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AFRIKA/036: Internationale ökumenische Delegation besucht Uganda (ÖRK)


Ökumenischer Rat der Kirchen - 24. Oktober 2008

Internationale ökumenische Delegation besucht Uganda


Das Schicksal von Bürgerkriegsflüchtlingen steht im Mittelpunkt des Besuchs der "Lebendigen Briefe [1]", die vom 27. Oktober bis 2. November nach Uganda reisen werden.

Die vom Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) entsandte internationale ökumenische Delegation wird Gespräche mit Vertretern/innen von Kirchen, Regierung und Zivilgesellschaft über den Schutz der Vertriebenen führen und dabei besonders das Problem der sexuellen Gewalt und der Verwundbarkeit von Kindern ansprechen.

In Uganda ist nach Jahrzehnten der Militärdiktatur und des Bürgerkriegs wieder relative Stabilität eingekehrt. Die Regierung und die Rebellenbewegung der Lord's Resistance Army (LRA, auf Deutsch: Widerstandsarmee des Herrn), die Norduganda fast zwanzig Jahre lang in ihrer Gewalt hatte, haben im August 2006 einen Waffenstillstand und im Februar 2008 nach Gesprächen im sudanesischen Juba ein Abkommen über eine "dauerhafte Waffenruhe" geschlossen.

Nach Berichten des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR [2]) sind inzwischen mehr als die Hälfte der 1,8 Millionen Binnenvertriebenen im Norden in ihre Heimatdörfer zurückgekehrt oder in Übergangslager umgesiedelt, die näher an ihrer Heimat liegen. Etwa 3000 Witwen und Waisen haben laut UNHCR jedoch kein Zuhause mehr, in das sie zurückkehren könnten, da ihre Männer und Väter in dem zwanzigjährigen Bürgerkrieg im Norden des Landes ums Leben kamen oder Verwandte ihr Land verkauft haben.

Die Mitglieder der ÖRK-Delegation (siehe Liste unten) werden sich über die Friedensarbeit in Uganda informieren und über Erfahrungen berichten, die ihre eigenen Kirchen in Australien, dem Nahen Osten, Asien und verschiedenen Regionen Afrikas gemacht haben.

Die Mitglieder der ökumenischen Delegation werden als "Lebendige Briefe" nach Uganda entsandt, um gegenüber den Menschen dort die Solidarität der ÖRK-Gemeinschaft, der weltweit 349 Mitgliedskirchen angehören, zum Ausdruck zu bringen. Bis 2010 finden jedes Jahr mehrere Besuche "Lebendiger Briefe" im Rahmen der ÖRK-Dekade zur Überwindung von Gewalt [3] statt. Ziel dieser Besuche in aller Welt ist es, einen Beitrag zu den Vorbereitungen für die auf 2011 anberaumte Internationale Ökumenische Friedenskonvokation [4] zu leisten.


Das Besuchsprogramm umfasst folgende Punkte:

Montag, 27. Oktober, Kampala:

Gottesdienst und Information über die Lage im Land im Sitz des Gemeinsamen Christenrats von Uganda

Begegnung mit Dr. Ruhakana Rugunda, dem ugandischen Innenminister und Verhandlungsführer bei den Friedensgesprächen mit der LRA

Dienstag, 28. Oktober, Kampala:

Begegnung mit Mitgliedern der Ugandischen Menschenrechtskommission, einschließlich ihrer Vorsitzenden Margaret Sekaggya

Treffen mit leitenden Vertretern der anglikanischen, orthodoxen und römisch-katholischen Kirche

Mittwoch bis Freitag, 29.-31. Oktober, Feldbesuche:

Ein Teil der Delegation reist in den Norden des Landes in die Stadt Gulu und in das Flüchtlingslager Pabbo im Distrikt Amuru. Die andere Hälfte der Delegation besucht Katakwi, Soroti und Orungo in Nordostuganda.

Jede Gruppe führt mit Führungspersönlichkeiten aus Politik, Religion und Kultur sowie mit Vertretern/innen zivilgesellschaftlicher Organisationen und Regierungsbehörden einen Dialog zum Thema "Nachhaltiger Friede in Norduganda: die Rolle der Glaubensgemeinschaften".

Samstag, 1. November, Kampala:

Öffentliches Hearing mit Nichtregierungsorganisationen, Kirchen, Gemeinwesenorganisationen, Frauen-, Studierenden- und Jugendorganisationen im Gedenkzentrum Papst Paul VI.

Sonntag, 2. November, Kampala:

Teilnahme an Gottesdiensten in Ortsgemeinden und Begegnung mit Gemeindegliedern

Mitglieder der ökumenischen Delegation:

Pfarrer Keith Briant, Nationaler Kirchenrat in Australien
George Hazou, Rat der Kirchen im Mittleren Osten, Jordanien
Mbari Kioni, Gesamtafrikanische Kirchenkonferenz, Kenia
Janejinda Pawadee, Asiatische Christliche Konferenz, Thailand
Timotheus Kamaboakai, Weltbund der Christlichen Vereine Junger Männer, Liberia/Schweiz

Semegnish Asfaw, ÖRK-Forschungsassistentin für die Dekade zur Überwindung von Gewalt, und Sydia Nduna, Koordinatorin des ÖRK-Projekts "Migration und soziale Gerechtigkeit", werden die Delegation begleiten.

Weitere Informationen über die Besuche "Lebendiger Briefe" bei Kirchen:
http://gewaltueberwinden.org/de/iepc/lebendige-briefe.html

ÖRK-Mitgliedskirchen in Uganda (auf Englisch):
http://www.oikoumene.org/?id=4652&L=2

Gemeinsamer Christenrat von Uganda (auf Englisch):
http://www.ujcc.org

Der Ökumenische Rat der Kirchen fördert die Einheit der Christen im Glauben, Zeugnis und Dienst für eine gerechte und friedliche Welt. 1948 als ökumenische Gemeinschaft von Kirchen gegründet, gehören dem ÖRK heute mehr als 349 protestantische, orthodoxe, anglikanische und andere Kirchen an, die zusammen über 560 Millionen Christen in mehr als 110 Ländern repräsentieren. Es gibt eine enge Zusammenarbeit mit der römisch-katholischen Kirche. Der Generalsekretär des ÖRK ist Pfr. Dr. Samuel Kobia, von der Methodistischen Kirche in Kenia. Hauptsitz: Genf, Schweiz.

[1] http://gewaltueberwinden.org/de/iepc/lebendige-briefe.html
[2] http://www.unhcr.org/refworld/country,COI,,,UGA,,48e5c98719,0.html


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Quelle:
Nachrichten vom 24. Oktober 2008
Herausgeber: Ökumenischer Rat der Kirchen (ÖRK)
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Internet: www.wcc-coe.org


veröffentlicht im Schattenblick zum 25. Oktober 2008