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AUSLAND/8054: Aus aller Welt - 26.01.2019 (SB)


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Massive US-Hilfe für venezolanischen Putschisten Guaidó

Die US-Regierung sucht zur Zeit nach Wegen, wie die Gelder, die bislang für Ölimporte an Venezuelas Staatskonzern PDVSA gezahlt wurden, an den Putschisten Juan Guaidó umgeleitet werden können. Der nationale Sicherheitsberater John Bolton in Washington sagte, man wolle das illegitime Maduro-Regime von seinen Einnahmequellen zu trennen.

Guaidó, der 35jährige Präsident der Nationalversammlung Venezuelas, hatte sich am Mittwoch vergangener Woche zum Interimspräsidenten ausrufen lassen und vor einer große Menge Demonstranten eine Art Amtseid abgelegt. Guaidó will den sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro aus dem Amt drängen und Neuwahlen abhalten lassen. Unmittelbar nach seinem Putschversuch wurde er von der US-Regierung als legitimer Präsident Venezuelas anerkannt. Unter anderem erhält Washington damit formal den Zugriff auf die in den USA angelegten, venezolanischen Staatsvermögen.

Weil die US-Regierung Maduro nicht anerkennt, sieht sie sich auch nicht verpflichtet, wie von diesem angeordnet, das diplomatische Corps aus Venezuela abzuziehen. Die Botschaft in Caracas bleibt geöffnet. Nur aus Sicherheitsgründen wird ein Teil des Personals in die USA zurückbeordert.

Am Samstag sollte sich der Uno-Sicherheitsrat in einer Dringlichkeitssitzung mit den Vorgängen in Venezuela befassen. Dazu wurde Venezuelas Außenminister Montserrat in New York erwartet. US-Außenminister Pompeo wollte das höchste Uno-Gremium dazu bewegen, Guaidó als verfassungsmäßigen Übergangspräsidenten anzuerkennen.

26. Januar 2019


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