Schattenblick → INFOPOOL → NACHRICHTEN → BR TEXT


WIRTSCHAFT/9131: Nachrichten - BR Text 07.11.2019


BR Text vom 07.11.2019 - Nachrichten Wirtschaft


+++ Streik bei Lufthansa +++ UFO zu Gesprächen mit Lufthansa bereit +++ AMS legt erneut Osram-Offerte vor +++ Siemens steigert Geschäftsergebnis +++ Standortsicherung für Bosch-Bamberg +++ Opel mit Beschwerde gescheitert +++ 4 Wirtschaft Kurzmeldungen +++

*

Streik bei Lufthansa

Bei der Lufthansa hat um Mitternacht
ein 48-Stunden-Streik der Flugbegleiter
begonnen.

Der Konzern strich eigenen Angaben zu-
folge heute rund 700 und morgen 600
Flüge bei seiner Hauptmarke Lufthansa.
In München wurden nach BR-Informationen
heute knapp 260 Flüge annulliert. In
Nürnberg sind laut eines Sprechers an
beiden Tagen sechs Starts und Landungen
betroffen.

Der Streik solle zunächst nicht verlän-
gert und auch nicht auf andere Airlines
des Lufthansa-Konzerns ausgeweitet wer-
den, sagte ein UFO-Sprecher in München.

*

UFO zu Gesprächen mit Lufthansa bereit

Die Kabinengewerkschaft UFO hat zuge-
stimmt, am Wochenende mit der Lufthansa
in Gespräche über eine Schlichtung des
laufenden Tarifkonflikts einzutreten.

UFO "akzeptiert das Verhandlungsange-
bot", hieß es auf der Internetseite.
Zuvor hatte Lufthansa-Chef Spohr er-
klärt, wieder Gespräche mit UFO aufneh-
men zu wollen. Ziel sei, die von UFO am
Vortag angebotene Schlichtung zu ver-
einbaren.

UFO fordert für die ca. 21.000 Lufthan-
sa-Flugbegleiter höhere Spesen und Zu-
lagen und den besseren Zugang für Sai-
sonkräfte in eine reguläre Anstellung.

*

AMS legt erneut Osram-Offerte vor

Der österreichische Sensorspezialist
AMS hat seine neue 4,6 Milliarden Euro
schwere Offerte zur Übernahme des
Münchner Lichtkonzerns Osram vorgelegt.

Die Osram-Aktionäre können ihre Anteile
demnach bis 5. Dezember anbieten. AMS
bietet wie schon beim ersten Versuch
41 Euro je Osram-Anteil. Die Annahme-
schwelle wurde aber von 62,5 % auf 55 %
der Osram-Aktien gesenkt.

Zudem stellte AMS-Chef Everke eine Ko-
operationsvereinbarung mit einem erwei-
terten Schutz für Osram-Beschäftigte in
Deutschland in Aussicht, die Standorte
und Arbeitsplätze sichern soll.

*

Siemens steigert Geschäftsergebnis

Mit einem starken vierten Quartal hat
Siemens Umsatz und operatives Ergebnis
für das Geschäftsjahr 2018/2019 stei-
gern können.

Wie aus den in München vorgelegten Zah-
len hervorgeht, stieg der Umsatz im Ge-
schäftsjahr um fünf Prozent auf 86,8
Milliarden Euro.

Der Gewinn nach Steuern sank zwar mit
5,6 Milliarden Euro um acht Prozent un-
ter den Vorjahreswert. Aber hier hätten
sich bei der Vergleichszahl aus dem
Vorjahr positive Sondereffekte von rund
eineinhalb Milliarden Euro bemerkbar
gemacht, hieß es.

*

Standortsicherung für Bosch-Bamberg

Nach monatelanger Unsicherheit ist die
Zukunft des größten deutschen Produk-
tionsstandorts des Autozulieferers
Bosch in Bamberg geklärt.

Die rund 7.000 Beschäftigten reduzieren
für die kommenden sechs Jahre ihre Ar-
beitszeit und müssen auf einen Teil ih-
res Geldes verzichten. Dafür schließt
das Unternehmen betriebsbedingte Kündi-
gungen bis 2026 aus und investiert in
eine Neuausrichtung des Werks, das der-
zeit völlig am Verbrennungsmotor hängt.

Werkleitung und Betriebsrat handelten
eine entsprechende Vereinbarung aus,
wie beide Seiten mitteilten.

*

Opel mit Beschwerde gescheitert

Opel ist mit einer Beschwerde gegen die
Diesel-Rückrufe gescheitert.

Opel müsse die Software zur Steuerung
der Abschalteinrichtungen umrüsten, so
das schleswig-holsteinische Oberverwal-
tungsgericht/OVG. Der Beschluss ist
nach Angaben des Gerichts unanfechtbar
(Az. 5 MB 3/19). Opel will aber dennoch
weitere rechtliche Schritte einleiten.

Im Frühjahr 2018 hatte das Kraftfahrt-
bundesamt eine Abschalteinrichtung bei
Opel-Modellen entdeckt, die sie für
unzulässig hielt. Weltweit wurden knapp
100.000 Fahrzeuge zurückgerufen, davon
31.000 in Deutschland.

*

4 WIRTSCHAFT KURZMELDUNGEN

Frankfurt/M.: Die Commerzbank hat trotz
eines überraschend guten dritten Quar-
tals ihr Gewinnziel für das Gesamtjahr
gekappt. Die Bank erwartet nun einen
Konzernüberschuss in diesem Jahr unter
den 865 Mio. Euro von 2018. Grund für
die pessimistischere Prognose sei, dass
die Bank im vierten Quartal mit einer
"deutlich höheren Steuerquote" rechne,
teilte das Geldinstitut mit.

Frankfurt/M.: Die Münchener Rück hat im
dritten Quartal trotz hoher Schäden
durch Wirbelstürme noch mehr verdient
als bisher in Aussicht gestellt. Unter
dem Strich stand ein Gewinn von 865
Millionen Euro, wie der Rückversicherer
mitteilte. Das waren 79 Prozent mehr
als im Vorjahreszeitraum.

Berlin: Die Deutsche Bahn stoppt nach
dpa-Informationen vorerst den geplanten
milliardenschweren Verkauf ihrer Aus-
landsverkehrstochter DB Arriva. Die zu
erwartenden Erlöse lägen erheblich un-
ter dem Buchwert, hieß es im Umfeld des
Konzerns. Aufsichtsrat und Vorstand
wollten heute bei einer Sondersitzung
darüber beraten. Als Plan B hatte die
Bahn auch einen Börsengang vorbereitet.

Wien: Die Lufthansa-Tochter Austrian
Airlines/AUA streicht bis Ende 2021 bis
zu 800 ihrer 7.000 Stellen. Als Grund
nannte die Geschäftsführung in Wien den
harten Preiskampf mit mehreren Billig-
fliegern am Standort Wien. Demnach
sollte der Abbau v.a. durch natürliche
Fluktuation gelingen.

*

Quelle:
BR Text
Bayerischer Rundfunk, Programmbereich Bayern 3 - Jugend - Multimedia
Floriansmühlstr. 60, 80939 München
E-Mail: bayerntext@br-online.de
Internet: www.bayerntext.de
Das BR Text-Programmschema erhalten Sie
per Fax-Abruf: 089/38 06-77 03

Zur Tagesausgabe / Zum Seitenanfang