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FORSCHUNG/349: Schweinswale - Beunruhigende Zunahme der Belastung mit Quecksilber (OceanCare)


OceanCare - News, 2. Dezember 2025

Schweinswale: Beunruhigende Zunahme der Belastung mit Quecksilber


Eine jüngst veröffentlichte wissenschaftliche Studie über Quecksilber in Schweinswalen im Nordostatlantik zeigt eine erhebliche und äusserst besorgniserregende Zunahme dieses gefährlichen Schadstoffs.

Die neue grosse Studie wertete die Daten von 2589 zwischen 1990 und 2021 aufgefundenen Schweinswalen aus. Sie wurde vom Cetacean Strandings Investigation Programme (CSIP) in England und Wales sowie dem Scottish Marine Animal Strandings Scheme (SMASS) durchgeführt und ist die erste Studie seit fast 20 Jahren, die in Grossbritannien gestrandete Meeressäuger auf die Konzentration von Spurenelementen untersuchte. Daten zum Quecksilbergehalt lagen bei 738 Schweinswalen vor.

Mark Simmonds, Director of Science
"2021 enthielt jeder zehnte Schweinswal Quecksilber in gesundheitsschädlicher Menge."

Die Ergebnisse zeigen, dass die Quecksilbergehalte während der letzten drei Jahrzehnte kontinuierlich zunahmen - trotz globaler Emissionsbeschränkungen. Besonders schlimm: Jeder zehnte Schweinswal hatte so viel Quecksilber in sich, dass von schweren gesundheitlichen Schäden auszugehen ist.

Die Gehalte andere Schwermetalle (Blei, Nickel, Chrom, Cadmium) nahmen hingegen ab, so wie es aufgrund der besseren Schadstoffregulierung auch zu erwarten war.

Warum also steigen die Quecksilbergehalte weiterhin an?

Infolge der seit den 1970er-Jahren ergriffenen Massnahmen sanken die anthropogenen Quecksilberemissionen in Europa zwar, aber im offenen Meer, in 100 bis 1000 Meter Tiefe, dürften sich die Quecksilberkonzentrationen weltweit verdreifacht haben. Die Studie vermutet nun, dass früher ausgestossenes Quecksilber (manchmal auch Altlast-Quecksilber genannt) im marinen Nahrungsnetz in oberflächennähere Wasserschichten wandert. Das könnte zum Teil eine Folge von Umweltveränderungen aufgrund des Klimawandels sein.

Quecksilber und Gesundheit

Untersucht wurden auch die Gesundheitsfolgen des Quecksilbers, indem an Infektionskrankheiten verstorbene Schweinswale mit solchen verglichen wurden, die plötzlich zu Tode kamen, etwa in Fischernetzen. Dabei zeigte sich, dass die stärker mit Quecksilber belasteten Schweinswale ein höheres Risiko hatten, an Infektionskrankheiten zu sterben.

Die Erstautorin Rosie Williams kommentierte in einem Artikel in 'The Conversation': "Viele Faktoren, etwa Ernährungsstress oder Industriechemikalien wie polychlorierte Biphenyle (PCBs), wirken ebenfalls auf die Funktion des Immunsystems. Aber unsere Studienergebnisse legen nahe, dass Quecksilber hier ein Teil des Problems ist."

Und sie ergänzt: "Unsere Studie zeigt, dass Quecksilber kein Problem der Vergangenheit ist. Es ist eine aktuelle, wachsende Belastung für die Meeressäuger, die schon einer grossen Zahl an Stressoren ausgesetzt sind: Beifang, Lärmverschmutzung, Lebensraumzerstörung, Ewigkeitschemikalien und Disruption der Nahrungsnetze durch den Klimawandel."

Weitreichende Folgen

Dr. Williams betont, dass diese Ergebnisse auch eine Warnung an uns Menschen beinhalten, denn dieselben Prozesse, die zu einer stärkeren Kontamination der Schweinswale als Top-Prädatoren führen, können auch die Fische und Krustentiere betreffen, die von Menschen gegessen werden.

Dort, wo Meeressäuger immer noch von Menschen gejagt und gegessen werden, etwa auf den Färöern, gibt es einen beunruhigenden Mangel an Daten über die Belastung mit Schadstoffen wie Quecksilber und die möglichen Folgen für die Gesundheit der Menschen.

Steigende Quecksilbergehalte und der Klimawandel stehen miteinander in Verbindung. Weniger fossile Brennstoffe zu verbrennen, würde die Emissionen sowohl von CO2 als auch von Quecksilber vermindern, und wenn wir die Klimaziele nicht erreichen, wird mehr Quecksilber in die marinen Ökosysteme verteilt.

Mercury Contamination in Harbour Porpoises_Illustration from Study published 2025 in Environmental Science & Technology Environmental Science & Technology. 2025:
https://pubs.acs.org/doi/10.1021/acs.est.5c08346

Quellen

Temporal Increases in Mercury Concentrations are Associated with Increased Risk of Death by Infectious Disease in Harbour Porpoises (Phocoena Phocoena). Environmental Science & Technology, 2025:
https://pubs.acs.org/doi/10.1021/acs.est.5c08346

Artikel in 'The Conversation':
https://theconversation.com/mercury-pollution-in-marine-mammals-is-increasing-new-study-270123

Originalbeitrag mit Infografik:
https://www.oceancare.org/stories_and_news/quecksilber-schweinswale/

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Quelle:
OceanCare - News, 2. Dezember 2025
Herausgeber: Verein OceanCare
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Tel.: +41 (0) 44 780 66 88, Fax: +41 (0) 44 780 66 08
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Internet: www.oceancare.org

veröffentlicht in der Online-Ausgabe des Schattenblick am 5. Dezember 2025

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