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GEWERKSCHAFT/007: Babylon - Umsetzung des Haustarifvertrags verweigert (BR Babylon Mitte)


Betriebsrat Kino Babylon Mitte Berlin - Berlin, den 27.01.2010

Babylon-Geschäftsführung verweigert uneingeschränkte Umsetzung des abgeschlossenen Haustarifvertrags


Seit erstem Januar soll im Babylon Mitte ein Haustarifvertrag gelten, der mit ver.di abgeschlossen wurde. Doch die Geschäftsführer Timothy Grossman und Tobias Hackel sehen sich offenbar keineswegs verpflichtet, den Tarif wie zugesagt ohne Umschweife für alle Beschäftigten umzusetzen. Von den Teilzeitbeschäftigten, die die Mehrzahl der Angestellten ausmachen, wird als Bedingung für den Tariflohn verlangt, neue Arbeitsverträge zu unterschreiben, die ihre Arbeitssituation deutlich verschlechtern würden. Zum Beispiel sollen sie sich auf eine festgelegte niedrige Wochenstundenzahl (10h/Woche) beschränken, durch die sie unter die sozialversicherungspflichtige 400 Euro-Grenze fallen. Ausserdem würden sie sich pauschal mit "entsprechenden Anpassungen" ihrer Verträge für den Fall des Auslaufen des Tarifvertrages durch das Sonderkündigungsrecht des Arbeitgebers einverstanden erklären. Diese "Anpassungen" sind nicht benannt.

Nun ist ein Großteil der Beschäftigten des Babylon Mitte nicht bereit, den neuen Arbeitsvertrag zu unterschreiben. Für Verdi-Mitglieder wäre die zusätzliche Einwilligung zwar nicht notwendig, doch durch die krude Intervention und den schlechten Tarifabschluss der Gewerkschaft kommt auch eine dortige Mitgliedschaft bisher für keinen der Betroffenen in Frage.

Denn schon der Tarifvertrag selbst löste Unmut bei den Beschäftigten aus. Sie hatten Vereinbarungen erwartet, die dem Verdi-Flächentarif Kino entsprechen, was ihnen von ver.di-Verhandlungsführer Andreas Köhn zuvor zugesagt worden war. Tatsächlich liegen die Vereinbarungen zwischen Verdi und dem Babylon weit hinter dem zurück; beim Stundenlohn betragen die Einbußen aufgrund gestrichener Zulagen oft 50%.

Der Betriebsratsvorsitzende Matthias Schulz stellt fest: "Der Betriebsrat ist sehr unzufrieden mit der völlig unklaren Situation und ruft die Geschäftsführung des einzigen halbkommunalen Kinos in Berlin in die Pflicht. Schließlich wurden die Kosten der Lohnerhöhung bereits zweckgebunden vom Senat mit 30.000 Euro bezuschusst. Wir erwarten die Unterlassung jeder Ungleichbehandlung und die Anwendung des Haustarifvertrages auf alle Beschäftigten!"

Betriebsrat Babylon Mitte


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Quelle:
Pressemitteilung des Betriebsrates Kino Babylon Mitte Berlin, 27.01.2010
Verteiler:
Freie ArbeiterInnen-Union [FAU-IAA]
Allgemeines Syndikat Berlin
Straßburger Str. 38, 10405 Berlin
Telefon: +49 (0) 30 287 00804, Fax: +49 (0) 30 287 008 13
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Internet: http://www.fau.org/berlin


veröffentlicht im Schattenblick zum 30. Januar 2010