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KULTUR/8072: Sprache, Kunst und Medium - 14.05.2019 (SB)


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Herkunft und Verbleib antiker Kunst aus Benin wird untersucht

Nicht zuletzt weil die Nachkommen in ehemaligen Kolonien vornehmlich europäischer Mächte hartnäckig an begangenes Unrecht erinnern und auf Rückgabe ihrer von den Eroberern gestohlenen Kulturgüter bestehen, haben auch hierzulande Universitäten damit begonnen, die verschlungenen Pfade des Raubes und des illegalen Handels mit Kunstwerken zu untersuchen.

Eines dieser Forschungsprojekt betrifft rund 3000 Bronzen sowie weiterer Kunstgegenstände aus dem untergegangenen Königreich Benin, das im heutigen Nigeria aufging. Aber zuvor eroberten 1897 die Engländer das westafrikanische Land und schafften Tausende der reizvollen Metallfiguren nach Europa, wo sie an etliche Museen, Händler und Sammler verkauft wurden. Laut Radiosender Berlin-Brandenburg (rbb) hatte auch das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe einige dieser Figuren erworben.

Nun sollen Forscher der Uni Hamburg und Benin mit einem dreijährigen Projekt Licht speziell in die Geschichte der Benin-Bronzen bringen. Finanziell unterstützt wird die Untersuchung auch von der Gerda-Henkel-Stiftung. Wie Projektleiter Jürgen Zimmerer erklärte, sollen die betroffenen Museen und Sammler sowie die zuständigen Politiker nicht länger Unwissenheit vorschützen können. Sie müßten sich zu gegebener Zeit entscheiden, die Raubkunst zu behalten oder zurückzugeben.

14. Mai 2019


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