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JUSTIZ/8108: Kriminalität und Rechtsprechung - 02.04.2019 (SB)


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Erhebung zur Gewalt von Rechts in Ostdeutschland und Berlin

Der Verband der Beratungsstellen für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (VBRG) hat im vergangenen Jahr in den ostdeutschen Bundesländern und Berlin 1212 Fälle rechts, rassistisch und antisemitisch motivierter Gewalt registriert. Das seien acht Prozent mehr als im Jahr davor gewesen, berichtete der VBRG am Dienstag der Presse in Berlin. Unter den 1789 unmittelbar betroffenen Opfern waren mehr als 250 Kinder und Jugendliche. In zwei Dritteln der Fälle aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen stand Rassismus im Vordergrund, wobei die Opfer meist Geflüchtete, Menschen mit Migrationshintergrund und schwarze Deutsche gewesen sind. Häufig wurden auch Personen angegriffen, die von den Tätern als politische Gegner angesehen wurden. Weil die Erhebungszahlen des Bundeskriminalamts zur Politisch motivierten Kriminalität (PMK) deutlich unter denen des VBRG liegen, fordert der Soziologe und Direktor des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft in Jena, Matthias Quent, die Einsetzung einer ständigen unabhängigen Expertenkommission.

2. April 2019


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