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KULTUR/7975: Sprache, Kunst und Medium - 05.02.2019 (SB)


VOM TAGE


Zerschnittenes Banksy-Bild macht die Runde

Der vor allem als Street-Art-Künstler bekannte angeblich unbekannte Banksy hatte im vergangenen Oktober mit seinem Gemälde "Girl with Balloon" für Furore gesorgt, als während einer Versteigerung im Londoner Auktionshaus Sotheby's unmittelbar nach dem Zuschlag für eine Kunstsammlerin ein im wuchtigen Rahmen eingebauter Schredder ansprang und die untere Hälfte des Bildes in Streifen schnitt, um dann stehen zu bleiben. Nach wie vor ist ungeklärt, ob es sich um ein technisches Versagen oder Teil des Plans handelte.

Das Bild zeigt ein kleines Mädchen, das einem davonfliegenden herzförmigen Luftballon nachschaut. Es ist ein öfter wiederkehrendes Streetart-Motiv des Briten, das eigentlich nicht viel hergibt, aber dennoch für knapp 1,2 Million Euro verkauft wurde.

Während das Auktionspublikum noch sozusagen unter Schock stand, erklärte die neue Eigentümerin, sie wolle das halbzerstörte Bild behalten. Sie hatte offenbar schnell begriffen, wieviel Publizität fortan mit dem Kunstwerk verbunden ist. Angeblich wollte Banksy seinen Coup als Kritik am Kunstmarkt verstanden wissen.

Tatsächlich macht die Schablonenarbeit jetzt die Runde durch die Museen. Das Museum Frieder Burda darf das Bild als erstes zeigen. Ab heute wird es bis zum 3. März in Baden-Baden ausgestellt. Danach ist die Gemäldegalerie Stuttgart an der Reihe.

5. Februar 2019


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