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JUSTIZ/8095: Kriminalität und Rechtsprechung - 20.03.2019 (SB)


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US-Geschworenengericht hält Glyphosat mitverantwortlich für Krebs

In einem Entschädigungsverfahren gegen Monsanto wegen mutmaßlich krebsauslösender Wirkung von glyphosathaltigen Unkrautvernichtungsmitteln hat ein Geschworenengericht in San Francisco die Position des Klägers Edwin Hardeman gestärkt. Das sechsköpfige Laiengremium befand, daß das Herbizid erheblich zu dessen Lymphdrüsenkrebs beigetragen hat. Schadenersatzansprüche Hardemans werden in einem durch das Gericht abgetrennten Verfahren geklärt werden, nachdem die Frage beantwortet wurde, ob Monsanto eine von der Anwendung des Herbizids ausgehende Gefahr verschwiegen hat.

In den USA sind weit über 9000 Klagen wegen der Unkrautvernichtungsmitteln Roundup und Pro Ranger von Monsanto anhängig. Der aktuelle Fall am Federal Court of the Northern District of California ist der zweite, der vor einem US-Gericht verhandelt wurde.

Monsanto wurde mitsamt der Last absehbarer Entschädigungsverfahren von der Leverkusener Bayer AG für 63 Milliarden US-Dollar übernommen. Ein Verbot von Glyphosat ließe die dagegen resistenten, von Bayer vertriebenen Saatgutsorten obsolet werden.

20. März 2019


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