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JUSTIZ/8137: Kriminalität und Rechtsprechung - 01.05.2019 (SB)


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Julian Assange in Großbritannien zu 50 Wochen Haft verurteilt

Der Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, Julian Assange, ist von einem Londoner Gericht wegen Verstoßes gegen Kautionsauflagen zu 50 Wochen Haft verurteilt worden. Zuvor hatten britische Beamte den gebürtigen Australier aus der Botschaft Ecuadors geholt, wo dieser sieben Jahre zuvor um politisches Asyl ersucht hatte. Assange wollte verhindern, daß er an Schweden und darüber an die US-Justiz ausgeliefert wird. Die schwedische Generalstaatsanwaltschaft wollte ihn wegen der gegen ihn von zwei Frauen erhobenen Vorwürfe der Vergewaltigung und des sexuellen Übergriffs anhören. Die Verfahren wurden wegen Verjährung eingestellt, aber nach der Entführung Assanges aus der Botschaft auf Antrag einer der Betroffenen wieder eröffnet.

In den USA drohen Assange nach wie Hochverratsverfahren wegen der Veröffentlichungen von Wikileaks unter anderem über die Kriege der USA in Afghanistan und im Irak. Die US-Justiz hat in Großbritannien Assanges Auslieferung wegen Verschwörung mit Chelsea Mannings beantragt. Diese hatte vor neun Jahren noch als Bradley Mannings Wikileaks Hunderttausende geheimer Militärdokumente zukommen lassen.

1. Mai 2019


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