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JUSTIZ/8149: Kriminalität und Rechtsprechung - 14.05.2019 (SB)


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Schweden fordert erneut Auslieferung von Julian Assange

Die schwedischen Strafverfolgungsbehörden greifen ein vor zwei Jahren gegen Julian Assange eingestelltes Verfahren wegen des Verdachts der Vergewaltigung wieder auf. Nachdem der Wikileaksgründer nach rund sieben Jahren politischen Asyls von britischer Polizei aus der Londoner Botschaft Ecuadors geholt und inhaftiert wurde, soll Assange in Schweden zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen, die er bestreitet, angehört werden. Die schwedische Staatsanwaltschaft will deshalb einen europäischen Haftbefehl ausstellen und Assanges Auslieferung beantragen, sobald dieser seine 50 Wochen Haft in Großbritannien abgesessen hat. Der 47jährige gebürtige Australier hatte gegen britische Kautionsauflagen verstoßen, als er vor einer Auslieferung an Schweden in die ecuadorianische Botschaft flüchtete. Assange muß nach wie vor befürchten, der US-Justiz ausgeliefert zu werden, die ihn wegen Hochverrats im Zusammenhang mit den Veröffentlichungen von Wikileaks unter anderem zu den Kriegen der USA in Afghanistan und im Irak verurteilen will. Bislang fordert die US-Justiz von Großbritannien die Auslieferung Assanges wegen mutmaßlich versuchten Eindringens in einen Computer des Pentagons. Der Fall in Schweden liegt zehn Jahre zurück und würde im August 2020 verjähren.

14. Mai 2019


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