Schattenblick → INFOPOOL → NACHRICHTEN → VOM TAGE


KULTUR/7992: Sprache, Kunst und Medium - 22.02.2019 (SB)


VOM TAGE


Die Nordfriesen treiben den Winter aus

Mit der Biike haben vergangene Nacht die Nordfriesen den Winter vertrieben. Nach altem Brauch wurden entlang der Küste etwa 60 riesige Holzstöße angezündet. Dazu wurde gegessen, getrunken und getanzt.

Früher war der heutige Petritag gleichzeitig der Termin, zu dem die Walfänger in den Norden aufbrachen, wo sie monatelang jagten. Den Brauch soll es schon seit rund 2000 Jahren geben, wobei sich die Bedeutung immer wieder geändert haben soll, wie NDR1 Welle Nord erklärte.

Im 10. Jahrhundert versuchten christliche Missionare, den Brauch zu unterdrücken. Das Biikebrennen wurde jedoch als eine Art Fastnachtsfeier fortgesetzt, weshalb es vor Beginn der Fastenzeit stattfinden mußte. Zunächst brannten dabei keine großen Holzhaufen, sondern einzelne Feuer an langen Stangen oder auch Strohpuppen.

Heute gilt das Spektakel vielen Friesen an den Küsten des Festlands, der nordfriesischen Inseln und den Halligen als "Nationalfest", das auch viele Touristen anlockt.

Seit 2014 ist die Biike, was das friesische Wort für "Feuerzeichen" ist, von der UNESCO als deutsches immaterielles Kulturerbe eingetragen.

Seit dem 19. Jahrhundert stehen die Biikefeuer als Zeichen für das Zusammengehörigkeitsgefühl und das Traditionsbewußtsein der Nordfriesen.

22. Februar 2019


Zur Tagesausgabe / Zum Seitenanfang