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JUSTIZ/8147: Kriminalität und Rechtsprechung - 11.05.2019 (SB)


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Monsanto soll illegale Liste mit Daten von Kritikern geführt haben

In Paris hat die Staatsanwaltschaft vorläufige Ermittlungen gegen den früheren Saatgut- und Pestizidhersteller Monsanto eingeleitet. Dabei geht es nicht um eventuelle Gesundheitsschädigungen durch glyphosathaltige Herbizide, wie der Sender France 2 berichtete, sondern um eine von PR-Agenturen für das Unternehmen möglicherweise geführte, illegale Liste mit Personaldaten von rund 200 Kritikern, darunter Journalisten und Abgeordnete. Diese sollten "erzogen" und zum Teil auch "überwacht" werden. Dem Sender zufolge sind die Betroffenen mit Privatadresse, Telefonnummer und Hobbys aufgeführt. Außerdem wurden ihre Beeinflußbarkeit und ihr Einfluß bewertet. Die strafrechtlichen Untersuchungen hatten die Zeitung Le Monde und ein Journalist, dessen Name auf der Liste stand, in Gang gesetzt. Monsanto wurde im vergangenen Jahr von dem Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer übernommen. Aus Leverkusen verlautete, man habe von der illegalen Erfassung privater Daten bei Monsanto keine Kenntnis gehabt.

11. Mai 2019


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