an Grenze zu Gaza +++ UN beschließen Migrationspakt +++ Anschlag in Pakistan +++

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Debatte um abgeschobenen Tunesier

Die Abschiebung des Ex-Leibwächters von
Osama bin Laden, Sami A., nach Tunesien
sorgt weiter für Diskussionen.

Die tunesische Justiz erklärte, sie sei
nun für den Mann zuständig. A. sei tu-
nesischer Staatsbürger und seit Januar
2018 wegen Terrorverdachts in Tunesien
zur Fahndung ausgeschrieben gewesen.

Gestern war A. von Düsseldorf aus nach
Tunis abgeschoben worden - trotz eines
gerichtlichen Verbots, von dem das NRW-
Flüchtlingsministerium offenbar nichts
wusste. Daraufhin ordnete das Gericht
an, das A. zurückgeholt werden müsse.

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Italien nimmt Gerettete nicht auf

Zwei Schiffe der EU-Grenzschutzbehörde
Frontex haben mehr als 400 Flüchtlinge
aus lebensbedrohlicher Lage von einem
Holzboot im Mittelmeer gerettet und in
italienische Gewässer gebracht.

Italiens Innenminister Salvini will die
Migranten nicht ins Land lassen, son-
dern nach Malta oder zurück nach Libyen
schicken. Malta lehnt eine Aufnahme
aber ab.

Laut Nachrichtenagentur Ansa brachte
die italienische Küstenwache lediglich
acht Frauen und Kinder wegen ihres Ge-
sundheitszustands nach Lampedusa.

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Edinburgh: Proteste gegen Trump

In der schottischen Hauptstadt Edin-
burgh demonstrieren zur Stunde Tausende
Menschen gegen US-Präsident Trump, der
dort in seinem Golf-Resort Turnberry
das Wochenende verbringt.

Schätzungen der Polizei zufolge versam-
melten sich bis zu 3000 Menschen vor
dem schottischen Parlament. Für Aufre-
gung sorgte am Vorabend ein Greenpeace-
Aktivist, der mit einem Gleitschirm
kurz über Trumps Hotel geflogen war.

Der britische Handelsminister Fox ver-
urteilte die Proteste gegen Trump: "Die
Demonstranten haben sich blamiert."

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Paris: Macron bei Militärparade

In Frankreich haben unter massivem Si-
cherheitsaufgebot die Feierlichkeiten
zum Nationalfeiertag begonnen.

Präsident Macron nahm auf den Champs-
Elysees in Paris die Militärparade ab.
An dem Spektaktel beteiligten sich Tau-
sende Soldaten mit Fahrzeugen, Pferden,
Flugzeugen und Helikoptern.

Premierminister Philippe reist nach Ni-
za und nimmt dort an einer Gedenkzere-
monie teil. In der Stadt am Mittelmeer
hatte 2016 ein Attentäter einen Lastwa-
gen in eine Menschenmenge gesteuert und
86 Menschen getötet.

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CSU: Kritik an Seehofers Kurs

Innenminister Seehofer gerät wegen sei-
nes Kurses in der Asylpolitik auch par-
teiintern unter Druck.

"Sein Agieren verwundert und befremdet
mittlerweile viele", sagte Seehofers
Vorgänger als CSU-Chef, Huber, dem
"Spiegel". Im bayerischen Landtag sei
bei der CSU die zunächst "volle inhalt-
liche Zustimmung zu Seehofers Asylpoli-
tik einem Ratespiel gewichen".

Mit Blick auf Seehofers Führungsstil,
in dem Kritiker Alleingänge sehen, sag-
te Huber: "Man kann eine Volkspartei
nicht vom Raumschiff aus steuern."

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Opel: Anhörung zu Abgasreinigung

Der Autobauer Opel muss im Dieselskan-
dal wegen der Funktionsweise der Abgas-
reinigung bei drei Modellen den Behör-
den Rede und Antwort stehen.

Ein Sprecher des Verkehrsministeriums
bestätigte einen entsprechenden Bericht
der "Bild am Sonntag". Vor dem Ergebnis
dieser Anhörung könne zur Unzulässig-
keit der Abschalteinrichtung noch
nichts abschließend gesagt werden, hieß
es aus dem Ministerium.

Dem Bericht zufolge hat Opel nun zwei
Wochen Zeit für eine Stellungnahme an
das Kraftfahrtbundesamt.

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Baltische Staaten geehrt

Der Internationale Preis des Westfäli-
schen Friedens ist an die baltischen
Staaten Estland, Lettland und Litauen
sowie an die Pfadfinder vergeben worden

In einem Festakt nahmen die estnische
Präsidentin Kaljulaid, die litauische
Präsidentin Grybauskaite und der letti-
sche Präsident Veonis die Auszeichnung
entgegennehmen. Bundespräsident Stein-
meier hielt die Laudatio.

Der seit 1998 alle zwei Jahre verliehe-
ne Preis würdigt den besonderen Einsatz
der Ausgezeichneten für ein friedliches
Miteinander in Europa.

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Kinderwunsch bei Krebskranken

Krankenkassen sollen künftig das Kon-
servieren von Ei- und Samenzellen
krebskranker Menschen bezahlen. Das
sagte Gesundheitsminister Spahn der
"Bild"-Zeitung.

Hierzu will er noch in diesem Monat ei-
nen Gesetzentwurf vorlegen. Rund 15.000
junge Menschen erkranken in Deutschland
dem Bericht zufolge jährlich an Krebs.
Vielen drohe durch die Tumore oder die
Therapie die Unfruchtbarkeit.

Bisher müssen laut "Bild" die Patienten
die Kosten von bis zu 4300 Euro selbst
aufbringen.

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Nahost:Angriffe an Grenze zu Gaza

Israelis und Palästinenser haben sich
an der Grenze zum Gazastreifen heftige
Gefechte geliefert. Berichte über Tote
oder Verletzte gibt es bisher nicht.

Die israelische Luftwaffe traf nach ei-
genen Angaben rund 40 Ziele der in Gaza
herrschenden radikalislamischen Hamas-
Miliz. Es sei eine der größten Opera-
tionen der letzten vier Jahre. Militan-
te Palästinenser hätten etwa 50 Mörser-
granaten und Raketen auf israelisches
Gebiet geschossen.

Seit Ausbruch der Unruhen im April sind
130 Palästinenser getötet worden.

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UN beschließen Migrationspakt

Mehr als 190 UN-Mitgliedsstaaten haben
sich auf einen weltweiten Migrations-
pakt verständigt. Die USA waren schon
im Vorfeld aus den Verhandlungen ausge-
treten.

Ziel des Vertrags ist es, sichere Mi-
gration zu fördern sowie Menschenhandel
entgegenzuwirken. UN-Generalsekretär
Guterres begrüßte das Dokument als ein
Mittel, die mit Migration verbundenen
Herausforderungen anzugehen.

Der Pakt ist völkerrechtlich nicht bin-
dend und wird im Dezember formal ange-
nommen.

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Pakistan: 140 Tote bei Anschlag

Beim schwersten Anschlag in Pakistan
seit Jahren sind nach offiziellen Anga-
ben mehr als 140 Menschen getötet und
200 verletzt worden. Es werden noch
weitere Opfer befürchtet.

Das Attentat in der Region Mastung hat-
te einer Wahlkampfveranstaltung der Ba-
luchistan Awami Partei gegolten. Einen
zweiten Anschlag gab es in der Stadt
Bannu, dabei wurden vier Menschen getö-
tet.

Sowohl die IS-Terrormiliz als auch eine
radikalislamische Talibangruppe rekla-
mierten den Anschlag für sich.

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Quelle:
BR Text
Bayerischer Rundfunk, Programmbereich Bayern 3 - Jugend - Multimedia
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