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POLITIK/8998: Nachrichten - BR Text 11.06.2019


BR Text vom 11.06.2019 - Nachrichten tagesschau - Übernahme ARD-Text


+++ Journalist Golunow kommt frei +++ Spahn: Verbot von Pseudotherapien +++ Ministertreffen zu Atomwaffen +++ Missbrauchs-Anlaufstelle beim EKD +++ Beratungen zur Lausitz-Zukunft +++ Gorch-Fock-Fall: Neue Ermittlungen +++ Italien will kein Strafverfahren +++ Merkel zum ILO-Jubiläum in Genf +++ 152 Mio. Kinder müssen arbeiten +++ Högel geht in Revision +++ Vatikan gegen "Gender-Theorie"

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Journalist Golunow kommt frei

Die Vorwürfe des Drogenhandels gegen
den russischen Enthüllungsjournalisten
Golunow sind fallengelassen worden. Er
werde noch heute aus dem Hausarrest
entlassen, teilte das russische Innen-
ministerium mit.

Der Journalist, der unter anderem Kor-
ruption bei Polizei und Geheimdienst
aufgedeckt hatte, war in der vergange-
nen Woche wegen eines mutmaßlichen Dro-
gendelikts festgenommen worden.

Gegen die Festnahme des renommierten
Reporters hatte es international Pro-
test gegeben.

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Spahn: Verbot von Pseudotherapien

Bundesgesundheitsminister Spahn will
noch in diesem Jahr einen Gesetzentwurf
für das Verbot sogenannter Konversions-
therapien gegen Homosexualität vorlegen

Zwei neue wissenschaftliche Gutachten
stützen nach Angaben Spahns diese Plä-
ne. Sie zeigten, dass es medizinisch
geboten und verfassungsrechtlich mög-
lich sei, solche Angebote zu verbieten.
"Homosexualität ist keine Krankheit und
damit nicht behandlungsbedürftig."

Sogenannte Konversionstherapien zielen
darauf ab, Schwule und Lesben von ihrer
sexuellen Orientierung zu "heilen".

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Ministertreffen zu Atomwaffen

Die Bemühungen zur Abrüstung und Nicht-
weiterverbreitung von Atomwaffen ste-
cken nach Meinung von Außenminister
Maas in der Krise.

Dies sei eine Gefahr für den Weltfrie-
den, sagte er vor einem Treffen mit 15
Amtskollegen aus anderen Ländern ohne
Atomwaffen in Stockholm.

Bei der Zusammenkunft diskutieren die
Minister darüber, wie ihre Regierungen
in der Abrüstungsfrage und bei den Be-
mühungen um eine Nichtweiterverbreitung
von Atomwaffen gemeinsam politischen
Druck erzeugen können.

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Missbrauchs-Anlaufstelle beim EKD

Die evangelische Kirche richtet eine
zentrale Anlaufstelle für Opfer sexua-
lisierter Gewalt ein.

Damit werde ein Anliegen umgesetzt,
"dessen Dringlichkeit uns Betroffene
immer wieder eindrücklich geschildert
haben", sagte die Hamburger Bischöfin
Fehrs. Die dezentralen Strukturen in
der evangelischen Kirche hätten es bis-
lang erschwert, die richtigen Ansprech-
partner zu finden.

Die Maßnahme ist Teil eines Elf-Punkte-
Plans, für dessen Umsetzung die Kirche
2019 rund eine Mio. Euro bereitstellt.

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Beratungen zur Lausitz-Zukunft

Die ostdeutschen Kohleländer Sachsen
und Brandenburg dringen auf einen ra-
schen Ausbau der Infrastruktur in der
Lausitz.

Der Kohleausstieg und der Beitrag zu
den Klimazielen werde nur gelingen,
wenn in der Lausitz gute Arbeitsplätze
entstehen, sagte der sächsische Minis-
terpräsident Kretschmer nach einer ge-
meinsamen Kabinettssitzung von Sachsen
und Brandenburg in Hoyerswerda.

Bei dem Treffen wurde eine Kooperati-
onsvereinbarung zwischen Bund und den
beiden Ländern unterzeichnet.

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Gorch-Fock-Fall: Neue Ermittlungen

Mehr als zehn Jahre nach dem rätselhaf-
ten Tod einer "Gorch Fock"-Kadettin hat
die Staatsanwaltschaft Kiel bestätigt,
den Fall wieder aufgerollt zu haben.

Nach den Aussagen einer Zeugin müssten
einige Punkte überprüft werden. Die An-
gaben dieser Zeugin beruhten allerdings
im Wesentlichen auf Hörensagen.

Die damals 18-jährige Jenny Böken war
2008 während einer Ausbildungsfahrt des
Segelschulschiffs der Marine bei einer
Wache über Bord gegangen. Die Ermittler
hielten ein Unglück bisher für am wahr-
scheinlichsten.

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Italien will kein Strafverfahren

Bei einem Krisentreffen zum Schulden-
streit mit der Europäischen Union haben
sich Italiens Koalitionschefs nach An-
gaben des parteilosen Ministerpräsiden-
ten Conte auf das Ziel verständigt, ein
EU-Strafverfahren zu vermeiden.

Er und seine Stellvertreter, Lega-Chef
Salvini und der 5-Sterne-Vorsitzende di
Maio, würden mit Wirtschaftsminister
Tria zusammenkommen, um eine Strategie
auszuarbeiten, erklärte Conte.

Wegen des steigenden Schuldenbergs
droht die EU-Kommission Italien mit ei-
nem Strafverfahren.

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Merkel zum ILO-Jubiläum in Genf

Kanzlerin Merkel reist zum 100-jährigen
Bestehen der Internationalen Arbeitsor-
ganisation (ILO) nach Genf.

Bei der Jubiläumstagung will sie hohe
Sozialstandards für alle Menschen in
der Welt anmahnen. Aufgabe der ILO als
UN-Sonderorganisation ist es, den Welt-
frieden durch eine Verbesserung der Ar-
beits- und Lebensbedingungen zu si-
chern.

In Zeiten des digitalen Wandels sei es
wichtig, ein Gleichgewicht zwischen
Chancen und Risiken zu finden, sagte
Merkel im Vorfeld.

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152 Mio. Kinder müssen arbeiten

Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF fordert
einen stärkeren Kampf gegen Kinderar-
beit. 152 Millionen Mädchen und Jungen
- fast jedes zehnte Kind auf der Welt -
müssten arbeiten, um zum Überleben ih-
rer Familien beizutragen.

In den vergangenen Jahrzehnten ist die
Zahl der arbeitenden Kinder zwar stark
gesunken - von 246 Millionen im Jahr
2000 auf 152 Millionen 2016. Der Rück-
gang habe sich zuletzt aber verlangsamt

Die meisten von Kinderarbeit betroffe-
nen Jungen und Mädchen leben in Afrika,
gefolgt von Asien.

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Högel geht in Revision

Nach dem Urteil wegen 85-fachen Mordes
hat der Patientenmörder und Ex-Kranken-
pfleger Högel Revision eingelegt. Dies
sei ein übliches und vorsorgliches Vor-
gehen, sagte seine Verteidigerin Hüfken

Der Sprecher der Angehörigen, Marbach,
bedauerte dies: "Wir hatten alle auf
ein wenig Abstand zum Prozess gehofft.
Nun werden die Wunden erneut aufgeris-
sen(...)."

Högel hatte während seiner Dienstzeit
als Pfleger auf Intensivstationen über
Jahre hinweg zahlreiche Menschen mit
Medikamenten vergiftet.

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Vatikan gegen "Gender-Theorie"

Der Vatikan hat sich offiziell gegen
eine "Gender-Theorie" ausgesprochen,
nach der Menschen ihr Geschlecht wählen
oder ändern können.

Fließende Grenzen zwischen Geschlech-
tern seien ein Symptom eines "konfusen
Konzepts der Freiheit", heißt es in ei-
nem offiziellen Dokument, das sich an
katholische Lehrer, Eltern, Schüler und
Geistliche richtet.

Die Organisation "New Ways Ministry",
die sich für Homo- und Bisexuelle sowie
Transgender in der Kirche engagiert,
kritisierte das Schreiben scharf.

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Quelle:
BR Text
Bayerischer Rundfunk, Programmbereich Bayern 3 - Jugend - Multimedia
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