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WIRTSCHAFT/8526: Nachrichten - BR Text 13.02.2018


BR Text vom 13.02.2018 - Nachrichten Wirtschaft


+++ DAX-Konzerne besser als erwartet +++ Mehr Geld für Daimler-Chef Zetsche +++ Michelin steigt bei ATU ein +++ Stromintensive Bitcoin-Herstellung +++ Paracelsus-Kliniken bauen Stellen ab +++ BMW hat beim Verkauf zugelegt +++ Flixbus kündigt weitere Expansionen an +++ GM schließt Werk in Südkorea +++ US-Waffenhersteller Remington hat Insolvenz angekündigt +++ Fischverarbeiter Deutsche See bekommt neue Eigentümer +++

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DAX-Konzerne besser als erwartet

Die Mehrheit der DAX-Konzerne hat die
Anleger einer Studie zufolge 2017 posi-
tiv überrascht.

57 Prozent der 30 deutschen Börsen-
schwergewichte korrigierten ihre Prog-
nose im Verlauf des vergangenen Jahres
mindestens einmal nach oben, wie das
Prüfungsunternehmen EY mitteilte. Nur
zehn Prozent der DAX-Unternehmen muss-
ten ihre Gewinn- oder Umsatzerwartungen
kassieren.

Die Konzerne hätten vorsichtig geplant
und seien von der Konjunkturentwicklung
in Europa, Asien und Nordamerika dafür
belohnt worden, teilte EY weiter mit.

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Mehr Geld für Daimler-Chef Zetsche

Daimler-Vorstandschef Zetsche bekommt
für 2017 etwa 8,6 Millionen Euro und
damit eine Million mehr als 2016.

Das geht aus dem Geschäftsbericht vor,
den der DAX-Konzern in Stuttgart vor-
legte. Die Vergütung für den gesamten
Vorstand beträgt demnach 35 Millionen
Euro, 3,2 Millionen mehr als zuvor.

2017 hatte Daimler bei einem Rekordum-
satz von 164,3 Milliarden Euro (+ 7 %)
einen Vorsteuergewinn von 14,7 Milliar-
den Euro gemacht, ein Plus von 14 Pro-
zent gegenüber dem Vorjahr. Als Prämie
für die 130.000 Tarifbeschäftigten er-
halten die Mitarbeiter je 5.700 Euro.

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Michelin steigt bei ATU ein

Der französische Reifenhersteller Mi-
chelin ist mit 20 Prozent bei der deut-
schen Werkstattkette ATU eingestiegen.

Wie die Franzosen am Montag bei der
Vorlage der Bilanz für 2017 mitteilten,
halte man für das Fünftel der Anteile
an ATU 60 Millionen Euro bezahlt.

Im Dezember 2016 war die damals vor der
Insolvenz stehende Kette mit Sitz in
Weiden (Oberpfalz) an die französische
Mobivia-Gruppe gegangen, nach eigenen
Angaben Marktführer auf dem Gebiet in
Europa. Nun sollen in den 577 deutschen
Werkstätten mehr Michelin-Reifen ver-
kauft werden.

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Stromintensive Bitcoin-Herstellung

Der isländische Energieversorger HS Or-
kas hat den hohen Aufwand zur Erzeugung
der Digitalwährung Bitcoin beklagt.

Die in Island beheimateten Bitcoin-Pro-
duzenten benötigten pro Jahr mehr Strom
als alle Privathaushalte auf der Insel,
hieß es. Wenn alle aktuellen Anfragen
sogenannter Miner realisiert würden,
gingen dem Land mit reichhaltigen Ener-
giequellen wie Erdwärme und Wasserkraft
die Energiekapazitäten aus.

Miner führen bei der Herstellung von
Bitcoins, dem Mining, hochkomplexe Re-
chenoperationen durch, an deren Ende
frische Bitcoins stehen.

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Paracelsus-Kliniken bauen Stellen ab

Die insolvente Klinikgruppe Paracelsus
will an fünf Standorten in Deutschland
Stellen streichen.

Betroffen seien die Kliniken in Osna-
brück, Karlsruhe, Henstedt-Ulzburg,
Zwickau und Reichenbach, sagte der Ge-
neralbevollmächtigte Wichels in Osna-
brück. Paracelsus hatte bereits ange-
kündigt, dass bundesweit 400 Stellen
abgebaut werden sollen und das Haus in
Karlsruhe geschlossen werden solle.

Paracelsus hat deutschlandweit rund 40
medizinische Einrichtungen. In dem Kon-
zern arbeiten 5.200 Menschen.

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WIRTSCHAFT KURZMELDUNGEN

München: Der Autobauer BMW hat im Janu-
ar inklusive der Kleinwagenmarke Mini
weltweit gut 169.500 Autos und damit
3,8 Prozent mehr als vor Jahresfrist
verkauft. Konkurrent Mercedes-Benz hat-
te am Vortag mitgeteilt, knapp 193.500
Wagen losgeschlagen zu haben. Audi lag
mit 149.100 Autos knapp vor der BMW-
Stammmarke mit 148.400 Pkw.

Berlin: Der Fernbusbetreiber Flixbus
hat weitere Expansionen angekündigt.
Dafür wolle er auch mit Airlines koope-
rieren, sagte Firmengründer Engert in
einem Interview. In Gesprächen, die u.
a. mit Lufthansa geführt würden, werde
geplant, dass Kunden letztlich von zu
Hause über den Flughafen bis zum Reise-
ziel nur ein Ticket benötigten.

Detroit: Der US-Autobauer General Mo-
tors/GM schließt im Zuge seiner Um-
strukturierung eines seiner vier Werke
in Südkorea. Über die anderen werde in
den nächsten Wochen entschieden, kün-
digte GM-Präsident Ammann an. Im Werk
Gunsan stünden 2.000 Mitarbeiter vor
der Entlassung. 2017 war die Anlage nur
zu 20 Prozent ausgelastet gewesen.

Madison: Einer der ältesten US-Waffen-
hersteller, Remington, hat seine Insol-
venz angekündigt. Das 1816 gegründete
Unternehmen stellte Antrag auf Gläubi-
gerschutz, um bei laufendem Geschäfts-
betrieb 700 Millionen Dollar Schulden
abzubauen. Da die Angst vor strengen
Waffengesetzen unter US-Präsident Trump
sinkt, werden weniger Waffen verkauft.

Berlin: Deutschlands führender Fisch-
verarbeiter Deutsche See bekommt neue
Eigentümer. Das Fisch- und Handelsun-
ternehmen werde an die niederländisch-
deutsche Parlevliet & Van der Plas
Gruppe (P&P) verkauft, teilte Deutsche
See mit. Die beiden Alteigentümer Mie-
bach und Dill hätten sich aufgrund ei-
ner ernsthaften Erkrankung von Miebach
dazu entschieden. Das Unternehmen be-
schäftigt bundesweit in 22 Niederlas-
sungen 1.700 Mitarbeiter.

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Quelle:
BR Text
Bayerischer Rundfunk, Programmbereich Bayern 3 - Jugend - Multimedia
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