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KULTUR/7942: Sprache, Kunst und Medium - 03.01.2019 (SB)


VOM TAGE


Austritt der USA und Israels schwächen die Unesco finanziell

Wie bereits im Spätherbst 2017 angekündigt, haben die USA und Israel mit dem Jahreswechsel der Unesco auch offiziell den Rücken gekehrt. Der Prozeß wurde bereits vor über einem Jahr eingeleitet, nachdem 2011 von beiden Ländern die vereinbarten Mitgliedsbeiträge an die UN-Organisation eingestellt worden waren.

Weil die in Paris ansässige Unesco früher wiederholt Resolutionen anderer Mitgliedsstaaten angenommen hatte, die Israels Vorgehen gegen die Palästinenser verurteilten, hieß es aus Jerusalem und Washington, die Unesco unterstütze eine anti-israelische Stimmung. Ferner mißbilligten die Staatsoberhäupter beider Staaten Kritik an der Besetzung Ost-Jerusalems durch israelische Streitkräfte. Israel scheint zu versuchen, Jerusalem als zukünftige israelische Hauptstadt zu etablieren.

Die Spannungen hatten bereits mit der Aufnahme der Altstadt von Hebron und anderer historischer Stätten in den Palästinensergebieten in die Welterbeliste der Unesco begonnen. Die Anerkennung Palästinas 2011 als UN-Vollmitglied hatte die Zwistigkeiten verschärft.

Natürlich trifft der Austritt der USA, die fast 70 Jahre lang Mitglied waren, die Unesco hart. Als reichstes Land der Erde hätten die USA eigentlich 22 Prozent des Budgets zahlen müssen. Aber allein in den letzten beiden Jahren blieb es 146 Mio. Dollar schuldig.

3. Januar 2019


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