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KULTUR/8051: Sprache, Kunst und Medium - 22.04.2019 (SB)


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Großer Andrang bei Berliner Nolde-Schau

Die Farbenfreude und der kräftige Strich des Expressionisten Emil Nolde (1867-1956) gefällt auch heute noch vielen Kunstliebhabern; weniger erfreut werden allerdings viele Liebhaber über den politischen Kontext sein, in den die Kuratoren die aktuelle Ausstellung der Berliner Nationalgalerie "Emil Nolde - Eine deutsche Legende. Der Künstler im Nationalsozialismus" gestellt haben.

Für entsprechenden Wirbel hatte kurzfristig denn auch die Meldung gesorgt, daß Bundeskanzlerin Angela Merkel den Nolde "Brecher" aus dem Jahr 1936 in ihrem Arbeitszimmer hängen hatte und außerdem sein Gemälde "Blumengarten" als Leihgabe zur Verfügung stand. Aber das war bloß eine Randnotiz, die mit der sofortigen Rückgabe ausgemerzt wurde.

Auf jeden Fall fachte die für viele Deutsche wenig bekannte Information, Nolde sei zweifelsfrei Nationalsozialist mit Parteibuch, Antisemit und Rassist gewesen, die Neugierde an, denn bereits knapp eine Woche nach Eröffnung waren mehr als 10.000 Besucher in den Hamburger Bahnhof gekommen. Bekannter ist da schon, daß er von den Nazis als Entarteter mit Berufsverbot belegt wurde.

Um den Andrang zu entzerren, werden inzwischen Eintrittskarten mit Zeitfenster angeboten, die langes Schlangestehen verhindern. Die Schau endet voraussichtlich am 15. September.

22. April 2019


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