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AUSLAND/8078: Aus aller Welt - 19.02.2019 (SB)


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Schwerwiegende Kritik an Zuständen in griechischen Flüchtlingslagern

Das Anti-Folter-Komitee des Europarats hat am Dienstag einen Bericht zur Situation von Flüchtlingen und Migranten in Griechenland vorgelegt. In den Sammellagern auf den Inseln der Ostägäis leben mehr als 20.000 Menschen, obwohl dort nur Platz für rund 6000 ist. Hintergrund der hohen Flüchtlingszahlen ist das Abkommen der EU mit der Türkei vom März 2016 zur Rückführung von Migranten. In dem Europaratsbericht wird der griechischen Regierung ein menschenunwürdiger Umgang mit Flüchtlingen und Migranten vorgeworfen. Diese leben teilweise unter katastrophalen Bedingungen. Es fehlt an medizinischer Versorgung, die Umgebung von Lagern ist verschmutzt. Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sind nicht vor sexueller Gewalt geschützt. Flüchtlinge werden von Ordnungskräften mißhandelt. Im Auffanglager Fylakio wurden fast 100 Menschen, darunter Kinder und Schwangere, in einem Raum zusammengepfercht. Jedem stand zum Schlafen eine Fläche von etwas über einem Quadratmeter zur Verfügung. Die Flüchtlinge werden teilweise Wochen und Monate in den Lagern festgehalten. Das Europaratsgremium kritisiert zudem unzulässige Massenzurückweisungen von Migranten über die Grenze in die Türkei. Die griechischen Behörden sollen Flüchtlinge ausreichend mit Nahrung versorgen und ihnen eine Matratze, Bettzeug und Körperpflegeprodukten zur Verfügung stellen. Kinder und Frauen dürfen nie zusammen mit alleinstehenden Männern untergebracht werden. Die medizinische Versorgung der festgehaltenen Menschen muß verbessert werden.

19. Februar 2019


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