Schattenblick → INFOPOOL → NACHRICHTEN → VOM TAGE


KULTUR/7941: Sprache, Kunst und Medium - 02.01.2019 (SB)


VOM TAGE


Bundesarchiv will bald sein letztes Filmkopierwerk schließen

Weil das platzsparend und kostengünstig ist, soll in Zukunft alles Filmmaterial digital gespeichert werden.

Das will die Bundeskanzlerin so. Beschlossene Sache ist, daß das letzte Filmkopierwerk des Bundesarchivs in Berlin-Hoppegarten geschlossen wird.

Vor diesem Schritt, der schon für dieses Jahr geplant ist, warnt der Filmhistoriker Dirk Alt. Er verweist darauf, daß digitale Speicher längst nicht die Haltbarkeit und Überlebensdauer haben wie analoges Filmmaterial, das je nach Güte und Quelle unbeschadet mehrere hundert Jahre aufbewahrt werden kann.

Dagegen gebe es für die digitale Langzeitspeicher und Lagerung noch kein verläßliches Modell. Alt hält die Digitalisierung für einen "verhängnisvollen Trend". Zwar bietet die digitale Speicherung riesige Datenpotentiale, die aber wenig nützen, wenn sie nur für relativ kurze Zeitspannen zur Verfügung stehen.

Laut Deutschlandfunk Kultur hat sich der Filmhistoriker mit anderen Experten auf dem Gebiet zusammengeschlossen, die ebenfalls eine Gefahr darin sehen, sich von der Möglichkeit des Filmkopierens endgültig abzuschneiden.

Alts unermüdliche Warnungen haben auf politischer Ebene bisher nur bei den Oppositionsparteien Rückhalt gefunden.

2. Januar 2019


Zur Tagesausgabe / Zum Seitenanfang