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WIRTSCHAFT/8735: Nachrichten - BR Text 13.09.2018


BR Text vom 13.09.2018 - Nachrichten Wirtschaft


+++ Finanzkrise kostete schon 59 Mrd. Euro +++ EZB: Schritt zu Ende der Geldflut +++ Solarworld beendet Produktion +++ P&R-Gründer verhaftet +++ BMW verkürzt Rückstand zu Mercedes-Benz +++ Westwing kündigt Börsengang +++ Stärkung der türkischer Lira +++

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Finanzkrise kostete schon 59 Mrd. Euro

Die Finanzkrise hat die deutschen Steu-
erzahler bislang 59 Mrd. Euro gekostet.

Darauf beliefen sich die Kosten der öf-
fentlichen Hand bis Ende 2017 für Kre-
dite, Garantien und Kapitalspritzen,
meldete die "Süddeutsche Zeitung" mit
Bezug auf die Antwort der Bundesregie-
rung auf eine Grünen-Anfrage. Da die
Hilfen noch andauerten, könnten die
Verluste auf über 68 Mrd. Euro steigen.

Grünen-Finanzexperte Schick nannte die
Bilanz "verheerend".Zu den Kosten kämen
noch indirekte Kosten etwa durch Ent-
lassungen, Probleme bei der Altersvor-
sorge,steigende Mieten oder Minizinsen.

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EZB: Schritt zu Ende der Geldflut

Die Europäische Zentralbank/EZB hat das
Tempo ihrer milliardenschweren Anleihe-
käufe gedrosselt.

Statt 30 Milliarden Euro wird die No-
tenbank ab Oktober nur noch 15 Mrd. Eu-
ro pro Monat in Staats- und Unterneh-
menspapiere investieren. Ein Ende des
Kaufprogramms ist zum Jahresende 2018
angepeilt, teilte der EZB-Rat bei sei-
ner Sitzung in Frankfurt/M. mit.

Ihren Leitzins beließ die EZB wie er-
wartet auf dem Rekordtief von 0,0 Pro-
zent. Der Schlüsselsatz zur Versorgung
der Geschäftsbanken liegt seit März
2016 auf diesem Niveau.

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Solarworld beendet Produktion

Der einst größte deutsche Solarzellen-
Hersteller, Solarworld, hat nach der
zweiten Insolvenz binnen weniger Monate
die Produktion komplett eingestellt.

Auch im sächsischen Freiberg würden
keine Solarmodule mehr gefertigt, er-
klärte Insolvenzverwalter Niering. An
den Anlagen, die vergangene Woche ge-
stoppt wurden, sei aber noch ein Inves-
tor interessiert, der 150 Mitarbeiter
weiterbeschäftigen und die Produktion
fortführen wolle. Die Gespräche dauer-
ten mindestens bis Oktober.

Das Werk Arnstadt und die Zentrale in
Bonn würden jedoch geräumt und verkauft.

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P&R-Gründer verhaftet

Nach der milliardenschweren Pleite der
Container-Investment-Firma P&R ist de-
ren Gründer Heinz R. verhaftet worden.

Er sei wegen dringenden Betrugsver-
dachts sowie Flucht- und Verdunkelungs-
gefahr in der Münchner JVA Stadelheim
in Untersuchungshaft, teilte die
Staatsanwaltschaft mit.

P&R hatte Zehntausenden Anlegern Con-
tainer verkauft, diese zurückgemietet
und nach Ablauf einer Frist zu vorher
vereinbarten Preisen wieder zurückge-
kauft. Laut den Ermittlern soll dabei
eine Art Schneeballsystem entstanden
sein.

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WIRTSCHAFT KURZMELDUNGEN

München: Der Autobauer BMW hat im Au-
gust mehr Pkw verkauft und damit den
Rückstand zum Konkurrenten Mercedes-
Benz verkürzt. Die Zahl der abgesetzten
BMW-Fahrzeuge sei um 3,2 Prozent auf
151.633 gestiegen, teilte das Unterneh-
men mit. Zuvor hatten die Stuttgarter
schon bekanntgegeben, einen Absatzein-
bruch von 8,5 Prozent auf 156.000 Pkw
verbucht zu haben.

München: Das 2011 gegründete Münchner
Unternehmen Westwing hat seinen Börsen-
gang in Frankfurt/Main angekündigt. Man
hoffe auf etwa 120 Millionen Euro, um
weiteres Wachstum generieren zu können,
erklärte der Gründer des Onlinehändlers
für Einrichtungs- und Lifestyleproduk-
te, Smalla.

Ankara: Die Türkei erlaubt Immobilien-
und Transportgeschäfte im Land nur noch
in türkischer Lira. Per Dekret verbot
Präsident Erdogan Verträge zwischen in
der Türkei lebenden Menschen in Euro
oder Dollar. Bisherige Verträge in
Fremdwährungen müssen zur Stärkung der
einheimischen Währung binnen 30 Tagen
auf Lira umgestellt werden. Die Noten-
bank des Landes erhöhte unterdessen den
Leitzins von 17,75 auf 24 Prozent.

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Quelle:
BR Text
Bayerischer Rundfunk, Programmbereich Bayern 3 - Jugend - Multimedia
Floriansmühlstr. 60, 80939 München
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